21/05/2026
Buchgeheimnisse!
Exlibris
Ein Exlibris (von lateinisch ex »aus«, und libris »den Büchern«; engl.: Bookplate) ist ein in Bücher eingeklebter Zettel, der zur Kennzeichnung des Eigentümers dient und zu meist in den vorderen Innendeckel des Buches eingeklebt wird. Weitere Bezeichnungen sind Bucheignerzeichen, Bücherzeichen oder Buchmarke.
Vorläufer der gedruckten Exlibris waren handschriftliche Besitzvermerke, die schon in den frühmittelalterlichen Scriptorien der Klöster üblich waren. Mit der Erfindung des Buchdrucks wurden Bücher preiswerter und erreichten einen weiteren Käufer- und Leserkreis. Die daraus resultierende Blüte der Bibliotheken ließ den Wunsch aufkommen, den eigenen Buchbesitz zu kennzeichnen. In den Einbänden klebten nun Exlibris, kleine gedruckte grafische Kunstwerke auf Papierbögen (Gebrauchsgrafik); ausgeführt in verschiedenen Drucktechniken (z.B. als Holzschnitt, Kupferstich, Stahlstich oder Lithografie).
Erste Exlibris stammen aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Um die Wende zum 16. Jahrhundert wurden Exlibris unter anderem auch von bekannten Malern geschaffen (z.B. Dürer, Cranach d. Ä. und Holbein d. J.). Im Laufe der Jahrhunderte finden sich schwerpunktmäßig bestimmte Darstellungen: In der Renaissance wurden oftmals Wappen und Porträts genutzt, die mit Ornamenten und bildhaften Darstellungen versehen wurden. Auf Barock-Exlibris sind dagegen biblische Motive vorherrschend.
Wiederbelebt wurde die Exlibris-Kunst um 1880 unter anderem durch den Begründer der modernen Radierkunst Max Klinger. Das Exlibris erlebte um diese Zeit einen großen Aufschwung, was sich in einer enormen Themenvielfalt und in der Bildung von Sammlerkreisen zeigte. Besonders im Jugendstil erwachte das Exlibris zu neuer Blüte. Die »Deutsche Exlibris-Gesellschaft« wurde 1891 in Berlin unter dem Namen Exlibris-Verein zu Berlin gegründet.
Vor allem in den letzten beiden Jahrhunderten sind Exlibris Gegenstand eigenständiger Sammlungen und buchkünstlerischer Betätigung (Exlibris-Kunst) geworden.