01/04/2026
Nach jahrelanger Planung, unzähligen Überlegungen, Besprechungen, Gedankenspielen und vermutlich auch der einen oder anderen grauen Haarsträhne ist es nun endlich soweit:
Die Ersatzbeschaffung für das Feuerwehrfahrzeug des Löschbezirks Sitzerath hat ein Ende gefunden. Wie so oft zeigte sich dabei, dass Fortschritt nicht immer bedeutet, etwas Neueres zu nehmen. Manchmal ist der mutigste Schritt eben der zurück.
Aufgrund der durchweg guten Erfahrungen mit bewährter, in Würde gealterter Technik fiel die Entscheidung auf eine besonders originelle Lösung: Das aktuelle Fahrzeug wird nicht etwa durch moderne Hightech ersetzt, sondern durch seinen eigenen Vorgänger — einen Opel Blitz. Das historische Schmuckstück konnte nach intensiver Suche mit Hilfe eines Ahnenforschers und einer Detektei tatsächlich wieder aufgespürt werden. Insider sprechen bereits von der erfolgreichsten Rückholaktion seit Erfindung des Blaulichts.
Der Zustand des Fahrzeugs soll nach ersten Einschätzungen „überraschend solide“ sein. Lediglich kleinere Anpassungen sind noch erforderlich, um den Wagen fit für die heutigen Anforderungen zu machen. Da moderne Einbauten in ein Fahrzeug dieses Kalibers allerdings nicht von der Stange möglich sind, konnte glücklicherweise ein im Ruhestand befindlicher Radio- und Fernsehtechniker gewonnen werden. Er wird sich nun mit ruhiger Hand, einem Lötkolben und vermutlich einer Leselupe darum kümmern, die aktuelle Technik fachgerecht in das neue alte Fahrzeug einzubauen.
In einem ersten Interview zeigte sich Löschbezirksführer Stefan Schmitt sichtlich erleichtert:
„Ich bin froh, dass das Thema jetzt endlich ein Ende hat. Natürlich dauert es noch etwas, bis die aktuelle Technik in dem Fahrzeug verbaut ist, aber wir sind guter Dinge. Dass wir dafür einen erfahrenen Radio- und Fernsehtechniker gewinnen konnten, ist für uns ein echter Glücksfall. Und ganz ehrlich: An alter Technik kann auch nicht allzu viel kaputtgehen. Das gibt einem einfach ein gutes Gefühl.“
Schmitt blickt deshalb optimistisch in die Zukunft:
„Ich freue mich darauf, noch viele Jahre mit dem neuen alten Fahrzeug für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Und wenn mal etwas sein sollte, braucht man vermutlich keinen Laptop, sondern eher einen Schraubenschlüssel und vielleicht einen beherzten Klaps an der richtigen Stelle.“
Im Löschbezirk selbst ist die Vorfreude bereits groß. Man darf gespannt sein, wann der Opel Blitz offiziell in Dienst gestellt wird — vermutlich mit großem Bahnhof, zünftiger Marschmusik und der feierlichen Übergabe eines Ersatzteillagers, das hauptsächlich aus Hoffnung, Draht und gesundem Menschenverstand besteht.