Deutsche Friedensgesellschaft dfg-vk Bayern

Deutsche Friedensgesellschaft dfg-vk Bayern Willkommen auf der Internetseite der DFG-VK Bayern! Die DFG-VK ist die älteste deutsche Friedensorganisation.

Sie ist hervorgegangen aus dem Zusammenschluss der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) mit der Internationale der Kriegsdienstgegner (IdK) www.dfg-vk-bayern.de
www.no-militar.org
www.friedenskonferenz.info
www.youtube.com/channel/UCHGJHHbnHpGwVmYOmp6Tubg

Dokumentation der alten Facebook-Seite DFG-VK Bayern 2012 - Juli 2017: https://www.facebook.com/Deutsche-Friedensgesellschaft-Dfg-Vk-Bayern-149160555227803/

Zum Jahrestag des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki beteiligen wir uns an den weltweiten Protesten gegen...
04/08/2026

Zum Jahrestag des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki beteiligen wir uns an den weltweiten Protesten gegen atomare Aufrüstung.

www.muenchner-friedensbuendnis.de

Einladung

am Donnerstag, 06.08.2026
um 19.30 h
auf dem Marienplatz, München

Programm
Grußwort der Stadt: Stadträtin Katharina Horn, Die Linke
Die Folgen von Atombombenabwürfen: Dr. Hildegard Fischer und Dr. Joseph Raab, IPPNW
Uranabbau und Atomwaffentests: Monika Seiller, Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte
Mittelstreckenwaffen und Atomraketen: Thomas Rödl, DFG-VK

Bericht und Video zur Anna-B.-Eckstein-Preisverleihung am 5. Juli 2026 in Nürnberg. https://youtu.be/Zm8v4kWdZJQhttps://...
12/07/2026

Bericht und Video zur Anna-B.-Eckstein-Preisverleihung am 5. Juli 2026 in Nürnberg.
https://youtu.be/Zm8v4kWdZJQ
https://sei-friedenskuenstlerin.dfg-vk.de

Der Landesverband Bayern der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) hat den „Anna-B.-Eckstein-Friedenspreis“ des bayernweiten Schulwettbewerbs „Sei Friedenskünstler*in” vergeben.

Mit dem 3. Schulwettbewerb Sei Friedenskünstler*in seit 2024 und der Vergabe des Anna-B.-Eckstein-Friedenspreises werden gewaltfreie Perspektiven des Miteinanders sowie Toleranz und Friedfertigkeit gefördert. Denn Frieden ist nämlich mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden muss gewollt und gestiftet werden. Eine Friedenskultur kann Wege in eine bessere Zukunft für alle Menschen aufzeigen, kann die Spirale der Gewalt durchbrechen und stellt eine Alternative zu Militarismus und gesellschaftlichen Konflikten dar. Dies spiegelt sich in den Kunstwerken und Stellungnahmen junger Menschen wider. Nicht nur wir als DFG-VK sind überzeugt: „Frieden macht Schule und Schule macht Frieden“.

Die Preisverleihung fand am Sonntag, dem 5. Juli 2026, in Nürnberg, der „Stadt des Friedens und der Menschenrechte”, statt. Fast 100 Personen waren im Nachbarschaftshaus Gostenhof anwesend. Insgesamt nahmen 25 Schulklassen aus 18 bayerischen Schulen am Wettbewerb teil. Es wurden rund 225 Kunstwerke ab der 5. Klasse eingereicht. Prämiert wurden 18 Werke, die in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit entstanden sind.

Mehrere Schüler*innen haben ihre Gedanken und Bildbeschreibungen zu ihren Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Objekten schriftlich festgehalten. Einige Passagen aus ihren Bemerkungen veröffentlichen wir gerne:

„Wenn man in Nachrichten von Kriegen hört, dann geht es dabei meist um wichtige Entscheidungen von Politikern und Staatoberhäuptern oder um Probleme in der Wirtschaft“, so Frieda aus einer Schule in Friedberg. „Fast nichts erfahren wir dagegen von Menschen, vor allem von Kindern, die diese Krisen meist noch nicht einmal richtig verstehen, die davon betroffen sind.“

Philipp aus Scheinfeld meinte: „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass der ganze Krieg keinen Sinn macht, und alle in Frieden leben sollen. Ich finde Frieden sehr wichtig für ein schönes Zusammenleben“

„Ich wollte zeigen, dass Unfrieden nicht nur Krieg sein kann. Mir ist wichtig, dass Menschen erkennen, dass auch Konflikte in der Familie oder im Umfeld Unfrieden sind. Frieden ist leider selten geworden. Aber wenn wir uns alle vielleicht verbünden, können wir den Frieden zurückbringen“, erkannte Charlotte aus Höchberg bei Würzburg.

Mona, ebenfalls aus Höchberg bei Würzburg schreibt über ihre Arbeit: „Wenn wir die Schönheit der Welt bewahren wollen, dürfen wir nicht wegsehen, wenn Hass, Gewalt und Spaltung entstehen. Denn alles, was friedlich, bunt und lebendig ist, bleibt nur bestehen, wenn Menschen bereit sind, es zu schützen.“

Johanna aus Türkheim zitiert Raymand Walden, Kosmopolit und Pazifist: „Frieden beginnt dort, wo wir aufhören, im Anderen den Feind zu sehen, und anfangen, den Menschen zu erkennen.“ Anmerkung: 80 Schüler*innen aus mehreren Klassen der Türkheimer Joseph-Bernhart-Gymnasium ist der Gruppenpreis gewidmet worden. Gemeinsam fertigten Schüler*innen Postkarten mit ahnlichen Motiven an unter dem Titel Aber einer sprach vom Frieden

„Das Bild bringt in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck, dass es Mut und Stärke erfordert, sich für Frieden einzusetzen, da man auf Widerstände stoßen kann.“ schreibt Hannah, ebenfalls aus dem Türkheimer Gymnasium, „Frieden beginnt im Alltag und im Kleinen, z.B. in Situationen in der Schule, im Sportverein oder im Freundeskreis, wenn jemand ausgeschlossen wird, sowie in der Familie. Leider müssen viele Menschen auf der Welt wegen (unnötigem) Krieg leiden. Frieden ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für ein erfülltes und glückliches Leben der Menschen. Die Taube als Symbol für Frieden verkörpert für mich auf der Darstellung eine Friedlichkeit und Klarheit im Tun. Wir sollten uns nicht der Menge anschließen oder einfach wegschauen.“

Christian aus Cham erklärt: „Der Frieden ist etwas ganz Kostbares und Zerbrechliches, das sehen wir auch in der heutigen Zeit, da einige Regierungschefs sehr leichtfertig Kriege anfangen, ohne daran zu denken, welche Katastrophe dadurch ausgelöst werden kann. Es wäre schön, wenn der Frieden nicht nur ein Wort wäre, sondern wenn uns tagtäglich bewusst wäre, wie schön es ist, in den friedlichen Zeiten zu leben. Vielleicht sollte man seine Geschichte etwas besser kennenlernen, damit man vermeiden kann, die Fehler zu wiederholen, die schon vor 100 Jahren passierten und Millionen von Menschen das Leben gekostet haben.“

Die prämierten Arbeiten sind bis Mitte September im Kleinen Saal des Nachbarschaftshauses Gostenhof zu sehen, Auf unserer Internetseite gibt es mehr Informationen über den Wettbewerb, die Preisverleihung, die prämierten Werke und Aussagen der Schüler*innen: https://sei-friedenskuenstlerin.dfg-vk.de. Weitere Ausstellungen oder Videopräsentation bei Veranstaltungen sind ab Herbst 2026 und im Jahr 2027 geplant.

Der Kunstpreis für Schüler*innen ist nach der international wirkenden Coburger Pazifistin Anna B. Eckstein (*14.06.1868 in Coburg; † 16.10.1947) benannt. Ihren Namen trägt auch die Schule in Meeder. Das Friedensmuseum in Meeder befindet sich in der Schule.

Schirmherrin der Veranstaltung ist Margot Käßmann, die verschiedene evangelische Leitungsämter innehatte und viele Ehrungen erhalten hatte. In Ihrer per Video aufgezeichneten Laudatio ging sie auf die Notwendigkeit von Friedfertigkeit und Gewaltfreiheit in der Gesellschaft und weltweit ein.

Ein besonderer Dank geht an Birgitta Meier vom Friedensmuseum Nürnberg für ihre kunstgeschichtlichen Impulse, an Simone Föhl-Wais, die den Nachmittag moderierte, sowie an die jungen Musikerinnen Amelie und Moritz. Weiterhin bedanken wir uns herzlich beim Vorbereitungsteam der DFG-VK Bayern, den engagierten Kunst-Lehrer*innen, den unterstützenden Eltern und den Jurymitgliedern Victoria Bork, Fridtjof Knospe und Andrea Landwehr-Ratka.

Veranstalter sind der bayerische Landesverband der deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK Bayern) und das “Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk für Friedensarbeit und Völkerverständigung“

(Bericht von Martina Jäger)

https://sei-friedenskuenstlerin.dfg-vk.de/Der Landesverband Bayern...

11/07/2026

Stellungnahme zur sicherheitspolitischen Wende in der bayerischen Forschung und zu FoKS
Juli 9, 2026

Stellungnahme zur sicherheitspolitischen Wende in der bayerischen Forschung und zu FoKS
Alles im Namen des Friedens / Artikel in der Münchner Abendzeitung von Alexander Spöri, erschienen am 04.07.2026. Als eine der Initiatorinnen der Popularklage wurde Maria R. Feckl von der Abendzeitung München um eine Einordnung zu FoKS gebeten. FoKS ist die Bayerische Wissenschaftsallianz für Friedens-, Sicherheits- und Friedensforschung. Folgende Fragen wurden von Herrn Spöri an Frau Feckl gerichtet:

Reiht sich FoKS aus Ihrer Sicht in dieselbe Entwicklung ein wie das Bundeswehr-Gesetz und das Zivilklausel-Verbot bzw. ist ein Beispiel, was die abzuleitenden Folgen in der praktischen Umsetzung sein könnten?
Wenn ein ursprünglich friedenswissenschaftliches Vorhaben zu einer sicherheitspolitischen Allianz umgesteuert wird und zivile Akteure ausscheiden — was sagt das über den Zustand der Wissenschaftsfreiheit in Bayern?
Ist Dual Use (prinzipielle Verwendbarkeit von Technologien oder Gütern sowohl zu zivilen als auch zu militärischen Zwecken) ein verantwortbarer Zugang universitärer Forschung — und welche Rolle bleibt der zivilen Friedensforschung, wenn staatliche Förderung sich auf Sicherheit und Verteidigung verlagert?
Wie bewerten Sie, dass eine Allianz mit „Frieden“ im Namen ihren Sitz bei den Jesuiten und ihren Vize-Vorsitz bei der Universität der Bundeswehr hat?
Wer sind die Profiteure (wirtschaftlich) von Dual Use und sicherheitspolitischen Vorhaben sowie Akzentverschiebungen wie diesen?
Gesamte Stellungnahme von Maria Feckl zu den Fragen und der sogenannten Münchner Sicherheitskonferenz
Maria R. Feckl: „Gerade jetzt, in einer Zeit der Kriege weltweit und einer ungebremsten Aufrüstung in Deutschland, muss sich Wissenschaft für ein Ende von Gewalt und Konflikten einsetzen und darf sich nicht dem Kanon aus Nationalismus und Militarismus unterwerfen.“

Kritische Friedens- und Konfliktforschung unterscheidet sich von klassischer, problembearbeitender Forschung dadurch, dass sie Wissenschaft nicht als wertneutral versteht: Sie fragt, wessen Frieden eigentlich gemeint ist, wer von bestimmten Definitionen von Sicherheit profitiert, und versteht sich in der Tradition der Frankfurter Schule explizit emanzipatorisch. Wissenschaft soll nicht nur beschreiben, sondern zu gesellschaftlicher Veränderung beitragen. FoKS bewegt sich mit seinen MSC-Side-Events und seiner engen Anbindung an die Universität der Bundeswehr in einem Umfeld, das diesem Anspruch diametral entgegensteht – statt ihn einzulösen.

Warum die MSC, in deren Nähe sich FoKS damit bewegt, faktisch fast ausschließlich militärische Lösungen anbietet, hat handfeste strukturelle Gründe.

1. Finanzierung: Zu den Sponsoren der MSC gehören Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, Lockheed Martin und Hensoldt, deren Beiträge laut MSC-eigenen Angaben einzeln bis zu acht und zehn Prozent des Gesamtbudgets ausmachen dürften. Eine Konferenz, die von der Rüstungsindustrie mitfinanziert wird, wird strukturell kein Forum für zivile Alternativen zur militärischen Sicherheit sein. Sie ist es schlicht nicht, weil ihre eigenen Geldgeber ein wirtschaftliches Interesse am Gegenteil, an Gewinnen durch Aufrüstung und Waffenproduktion, und auch am Einsatz der Waffen, somit an Kriegen haben.

2. Das politisches Klima, das diese Nähe erzeugt: Bei der MSC 2026 (Münchner Sicherheitskonferenz) erhielt US-Außenminister Marco Rubio stehende Ovationen für eine Rede, die fünf Jahrhunderte koloniale Expansion explizit als westliche Erfolgsgeschichte feierte, mit allen Merkmalen einer kolonialen Weltordnung: rassistische Hierarchien, Dehumanisierung und die Behauptung westlicher und weißer Überlegenheit. Dass ein großer Teil des Saals dafür aufstand, zeigt, dass dieses Weltbild in sicherheitspolitischen Kreisen wie der MSC nicht etwa Anstoß erregt, sondern Beifall bekommt.

Genau in diesem wirtschaftlich von Rüstungskonzernen mitgetragenen und politisch für koloniale Großmachtrhetorik offenen Umfeld etabliert sich FoKS, statt es kritisch zu hinterfragen.

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Zur Zivilklausel-Frage

Maria R. Feckl: „Forschung und Lehre müssen dem Grundgesetz entsprechend dem Wohle der Menschheit dienen und nicht den Profitinteressen der Rüstungsindustrie oder sogar dem Morden von Menschen“.

Ich möchte eine Ungenauigkeit korrigieren: Bayerische Hochschulen hatten auch vor dem Bundeswehr-Fördergesetz keine Zivilklauseln. Das Gesetz hat also nicht etwas Bestehendes abgeschafft, sondern die künftige Möglichkeit zivilgesellschaftlicher Selbstverpflichtung von vornherein gesetzlich verunmöglicht. FoKS ist die wissenschaftspolitische Entsprechung dazu: Es besetzt das Forschungsfeld, das einst als ihr ziviles Gegengewicht gedacht war.

Das Grundgesetz selbst gibt diesen Maßstab vor: Schon seine Präambel verpflichtet Deutschland, dem Frieden der Welt zu dienen, und Artikel 1 Absatz 2 bekennt sich zu unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Eine staatlich geförderte Wissenschaftsallianz, die sich stattdessen einer militärischen Sicherheitslogik verschreibt, bewegt sich nicht nur fern von kritischer Friedensforschung, sie verfehlt auch den verfassungsrechtlichen Auftrag, dem sie eigentlich verpflichtet wäre.

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Zur Wissenschaftsfreiheit

Maria R. Feckl: „Das Urteil ist ein wichtiger Schritt gegen die zunehmende Militarisierung von Bildung und Wissenschaft. Hochschulen müssen selbst entscheiden können, ob und in welchem Umfang sie Kooperationen eingehen – staatlicher Zwang dazu ist mit der Freiheit von Forschung und Lehre und der Friedenspflicht in der Bayerischen Verfassung unvereinbar.“

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat im März 2026 den – von uns mit der Popularklage erfolgreich angegriffen – Kooperationszwang zwischen Universitäten und Hochschulen mit der Bundeswehr als verfassungswidrig kassiert.

Das zeigt: Wissenschaftsfreiheit lässt sich nicht beliebig einer überbordenden Sicherheitslogik unterordnen, auch wenn der politische Wille dazu offenkundig vorhanden ist. Es war erschreckend zu sehen, wie wenig Aufbegehren es an den Hochschulen und Universitäten gegen das Bundeswehr-Gesetz gab, welches die Wissenschaftsfreiheit stark beschnitten hat. Genau dieses unabhängige, mitunter unbequeme Denken war es, das den Friedensforscher Ekkehart Krippendorff zeit seines Lebens auszeichnete: Ihm ging es darum, Wissen zu vermitteln, ohne sich dabei einer staatlich verordneten Agenda zu unterwerfen, eine Haltung mit geradem Rückgrat, die man sich an den bayerischen Hochschulen angesichts des Bundeswehr-Gesetzes deutlich häufiger gewünscht hätte.

Ein breites Bündnis aus 200 Kläger*innen hat vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof einen bedeutenden Teilerfolg erzielt.

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Zu Standort und Vize-Vorsitz

Maria R. Feckl: „Eine Allianz, die Frieden im Namen trägt und in der Praxis militärische Sicherheitslogik betreibt, betreibt Etikettenschwindel.“

Dass eine Allianz mit „Frieden“ im Namen ihre Geschäftsstelle bei den Jesuiten und ihren stellvertretenden Vorsitz bei der Universität der Bundeswehr verortet, ist mehr als eine organisatorische Randnotiz, es ist die Struktur selbst, die spricht. Eine Hochschule für Philosophie verleiht dem Vorhaben den Anschein geisteswissenschaftlicher Reflexion und friedensethischer Tiefe; die inhaltliche und strategische Schlagkraft liefert die Bundeswehr-Universität.

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Zu Dual Use

Maria R. Feckl: „Dual Use ist kein technisches Detail, sondern eine politische Entscheidung: Wer zivile und militärische Forschung bewusst verschränkt, stellt Wissenschaft in den Dienst der Aufrüstung – statt in den Dienst des Friedensgebots des Grundgesetzes.“

Wenn Bundesforschungsministerin Dorothee Bär Zivilklauseln auf der MSC als „überholt“ bezeichnet, bestreitet sie damit nicht nur ein politisches Instrument, sondern eine ganze Denktradition: die kritische Friedens- und Konfliktforschung, wie sie in den 1970er und 80er Jahren in Deutschland mit Johan Galtung, Dieter Senghaas und Ekkehart Krippendorff entstand. Senghaas und Krippendorff stritten damals explizit für eine kritische, gesellschaftlich emanzipatorische Friedensforschung, in bewusster Abgrenzung zu einer regierungsnahen Forschung, die staatliche und militärische Logiken eher legitimiert als hinterfragt.

Bärs Forderung zielt konkret auf sogenannte Dual-Use-Forschung: Forschung und Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können – etwa KI-Bilderkennung, Satellitennavigation oder Drohnentechnologie. Dual Use ist dabei kein neutraler Forschungszugang, sondern die organisatorische Übersetzung dieser Verschiebung: Wer Sicherheits- und Verteidigungsforschung systematisch privilegiert fördert, schafft genau die Anreize, die zivile Akteure wie zuletzt die Universität Augsburg aus solchen Bündnissen verdrängen oder zum Ausstieg bewegen.

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Zu den Profiteuren

Maria R. Feckl: „Wirtschaftlich profitieren von dieser Akzentverschiebung vor allem jene, die ohnehin von wachsenden Verteidigungsbudgets profitieren: Rüstungs- und Sicherheitsunternehmen.

Wirtschaftlich profitieren von dieser Akzentverschiebung vor allem jene, die ohnehin von wachsenden Verteidigungsbudgets profitieren: Rüstungs- und Sicherheitsunternehmen, die zunehmend als Drittmittelgeber, Praxispartner oder Auftraggeber dual-use-fähiger Forschung auftreten. Hinzu kommen Technologiekonzerne, deren KI- und Überwachungsanwendungen sich nahtlos zwischen ziviler und militärischer Nutzung bewegen lassen, wie es das FoKS-Side-Event zu „AI for Peace and War“ bei der MSC bereits im Titel andeutet hat.

Forschung, die sich an solchen Förderlogiken ausrichtet, wird tendenziell zum verwertungsnahen Zulieferer einer Sicherheitsindustrie, nicht zur unabhängigen Stimme der Gesellschaft – eine Rolle, die stattdessen eine ehrenamtlich organisierte Internationale Münchner Friedenskonferenz einnehmen muss – ohne den Finanzfluss staatlicher Förderung.

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Unabhängige Stimme der Gesellschaft – Int. Münchner Friedenskonferenz

Maria R. Feckl: „Dass eine ehrenamtlich organisierte zivilgesellschaftliche Konferenz diesen Diskurs offenhalten muss, während staatlich geförderte Wissenschaftsallianzen sich zunehmend einer militärischen Sicherheitslogik verschreiben, zeigt, wie ungleich die Kräfteverhältnisse inzwischen verteilt sind.“

Genau deshalb braucht es einen Gegenpol, der diesen Diskurs nicht einer überbordenden Sicherheitsarchitektur und Kriegslogik überlässt. Mit der Internationalen Münchner Friedenskonferenz bieten acht Münchner zivilgesellschaftliche Organisationen genau das: eine inhaltliche Alternative zur MSC, die seit 2003 zeigt, dass es zu militärischer Sicherheitspolitik konkrete Alternativen gibt – etwa Abrüstungsverträge, ein Rüstungskontrollgesetz, soziale Verteidigung, ziviles Peacekeeping durch unabhängige, unbewaffnete Friedensfachkräfte oder Frühwarnsysteme für Krisen, wie sie über das Konfliktverhütungszentrum der OSZE bereits existieren. Das Manifest der Münchner Friedenskonferenz fasst es so zusammen: gemeinsame Sicherheit statt Überlegenheitsdenken, eine Umschichtung der Mittel von Rüstung zu ziviler Konfliktbearbeitung und sozialer Sicherheit in Deutschland, und die Stärkung von UNO und OSZE statt nationaler Alleingänge. Das ist die Art von Friedensforschung, die Deutschland braucht – nicht eine, die Kriegsvorbereitung wissenschaftlich begleitet, sondern eine, die zivile Alternativen systematisch weiterentwickelt.

Maria R. Feckl, MA Peace and Conflict Studies, Universität Innsbruck, Sprecherin DFG-VK Bayern, Projektleiterin der Internationalen Münchner Friedenskonferenz

18. Juni: Pressemitteilung Keine PazifistInnen beim Zamanand Festival in München.Medienmitteilung der Deutschen Friedens...
19/06/2026

18. Juni: Pressemitteilung
Keine PazifistInnen beim Zamanand Festival in München.
Medienmitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Gruppe München

Die DFG-VK Gruppe München wollte mit einem Informationsstand unter dem Motto: „Zukunft sichern- abrüsten! Kriegsdienste verweigern!“ einen politischen Beitrag zum Festival leisten. Auf Nachfrage teilte der Veranstalter vor wenigen Tagen mit, dass die Teilnahme am kommenden Festival nicht möglich sei.

Zur Begründung erklärte Herr Michael Schaumann, „Dazu gehört auch, dass wir als Veranstalter*innen Inhalte, Botschaften und öffentliche Auftritte besonders sorgfältig prüfen, wenn diese sensible politische Konflikte oder Antisemitismus berühren.“ / Und er schreibt weiter:
„Diese Entscheidung ist keine pauschale Bewertung Ihrer gesamten Arbeit und auch keine Absage an friedenspolitisches Engagement. Sie betrifft ausschließlich die konkrete Teilnahme am Zamanand Festival und unsere Verantwortung für den Charakter, die Sicherheit und die öffentliche Wahrnehmung der Veranstaltung.“

Der Sprecher der DFG-VK Gruppe München, Thomas Rödl äußert sich dazu: „Die Unterstellung, unser Informationsstand gefährde die Sicherheit des Festivals, ist völlig absurd. Wir präsentieren unser Informationsmaterial und laden die BesucherInnen ein, mit uns zu diskutieren; das geschieht immer in höflicher und respektvoller Form. In über 10 Jahren Beteiligung am Zamanand- bzw Streetlife- Festival gab es keinerlei sicherheitsrelevante Zwischenfälle“.

Thomas Rödl: „Natürlich berühren unsere Beiträge „sensible politische Konflikte“, insofern wir uns kritisch gegen Militarismus, Aufrüstung und Kriegspropaganda äußern. Es gehört ja gerade zum Wesen der Demokratie, dass zu umstrittenen politischen Themen auch kontroverse Meinungen vorgetragen werden. Die VeranstalterInnen des Zamanand-Festivals maßen sich also an, festzulegen, welche „sensiblen politischen Themen“ öffentlich angesprochen werden dürfen, und welche nicht!“

Rödl sieht die DFG-VK München dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt, ohne dass die Veranstalter des Zamanand Festivals dies offenlegen. Er vermutet: „Anscheinend sehen sie das Thema Antisemitismus durch unsere Forderung ‚Keine Waffenlieferungen an Israel‘ berührt. Wir wehren uns aber dagegen, dass man uns wegen dieser Forderung antisemitische Motive unterstellt.“

Beim letztjährigen Festival haben AktivistInnen der DFG-VK eine Protestpostkarte mit dem erwähnten Slogan: “Keine Waffenlieferungen an Israel“ verteilt. Daraufhin gab es eine Mitteilung der CSU- Stadtratsfraktion mit der Unterstellung von antisemitischen Motiven. Nach einer ausführlichen Stellungnahme unsererseits, die auch an den Zamanand-Veranstalter ging, hat die CSU- Fraktion dieses Thema nicht weiterverfolgt.

Unsere Materialien und Aktivitäten sind selbstverständlich durch die Meinungsfreiheit abgedeckt.
Die von den Zamanand-Veranstaltern verwendete Formulierung „Auftritte berühren den Antisemitismus“ sei geschickt gewählt, aber auch besonders infam, sagt der Sprecher der DFG-VK München: „Uns wird damit Antisemitismus unterstellt, ohne dass man einen konkreten Beleg dafür beibringt.“

Für Rückfragen: Thomas Rödl, Tel. 089 89 62 34 46; Fon 0163 494 1962 (ab 13 Uhr)

18/06/2026

Wehrt Euch gegen den Kriegsdienst - Verweigere den Kriegsdienst!Li...

09/05/2026

Auszüge aus dem Redebeitrag von Alexander,gehalten bin Würzburger Schulstreik am 08. Mai 2026Thema: KDV und 81. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation de...

06/05/2026

Medienmitteilung der DFG-VK Bayern, 6.5.2026

Absender: Die PazifistInnen – Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Landesverband Bayern, Frauenlobstr. 24 Rückgebäude, 80337 München

Friedensfest in Grafenwöhr

Die DFG-VK Landesverband Bayern begrüßt die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, keine Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik Deutschland zu stationieren. Die PazifistInnen äußern sich erleichtert, dass keine erstschlagsfähigen Mittelstreckenwaffen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stationiert werden sollen.

Wenn diese Entscheidung ernsthaft und dauerhaft sein soll, muss die 41. Feldartilleriebrigade der US-Army, die in Grafenwöhr stationiert ist, abgezogen werden. Diese Brigade ist die einzige Einheit der US-Army in Europa, die Lenkwaffen mittlerer Reichweite einsetzen kann. (nach eigenen Angaben: www.41fab.army.mil/ )

Die DFG-VK fordert die Bundesregierung, den US-Präsidenten Trump und den russischen Präsident Putin auf, keine Raketen mit Reichweiten über 500 km aufzustellen. Das würde bedeuten, die Bestimmungen des sog. INF-Abkommens zu beachten, das 2019 von den USA gekündigt wurde. Die Wiederinkraftsetzung dieses Vertrages wäre ein wichtiger Schritt zur Deeskalation im Konflikt mit Russland.

Die DFG-VK Bayern ruft dazu auf, am 30.5. in Wiesbaden gegen alle deutschen und europäischen Aufrüstungsprojekte zu demonstrieren. Aus der geplanten Demonstration und Kundgebung am 30.5. unter dem Motto „Keine Raketen nach Grafenwöhr“, soll ein Friedensfest werden.

Für Rückfragen: Thomas Rödl, Geschäftsführer – Fon (ab 13 Uhr ) 0163 494 1962

www.keine-raketen-nach-grafenwoehr.de / https://wiesbadener-buendnis.de/

Adresse

DFG-VK Landesverband Bayern FrauenlobStr. 24
Munich
80337

Öffnungszeiten

Dienstag 13:00 - 16:00
Mittwoch 13:00 - 16:00
Donnerstag 13:00 - 16:00

Telefon

+498989623446

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