27/01/2026
Nie wieder ist jetzt!
Heute vor 81 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. In Auschwitz und an unzähligen anderen Orten in Europa ermordete das nationalsozialistische Terrorregime systematisch sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Auch Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle sowie politische Gegner*innen wurden zu Opfern dieser menschenverachtenden Ideologie.
Der 27. Januar ist ein Tag des Gedenkens an die Millionen Ermordeten des Nationalsozialismus. Er ist ein Tag der Trauer – und der Verantwortung. Die Verbrechen der deutschen Täterinnen und ihrer Helferinnen sind unwiderruflich. Doch das Erinnern darf nicht folgenlos bleiben.
Denn dieser Tag ist mehr als Mahnung. Er ist ein dauerhafter Auftrag an uns und an die kommenden Generationen. Die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich ein solches Verbrechen niemals wiederholt, endet nicht mit dem Erinnern. Der Holocaust-Überlebende Primo Levi brachte es auf den Punkt:
„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“
Gerade mit Blick auf den erstarkenden Rechtsextremismus in Deutschland und in vielen Teilen Europas wird deutlich, wie aktuell dieser Auftrag ist. Menschenverachtende Ideologien sind längst wieder salonfähig geworden – in Parlamenten, auf der Straße und in digitalen Räumen. Die Ereignisse rund um das Treffen in Potsdam 2023, an dem auch AfD-Mitglieder beteiligt waren und bei dem Deportationsfantasien diskutiert wurden, sind ein alarmierendes Zeichen. Ebenso wie die zunehmende rechtsextreme Gewalt und der offene Hass in Kommentarspalten – oft ganz unverhohlen und unter Klarnamen.
Deshalb reicht es nicht, nur am heutigen Haltung zu zeigen. Es braucht klare Positionen – jeden Tag.
Auf der Straße.
Am Arbeitsplatz.
Im Freundes- und Bekanntenkreis.
Erinnerung verpflichtet.
Haltung ist kein Symbol, sondern eine Handlung.
Das „Nie wieder“ ist jetzt.