23/05/2026
Demokratie beginnt nicht erst im Erwachsenenalter – sie beginnt dort, wo Menschen erleben, dass ihre Stimme zählt.
Gerade bei einer Kita wäre es ein starkes Zeichen demokratischer Teilhabe gewesen, den Kindern zuzuhören und ihre Stimme ernst zu nehmen.
Wenn Kinder erleben, dass ihre Ideen und Wünsche Gehör finden, lernen sie früh, dass Demokratie von Mitbestimmung, Respekt und gemeinsamer Verantwortung lebt.
Die Namensgebung hätte eine wertvolle Gelegenheit sein können, Kindern zu zeigen: Eure Meinung zählt!
NAMENSGEBUNG NEUE KITA METTLACH:
CDU-MEHRHEIT IM GEMEINDERAT METTLACH IGNORIERT DIE WÜNSCHE VON KINDERN, ELTERN UND ERZIEHERN.
METTLACH, 19. MAI 2026: Trotz der eindringlichen Appelle der zahlreich anwesenden Eltern, ErzieherInnen und Kinder der kommunalen Kita hat sich die Mehrheit des Gemeinderates Mettlach mit den Stimmen von CDU und AfD für den Namen „Montclair“ für den Kita-Neubau entschieden.
Viele der Anwesenden hatten sich mehrfach und mit großem Engagement für den Namen „Kita Haselmaus“ ausgesprochen und ihre Beweggründe in der Sitzung ausführlich dargestellt.
Der Fraktionsvorsitzende der SPD Uwe François plädierte ebenfalls eindringlich dafür, die Wünsche der Kinder, Eltern und ErzieherInnen zu respektieren. Im Verlauf der Diskussion brachte Gemeinderatsmitglied Georg Dillschneider (Bündnis 90/ Die Grünen) der Name „Mettlacher Haselmäuse“ ein, mit dem sich die zahlreich anwesenden BürgerInnen ebenfalls identifizieren konnten.
Schlussendlich wurden die Namen „Montclair“ und „Mettlacher Haselmäuse“ zur Abstimmung gestellt. Die Mehrheit des Gemeinderates entschied sich jedoch für „Montclair“.
Bereits im Vorfeld war die Namensgebung mehrmals Thema in den kommunalen Gremien. In einer ersten Abstimmung sprach sich der Ortsrat – der das Vorschlagsrecht besitzt - einstimmig für den Namen „KiTa am Wäschebach“ aus. Der Begriff „Wäschebach“ verweist auf einen historischen, heute unterirdisch verlaufenden Bachlauf, an dem früher die Wäsche gewaschen wurde und der damit einen starken lokalen Bezug besitzt.
Auf Antrag der CDU-Mehrheitsfraktion im Gemeinderat wurde dieser Beschluss jedoch erneut zur Beratung in den Ortsrat zurückverwiesen. In der Folge initiierte die CDU-Fraktion im Ortsrat ohne vorherige Einbindung des gesamten Gremiums einen öffentlichen Aufruf zur Einreichung weiterer Namensvorschläge. Aus den eingegangenen Vorschlägen wurden anschließend mehrere Namen zur Abstimmung gestellt. Dabei erhielt „Montclair“ mit fünf Stimmen die Mehrheit.
CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Thieser argumentierte sowohl im Hauptausschuss als auch in der Sitzung des Gemeinderates, dass der Name „Montclair“ im Ortsrat demokratisch gewählt worden sei und dieses Ergebnis respektiert werden müsse. Den Hinweis des SPD-Fraktionsvorsitzenden, dass die CDU zuvor selbst eine einstimmige Entscheidung des Ortsrates zurückgewiesen habe, ließ die CDU unbeantwortet.
Enttäuscht zurück bleiben vor allem die Kinder, Eltern und ErzieherInnen, die sich aktiv in den demokratischen Prozess eingebracht hatten und erleben mussten, dass ihre Wünsche letztlich unberücksichtigt blieben. Damit wurde eine wichtige Chance vertan, Bürgernähe zu zeigen und Kindern frühzeitig zu vermitteln, dass demokratische Beteiligung ernst genommen wird.