28/07/2026
Same procedure as every Kommunalwahl: Mit Fassungslosigkeit haben wir am vergangenen Wochenende wieder feststellen dürfen, dass Straftaten offensichtlich für Lappalien gehalten werden. Auch eines unserer Wahlbanner wurde mutwillig beschädigt. Den darauf abgebildeten Kandidaten wurden Hitlerbärte aufgemalt und AfD-Aufkleber auf die Stirn geklebt.
Wer so handelt, greift nicht nur ein Wahlplakat an. Er greift junge Menschen an, die bereit sind, Verantwortung für ihre Heimat zu übernehmen. Junge Menschen, die ihre Freizeit investieren, sich in ihrer Stadt engagieren und sich demokratisch zur Wahl stellen, weil sie Nordhorn mitgestalten wollen.
Besonders bedrückend ist, dass sich diese Vorfälle wiederholen. Bereits vor fünf Jahren wurden Wahlplakate der Jungen Union Ziel von Vandalismus. Die Kandidaten sind immer andere, die Intention der Täter offenbar gleich. Dass wir heute erneut über solche Angriffe sprechen müssen, ist ein Armutszeugnis für unsere politische Kultur.
Demokratie lebt vom Streit um die besten Ideen. Sie lebt von unterschiedlichen Meinungen, von kontroversen Debatten und von der Bereitschaft, einander zuzuhören. Was sie nicht braucht, sind Einschüchterung, Sachbeschädigung und persönliche Diffamierung. Wer glaubt, politische Auseinandersetzungen mit Farbe, Aufklebern oder Beschädigungen führen zu können, hat den Kern unserer Demokratie nicht verstanden.
Gerade junge Menschen dafür anzugreifen, dass sie sich politisch engagieren, sendet ein fatales Signal. Wir wünschen uns doch alle, dass sich mehr Menschen einbringen, Verantwortung übernehmen und sich für ihre Stadt einsetzen. Wer dieses Engagement mit Vandalismus beantwortet, trägt dazu bei, dass sich Menschen aus der Politik zurückziehen. Das darf nicht unser Anspruch sein.
Am Ende geht es bei dieser Wahl nicht um beschädigte Banner. Es geht um die Zukunft unserer Stadt Nordhorn. Es geht um die Frage, wie Nordhorn in den kommenden Jahren aussehen soll, welche Ideen umgesetzt werden und welche Verantwortung wir gemeinsam übernehmen. Es geht darum, dass Ehrenamt weiterhin mit Freude in unserer Stadt ausgeübt wird. Darüber sollten wir mit Argumenten diskutieren, leidenschaftlich, kritisch und gerne auch kontrovers. Aber immer mit Respekt voreinander und dem Respekt vor gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement.
Wir lassen uns von solchen Aktionen nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Sie bestärken uns darin, unseren Weg weiterzugehen. Wir stehen für eine Stadt, die die besten Jahre noch vor sich hat und denken dabei alle Themen ab: von A wie attraktive Innenstadt bis Z wie Zug. Wir werden uns auch künftig mit voller Überzeugung für Nordhorn engagieren, sachlich, demokratisch und mit dem festen Glauben daran, dass gute Argumente stärker sind als jede Form von Vandalismus und Beleidigungen. Natürlich ist dieser Vorfall zur Anzeige gebracht worden und etwaige weitere werden das ebenso.