Stadtarchiv Nürnberg

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Mit dem heutigen Foto wenden wir an uns an alle, die uns auf Instagram und Facebook folgen und sich mit Details auskenne...
05/06/2026

Mit dem heutigen Foto wenden wir an uns an alle, die uns auf Instagram und Facebook folgen und sich mit Details auskennen.

Immer wieder tauchen in unseren Fotosammlungen Bilder auf, die nicht datiert sind. Manchmal können wir aufgrund von abgebildeten Bauten, Personen oder der verwendeten fotografischen Technik zumindest eine ungefähre Datierung vornehmen. Bei manchen Bildern muss dies allerdings offenbleiben, da dazu Spezialwissen benötigt wird, über das wir nicht unbedingt verfügen. Auch sind aufwändige Recherchen eine Frage der Zeit und unsere Fotosammlungen umfassen gut über eine Million Bilder von der Frühzeit des Mediums bis zur Gegenwart. Vor allem die über 20.000 Kleinbilddias, die 1994 mit dem Bild- und Denkmalarchiv des Hochbauamts an das Stadtarchiv kamen, weisen fehlende Datierungen auf, da etliche davon immer wieder umgerahmt wurden.

Das vorliegende Bild ist so ein Fall. Zu sehen ist das ehemalige Hertie-Verwaltungsgebäude am Hallplatz. Das Bürogebäude gehörte zum Nürnberger Kaufhaus "Hertie" in der Pfannenschmiedsgasse, das 1956 eröffnet und 1997 geschlossen wurde. Das Kaufhaus mit dem Verwaltungsgebäude wurde von dem bekannten Münchner Architekten Sep Ruf entworfen.

Das farbige Kleinbilddia weist am Rahmen nur einen ungefähren Entstehungszeitrahmen, nämlich um 1960, auf. Vielleicht kann jemand aufgrund der Autos den Zeitpunkt eingrenzen. Für Anregungen und Hinweise von euch sind wir dankbar.

Hertie Verwaltungsgebäude am Hallplatz, Foto Hochbauamt, um 1960 (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. I-29-4-1)

Heute ist der Tag des Fahrrads – Grund genug einen Blick auf Nürnbergs Vergangenheit als Fahrradhochburg zu werfen!Dass ...
03/06/2026

Heute ist der Tag des Fahrrads – Grund genug einen Blick auf Nürnbergs Vergangenheit als Fahrradhochburg zu werfen!

Dass Nürnberg einst zu den bedeutendsten Zentren der Fahrradproduktion in Deutschland gehörte, ist heute nur noch wenigen bewusst. Um 1900 stammte rund ein Viertel aller im Deutschen Reich produzierten Fahrräder aus Nürnberger Fabriken. Namen wie Hercules, Victoria, Mars oder Triumph prägten den Ruf der Stadt weit über Franken hinaus.
Mit dem technischen Wandel vom Hochrad zum sicheren und erschwinglichen Niederrad wurde das Fahrrad zum Verkehrsmittel für breite Bevölkerungsschichten. Arbeiter und Angestellte, Männer und Frauen – sie alle nutzten das Rad zunehmend im Alltag, für Ausflüge oder als Sportgerät. Parallel dazu entstanden zahlreiche Radfahrervereine, die das gesellschaftliche Leben der Zeit mitprägten.

Historische Fotografien und Postkarten aus dem Bildarchiv zeigen eindrucksvoll, wie selbstverständlich das Fahrrad bereits vor über hundert Jahren zum Nürnberger Stadtbild gehörte: festlich gekleidete Vereinsmitglieder mit geschmückten Rädern, Radwanderer auf Touren durch die Region oder Zuschauer an den berühmten Radrennen am Reichelsdorfer Keller. Die Bilder erzählen nicht nur von Technik- und Industriegeschichte, sondern auch von Freizeit, Mobilität und Gemeinschaft.

Deutlich wird dabei: Das Fahrrad prägte Nürnberg nicht nur wirtschaftlich, sondern auch das Stadtleben und die Alltagskultur. Vieles davon wirkt erstaunlich vertraut – denn auch heute steht das Fahrrad für flexible, individuelle und nachhaltige Mobilität.

Abbildungen: „Zaungäste“ am Reichelsdorfer Keller. Foto Lala Aufsberg, 1936 (StadtAN A 62 Nr. LA-08154 [Altsignatur]); Straßenszene in der Wunderburggasse mit Radfahrern. Foto Lala Aufsberg, 14.4.1933 (StadtAN A 62 Nr. 109), Reklamekarte der Mars-Werke AG, 1911 (Stadtarchiv Nürnberg A 34 Nr. 3842), Postkarte zur Erinnerung an das Stiftungsfest des Radfahrer Vereins Triumph 1899 (Stadtarchiv Nürnberg A 34 Nr. 4222)

Franz Reichel wurde am 30. Mai 1901 in Nürnberg geboren. Nach seiner Maurerlehre besuchte er die Kunstgewerbeschule sowi...
30/05/2026

Franz Reichel wurde am 30. Mai 1901 in Nürnberg geboren. Nach seiner Maurerlehre besuchte er die Kunstgewerbeschule sowie die Bauschule. Ab 1929 war er als Architekt bei der Stadt Nürnberg tätig und wirkte unter anderem am Bau der Frauenklinik mit. Seit 1932 arbeitete er als freischaffender Architekt.

Gemeinsam mit Friedrich Seegy plante er 1949 die Mustersiedlung für die Deutsche Bauausstellung in Nürnberg. In den 1950er Jahren übernahm Reichel die Planung der ECA-Siedlung in Langwasser sowie die Gestaltung der Fassade des Kaufhofs. Nach dem Gewinn des städtebaulichen Wettbewerbs war er außerdem für den Gesamtbebauungsplan der Trabantenstadt Langwasser verantwortlich. Ebenfalls nach seinen Plänen entstand 1961 die Paul-Gerhardt-Kirche.

Das Architekturbüro Franz Reichels konzentrierte sich vor allem auf den Wohnungsbau und realisierte mehr als 3.500 Wohnungen. Darüber hinaus war Reichel langjähriger Vorsitzender des Baukunstbeirats und wurde 1955 mit dem Kulturpreis ausgezeichnet.

Franz Reichel starb im Jahr 1965. In Langwasser erinnert heute der Franz-Reichel-Ring an den bedeutenden Nürnberger Architekten.

Abbildungen: Porträt Franz Reichel zu seinem 60. Geburtstag am 30.05.1961 (Stadtarchiv Nürnberg A 56 Nr. F3-360); Paul-Gerhardt-Kirche in Langwasser ca. 1975 (Stadtarchiv Nürnberg A 40 Nr. L-1925-9)

Am 27. Mai 1676 wurde Maria Clara Eimmart in Nürnberg geboren. Die Tochter des Astronomen und Mathematikers Georg Christ...
27/05/2026

Am 27. Mai 1676 wurde Maria Clara Eimmart in Nürnberg geboren. Die Tochter des Astronomen und Mathematikers Georg Christoph Eimmart erhielt bei ihrem Vater eine umfassende Ausbildung im Malen, Zeichnen und Radieren sowie in Mathematik, Geometrie und Astronomie. Schon früh arbeitete sie an den astronomischen Beobachtungen ihres Vaters mit. Zwischen 1693 und 1698 fertigte sie auf der Nürnberger Sternwarte rund 250 Zeichnungen teleskopisch beobachteter Mondphasen an, die als Grundlage für eine verbesserte Mondkarte dienten. Zudem beschäftigte sie sich mit der Beobachtung von Sonnenflecken und dokumentierte 1706 eine Sonnenfinsternis.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit war Maria Clara Eimmart auch künstlerisch tätig. Sie zeichnete Blumen, Vögel und Porträts und schuf Radierungen von Frauengestalten der Antike. 1706 heiratete sie den Mathematiker und Astronomen Johann Heinrich Müller. Bereits ein Jahr später starb sie im Alter von nur 31 Jahren kurz nach der Geburt ihres Sohnes im Wochenbett. Sie wurde auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg bestattet.

Abbildung: Ansicht des von Georg Christoph Eimmart auf der Vestnertorbastei eingerichteten Observatoriums, Stich von Johann Adam Delsenbach, 1716 (StadtAN E 21 Nr. 298 / 36)

Am 7. Mai startete in den deutschen Kinos „Nürnberg“. Vor dem Hintergrund der Nürnberger Prozesse beleuchtet der Spielfi...
26/05/2026

Am 7. Mai startete in den deutschen Kinos „Nürnberg“. Vor dem Hintergrund der Nürnberger Prozesse beleuchtet der Spielfilm von Regisseur James Vanderbill den Einsatz des Gefängnispsychiaters Douglas Kelley (Rami Malek), der die Angeklagten psychologisch einschätzen soll. Im Mittelpunkt steht dabei seine Beziehung zu Hermann Göring (Russell Crowe), dem „zweiten Mann“ des NS-Staats. Nun sind wir freilich keine Filmkritiker, nehmen die Veröffentlichung des Films aber als Anlass, euch einen Einblick in die originale Überlieferung zu diesem Ereignis zu geben.

Im Stadtarchiv findet ihr vor allem bildliche Überlieferung. Zu nennen sind hier insbesondere knapp 3.000 Aufnahmen des Fotografen Ray D’Addario – er ist zwar nicht DER Fotograf der Nürnberger Prozesse, da ein ganzes Team für diese Aufgabe zuständig war, zumindest aber der bekannteste. Abgeordnet von der US-Army begleitete er den kompletten Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher und auch die Nachfolgeprozesse. Der Bestand umfasst auch Aufnahmen des zerstörten Nürnbergs sowie der wiederaufgebauten Stadt aus den 1970er Jahren, durch deren Gegenüberstellung und Veröffentlichung als Bildband er sich einen Namen machte.

Bedeutende Unterlagen verwahrt auch das Staatsarchiv Nürnberg. Hier finden sich die Prozessakten in verschiedenen Sprachen, mit Anklageschriften, Aussagen von Zeugen und Angeklagten und vielem mehr. Einfachen Zugang zu den kompletten Protokollen und dem Urteil bietet außerdem ein Druckwerk, das die Alliierten bereits kurz nach dem Prozess in 42 Bänden als sog. Blaue Reihe veröffentlichten.

Nicht unerwähnt sei außerdem das Memorium Nürnberger Prozesse. Am Originalschauplatz des Saal 600 im Justizpalast kann hier Geschichte vor Ort erlebt werden. Neben einer Dauerausstellung und dem Saal an sich bietet das Memorium seit einigen Jahren auch eine Medieninstallation, die den Ort neu in Szene setzt.

Abb.: Hermann Göring im Gespräch mit seinem Anwalt Otto Stahmer (StadtAN A 65/I Nr. RA-331); Blick auf die Anklagebank (StadtAN A 65/I Nr. RA-22)

Vor 500 Jahren hatte Nürnberg eine ziemlich moderne Idee: Bildung stärkt eine Stadt mehr als Mauern und Waffen.Am 23. Ma...
23/05/2026

Vor 500 Jahren hatte Nürnberg eine ziemlich moderne Idee: Bildung stärkt eine Stadt mehr als Mauern und Waffen.
Am 23. Mai 1526 eröffnete hier das erste städtische Gymnasium, die „Obere Schule“ im gerade erst von den Mönchen geräumten Egidienkloster 🏫– kostenlos für alle Bürgerssöhne (Höhere Mädchenbildung ließ leider noch 300 Jahre auf sich warten) und im Geist des Humanismus.
Mathematik, aber auch die drei klassischen, biblischen Sprachen Hebräisch, Altgriechisch und Latein waren hier zu lernen, um anschließend eine Universität besuchen zu können.
Der Reformator und Humanist Philipp Melanchthon lieferte damals die maßgeblichen Impulse für Schule, Lehrplan und Lehrpersonal. Zur Eröffnung sagte er:

„Für die Städte sind keine Bollwerke oder Mauern zuverlässigere Schutzwälle als Bürger, die sich durch Bildung, Klugheit und andere gute Eigenschaften auszeichnen.“
Wir finden: 500 Jahre später klingt das immer noch erstaunlich aktuell.

Heute kann man in Nürnberg immer noch das Melanchthon-Gymnasium besuchen, eine Schule mit 500jähriger Tradition. Seit 1911 ist sie nicht mehr am Egidienplatz, sondern in der Sulzbacher Straße zu finden.
Wir sagen:
Ad multos annos! εὖ πράττοιτε! כל הכבוד !

Abb.: Philipp Melanchthons Porträt, Stich von Albrecht Dürer, 1526, Replik an Pinnwand, 1958 (Stadtarchiv Nürnberg A 39/III Nr. A39-III-Fi-A-528)

Zum heutigen Weltbienentag werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Nürnberger Zeidelwesens. 🐝Die Wälder rund um di...
20/05/2026

Zum heutigen Weltbienentag werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Nürnberger Zeidelwesens. 🐝

Die Wälder rund um die Stadt galten im Mittelalter als „Bienengarten des Heiligen Römischen Reichs“. Die Wildbienenschwärme der Reichswälder standen schon früh unter besonderem kaiserlichem Schutz. Dass die Bienenhaltung streng geregelt und einer spezialisierten Berufsgruppe übertragen wurde, zeigt, dass man sich früh um einen bewussten und geordneten Umgang mit den Bienenbeständen bemühte.

Die sogenannten Zeidler kümmerten sich im Auftrag des Kaisers um die Bienen. Sie lebten auf speziellen Gütern, vor allem im Lorenzer Reichswald, wo mit der Zeit ganze Zeideldörfer entstanden. Im Jahr 1350 verlieh Kaiser Karl IV. den Zeidlern weitreichende Privilegien, darunter die Nutzung des Waldes, Zollfreiheit und sogar ein eigenes Zeidelgericht in Feucht. Mit diesen Rechten gingen jedoch auch Pflichten einher: So mussten die Zeidler Kriegsdienst leisten und eine Abgabe in Form von „Honiggeld“ entrichten.

Foto: Hof mit Bienenstock eines Zeidelbauers in Brunn, 1912, Friedrich August Nagel (StadtAN A 46 Nr. 943)

Heute erinnern wir an eine große Fotografin: Lala Aufsberg, geboren 1907 in Sonthofen, starb heute vor 50 Jahren. Wenige...
18/05/2026

Heute erinnern wir an eine große Fotografin: Lala Aufsberg, geboren 1907 in Sonthofen, starb heute vor 50 Jahren. Wenige Jahre zuvor war die Kunstfotografin mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden – die Wurzeln ihrer weltweit beachteten Karriere lagen indes in Nürnberg: Nach einer Ausbildung zur Fotofachverkäuferin übersiedelt sie 1926 in die Noris und tritt bei Foto Seitz eine Stelle an. Mit der erfolgreichen Teilnahme an zahlreichen Foto-Wettbewerben macht sie auf sich aufmerksam, bildet sich immer weiter – und wechselt 1931 schließlich zu Photo Porst. Die ambitionierte Hobby-Fotografin entwickelt bald eine unverwechselbare Bildsprache – und porträtiert so die Stadt in oftmals ungewöhnlichen, anrührenden Bildern. 1938 schließt sie eine Fotografen-Ausbildung in Weimar ab, und gründet ihr Atelier in Sonthofen. Über ihre Tätigkeit während des Krieges ist nur sehr wenig bekannt. Ab 1945 kommt Lala Aufsberg immer wieder zurück nach Nürnberg: Einige der eindrücklichsten Fotografien der zerstörten Noris verdanken wir ihr. Auch den Wiederaufbau dokumentiert sie, und bleibt der Stadt bis zu ihrem Tod verbunden.

Abbildungen: StadtAN, A 62_59 (Selbstporträt Lala Aufsberg mit Kamera (ca. 1930)), A 62 Nr. 104 (Kirchgänger im Morgenlicht (1932)), A 62 Nr. 113 (Tugendbrunnen von oben (1933)), A 62-57359_1_1 (Blick auf die zerstörte Fleischbrücke (1945)), A 62-49044 (zerstörter Henkersteg, dahinter wiederaufgebaute Gebäude an der Maxbrücke (1952))

Die Fürther Straße zählt heute zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen Nürnberg und Fürth – ihre Entstehung war jedoc...
13/05/2026

Die Fürther Straße zählt heute zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen Nürnberg und Fürth – ihre Entstehung war jedoch vor allem politisch motiviert.

Angelegt wurde die gerade Chaussee im Jahr 1801 auf Initiative des preußischen Ministers Karl August von Hardenberg. Preußen, das damals das Nürnberger Umland kontrollierte, wollte damit die wirtschaftliche Stellung der Reichsstadt Nürnberg schwächen und zugleich Fürth stärken. Die neue Straße führte direkt vom Plärrer Richtung Fürth und entzog Nürnberg wichtige Zoll- und Geleitseinnahmen der bisherigen Handelswege über St. Johannis und Schniegling.
Schon im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Straße zur zentralen Verbindung für Handel, Personenverkehr und Industrie. Einen entscheidenden Impuls brachte 1835 die parallel verlaufende Ludwigseisenbahn, die erste deutsche Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth. Mit ihr begann ein neues Zeitalter der Mobilität in Deutschland.

Auch der öffentliche Nahverkehr prägte die Fürther Straße früh: Bereits ab 1881 verkehrte hier die Pferdebahn, wenig später wurde die Strecke elektrifiziert und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Straßenbahnlinien Nürnbergs. Entlang der Straße entstanden Wohnhäuser, Geschäfte und Fabriken – stets eng verbunden mit den wachsenden Verkehrsströmen zwischen den beiden Nachbarstädten.
Im 20. Jahrhundert wandelte sich die Verkehrslandschaft erneut. Der Bau des Frankenschnellwegs und später der U-Bahn nach Fürth veränderten die Bedeutung der Fürther Straße grundlegend. Während der Durchgangsverkehr abnahm, blieb sie ein prägender Verkehrsraum des Nürnberger Westens – bis heute sichtbar in Straßenbahnlinien, U-Bahn-Zugängen und den historischen Straßenzügen.

Abbildungen: Fürther Straße 1929 (Stadtarchiv Nürnberg A 38 Nr. E 103-4 und 5), Straßenbahn auf der Hochbahnstrecke 1980 (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. V-29-3-2), U-Bahnhof Stadtgrenze 1982 (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. V-29-3-6), Luftbild Fürther Straße 2012 (Julia Kraus/Stadtarchiv Nürnberg A 96 Nr. 2169

Farbdias werden bis heute gerne der Hobbyfotografie zugeordnet. Mit ihnen verband man vor allem gemütliche Abende, an de...
11/05/2026

Farbdias werden bis heute gerne der Hobbyfotografie zugeordnet. Mit ihnen verband man vor allem gemütliche Abende, an denen sich Familie und Freunde vor Leinwand und Projektor im Wohnzimmer einfanden, um gemeinsam die mit der Kamera festgehaltenen Eindrücke von Urlaubsreisen oder Feiern anzusehen. Als Mitte der 1930-er Jahre nahezu zeitgleich die US-amerikanische Firma Kodak und das deutsche Unternehmen Agfa die ersten massentauglichen Farbdiafilme auf den Markt brachten, fanden die erschwinglichen Farbbilder vor allem unter den Amateuren weite Verbreitung. Erst nach dem Krieg kamen Farbdias auch im Profibereich vermehrt zum Einsatz. Das Ende des Mediums kam mit der digitalen Fotografie.

Aus privaten Nachlässen stammende Dias gehören daher zu den recht häufigen Abgaben, die das Archiv erhält und der private Charakter der Aufnahmen kann durchaus einen besonderen Blick auf die Stadt eröffnen. Eine im Sinne eines Denkmalarchivs angelegte Diasammlung besitzt das Stadtarchiv Nürnberg mit dem Bestand „A 55“, der 1993 von der damals aufgelösten Bildstelle des Hochbauamts übernommen wurde. Ab den 1950-er Jahren wurden Diafilme von den städtischen Fotografen gezielt genutzt: Aufgenommen wurden vor allem die baulichen Veränderungen im Stadtraum und ab den späten 1960-er Jahren hielt man auch vermehrt städtische Großveranstaltungen fest, wie das Albrecht-Dürer-Jahr 1971. Mit den Farbdias sollte die verstärkte Nachfrage von Medien und Werbung nach Vorlagen bedient werden; daneben wurden sie für städtische Vorträge herangezogen.

Die kleinen gerahmten Bildchen sind für das Stadtarchiv ein besonderer Fotoschatz, der durch seine Farbigkeit nicht allein Stadtbild und Stadtgeschichte Nürnbergs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebendig werden lässt, sondern auch ein Stück Fotogeschichte vermittelt.

Fotos Hochbauamt, März 1960, September 1960, 1961, September 197 und 1993 (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. I-35-15-7, Nr. III-28-7-8, Nr. I-10-5-2, Nr. I-18-8-9 und Nr. II-49-12-3)

Adresse

Marientorgraben 8
Nuremberg
90402

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Montag 08:30 - 15:30
Dienstag 08:30 - 15:30
Mittwoch 08:30 - 15:30
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