30/05/2026
Gastbeitrag: Die neoliberale Linke in Rheinsberg – Geschichtsklitterung als Nukleus
In Rheinsberg trägt die örtliche Linke, die von urbanen linksliberalen Akteure flankiert wird, gerne den Monstranz der neoliberalen Ideologie vor sich her, was in einer Veranstaltung am 30. Mai kumuliert. Es läuft sinngemäß darauf hinaus: Es gibt ein "wokes Hinterland". Schließlich sind solche Veranstaltungen nichts anderes als die Ausdehnung und Verfestigung der neoliberalen Ideologie im ruralen Raum.
Bereits in gewissen Anreden, welche wahlweise durch Asterisk, Colon oder Binnen-I's verunstaltet werden, drückt sich eine Verachtung gegenüber der Arbeiterklasse aus und damit eine generisch anti-soziale Politik. Der berechtigte Klassenkampf wird damit mehr zu einem reinen Klassenkampftheater degradiert, aber diese können Linken durch ihre offensichtlich gravierenden Mängel und der hedonistischen Ausrichtung ohnehin nicht ändern. Jede Lektüre zu Žižek, Losurdo und Sloterdijk würde ins Leere laufen und von „dialektisch-materialistischen Denken“ will man dort ebenfalls nichts hören – Dialektik löst ohnehin „Fragezeichen auf der Stirn“, so Brajer. Dies alles wird auch nicht benötigt, weil die Linke längst Teil der neoliberalen Hegemonie ist.
Jener Ideologie folgend, werden sämtliche historisch-organischen Bindungen zerstört und zusätzlich die Schleifung der wissenschaftlichen Annäherung an geschichtliche Ereignisse/Personen/Strukturen in ihrem jeweiligen Kontext von Raum und Zeit praktiziert. Man konstruiert sich dann lieber seine eigene Geschichte bzw. folgt der hegemonialen neoliberalen Ordnung und betreibt dabei nichts weiter als Geschichtsklitterung.
Denn diese linke Geschichtsklitterung presst Vergangenes in das hegemonial neoliberale Denkmuster, damit alles einer reinen hypermoralisch-ökonomischen Verwertungslogik unterworfen werden kann, um das Neue im inneren konstruierte Konsum-Subjekt, was mehr einem Objekt gleicht, eine Rechtfertigung erhält bzw. auf dem Absatzmarkt eine Verwertung findet – insbesondere das Prasseln des Geldregens der Pharmalobby hört man überall. Dass dies dabei kulturell ummantelt wird, verwundert dabei nicht im Geringsten, weil „die bürgerliche Kunst lenkt meist von sozialen Problemen ab“, so Baron, der schon 2016 über die Verachtung der Wein schlürfenden Lifestyl-Antifa gegenüber den Arbeitern schrieb.
Am Ende gehen linke Geschichtsklitterung und anti-soziale Politik stets Hand in Hand gegen ein solidarisches organisches "Wir" für ihr hedonistisches, also auf bloßen Konsum orientierten Ich-Individualismus, was sich gerade in solchen woken Veranstaltungen ausdrückt. Und natürlich bezahlt dies am Ende die Arbeiterklasse.
Übrigens "So What!" Prinz Heinrich war homosexuell, er war auch ein "fehlerloser Feldherr", der durch sein militärisches Geschick im Siebenjährigen Krieg dazu beitrug, dass Preußen eine Großmacht wurde. Alice Weidel ist auch homosexuell und sie ist Bundessprecherin der AfD und Fraktionsvorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. Diese sagte einmal: "Ich bin nicht q***r, sondern ich bin mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne." (ARD-Sommerinterview, 23) Soviel zu dem Thema.
Der dicke Mittelfinger an die Oberschicht, wie es zwei linke Künstlerinnen einmal poppig besungen hatten, kommt von rechts und jene Tatsache kann nicht übertüncht werden. Denn ein "wokes Hinterland", wo die hedonistisch-neoliberale Linke ihre Loyalität gegenüber grenzenlos agierenden Konzernen ausdrücken, die jede organische Identität planieren oder wahlweise restlos kommerzialisieren; die Arbeiter einer gravierenden Verelendung unterworfen und die Geschichtswissenschaft für die neoliberale Hegemonie zurechtgebogen wird, kann nicht akzeptiert werden, weil es eine zutiefst anti-soziale wie anti-europäische Politik ist. Eine Alternative ist offensichtlich, denn man kann den traditionellen Rahmen in die Moderne überführen, ohne den woken Firlefanz, und dabei unweigerlich dem Arbeiter Respekt entgegenbringen, mit dem Ziel nicht nur seine monetäre Situation zu verbessern, sondern auch indem er für solchen woken Müll zukünftig nie wieder was bezahlt.