04/06/2026
Gut gedacht ist leider nicht immer gut gemacht.
Glauben Sie uns: Wir haben uns viele Stunden Gedanken darüber gemacht, wie man die Fahrradführung in Neckargemünd sinnvoll verbessern kann. Umso erstaunlicher ist es, wenn man aus der Zeitung von Planungen erfährt, die aus unserer Sicht an den eigentlichen Problemen vorbeigehen. Dass es eine Überplanung geben soll, haben wir im Mai 2025 erfahren - wie diese umgesetzt werden soll aus dem RNZ Bericht.
Vorweg aber eines ganz deutlich: Die Kritik richtet sich nicht gegen die Stadt Neckargemünd. Laut RNZ stammen die Planungen vom Land bzw. den zuständigen Landesbehörden und dem Regierungspräsidium.
Und ebenfalls fairerweise: Wir freuen uns, dass die beiden Bushaltestellen modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden sollen. Das ist sinnvoll und längst überfällig. Im Moment ist das allerdings auch der einzige eindeutig positive Punkt, den wir bei diesem Projekt erkennen können.
Gegen den Ausbau von Radwegen haben wir grundsätzlich nichts einzuwenden. Entscheidend ist jedoch, dass die Wege anschließend sinnvoll und durchgängig weitergeführt werden. Genau das ist derzeit nicht erkennbar.
Als Menschen, die seit Jahrzehnten regelmäßig an dieser Stelle unterwegs sind, fragen wir uns: Wie sieht das Gesamtkonzept aus und wie geht die Strecke danach weiter?
Die eigentlichen Probleme liegen aus unserer Sicht nicht auf diesen wenigen Metern. Oft würde es schon helfen, Hecken rechtzeitig zurückzuschneiden und Schlaglöcher zu beseitigen.
Sorgen bereitet uns dagegen der geplante Rückbau der Busbuchten. Gerade hier treffen Berufsverkehr, Schulverkehr und regelmäßig auch Schienenersatzverkehre mit mehreren Gelenkbussen aufeinander.
In Richtung Kleingemünd verengen sich bereits heute zwei Fahrstreifen auf einen. In Richtung Bammental staut sich der Verkehr regelmäßig. Wenn Busse künftig auf der Fahrbahn halten, sind zusätzliche Rückstaus praktisch vorprogrammiert.
Und bevor jetzt jemand sagt, die Planer seien nie vor Ort gewesen: Davon gehen wir ausdrücklich nicht aus. Aber ein Ortstermin ersetzt nicht die Erfahrung der Menschen, die diese Strecke seit Jahrzehnten täglich nutzen.
Vielleicht würde es uns Gemeinderäten und auch vielen Bürgern leichter fallen, die Maßnahme zu verstehen, wenn sie als Teil eines Gesamtkonzepts dargestellt würde. Ein übersichtlicher Plan mit den Anschlüssen, Weiterführungen und Zielen der einzelnen Maßnahmen würde helfen, die Überlegungen dahinter nachzuvollziehen.
Deshalb unser Wunsch: Den Radwegausbau gerne weiterverfolgen – aber bitte mit sinnvoller Weiterführung der Radwege und mit Erhalt der Busbuchten. Dann profitieren am Ende Radfahrer, Fußgänger, Busfahrgäste und Autofahrer gleichermaßen.
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Das Land baut Wege zwischen Friedensbrücke und großer Kreuzung aus.