25/06/2026
Viele Menschen haben aktuell das Gefühl, dass in der Politik die Prioritäten falsch gesetzt werden. Während auf Bundesebene Milliarden für Aufrüstung fließen, wird vor Ort der Rotstift angesetzt. Diese Prioritätensetzung steht sinnbildlich für eine politische Entwicklung, deren Folgen auch auf kommunaler Ebene immer deutlicher sichtbar werden.
Besonders drastisch zeigt sich das an einem bitteren Beschluss: Die Stadt Nürnberg schließt die letzten beiden Schülertreffs – in der Amberger Straße und am Annapark – bereits zum Ende dieses Schuljahres komplett. Das ist eine gesellschaftlich wie pädagogisch fatale Fehlentscheidung. Diese Einrichtungen leisten unverzichtbare und für alle Familien frei zugängliche Arbeit in der Kinder- und Jugendförderung. Sie sind kein Luxus, sondern sichern soziale Teilhabe, bieten qualifizierte sozialpädagogische Begleitung und fangen Bildungsbenachteiligung dort auf, wo das Regelschulsystem an seine Grenzen stößt. Wer hier den Rotstift ansetzt, entzieht jungen Menschen wichtige Entwicklungsräume und spart an der Zukunft der gesamten Gesellschaft.
Die Stadt begründet diesen Schritt mit dem massiven Druck zur Haushaltskonsolidierung und verweist auf das von der Kommunalpolitik beschlossene 30-Millionen-Euro-Sparpaket, das auch das Referat für Jugend, Familie und Soziales hart trifft. Zudem wird argumentiert, dass der gesetzlich verankerte Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung die klassischen Schülertreffs schrittweise ersetzen könne. Doch dieses Argument greift zu kurz: Die Schließung der Schülertreffs ist das Ergebnis einer verfehlten Sparpolitik, bei der ausgerechnet bei Kindern und Jugendlichen gekürzt wird. Ein standardisierter schulischer Ganztag kann die intensive, persönliche Unterstützung und das Vertrauensverhältnis dieser gewachsenen Angebote niemals gleichwertig ersetzen. Wer Sozialarbeit abbaut, um kurzfristige Haushaltslöcher zu stopfen, verlagert die Kosten lediglich in die Zukunft. Die Folgen solcher Entscheidungen werden später an anderer Stelle sichtbar: durch geringere Bildungschancen, weniger gesellschaftliche Teilhabe und einen steigenden Bedarf an sozialer Unterstützung.
Das BSW Mittelfranken solidarisiert sich deshalb ausdrücklich mit der Initiative „Schülertreffs bleiben!“. Wir unterstützen ihre Forderungen voll und ganz: Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich dürfen nicht auf dem Rücken unserer Kinder und Jugendlichen ausgetragen werden!
Dieser harte Sparkurs muss beendet werden. Es muss endlich wieder nachhaltig in frühkindliche und außerschulische Bildung, Prävention und soziale Infrastruktur investiert werden, statt bewährte Strukturen zu zerschlagen. Gleichzeitig braucht es auf Bundesebene eine Außenpolitik, die konsequent auf Diplomatie setzt, anstatt immer höhere Militärausgaben als alternativlos darzustellen.
Die Schließung der Schülertreffs zeigt einmal mehr, dass die Kommunen finanziell unter Druck stehen. Städte und Gemeinden brauchen endlich eine verlässliche und ausreichende Finanzierung, damit wichtige Bildungs- und Sozialangebote nicht Sparzwängen zum Opfer fallen.
Gefordert ist eine Politik, die die Menschen und ihre Lebensrealität in den Mittelpunkt stellt – sozial gerecht, friedensorientiert und vernünftig. Genau dafür macht sich das BSW Mittelfranken stark.
--> Schaut auch direkt bei der Initiative vorbei:
https://www.instagram.com/schuelertreffs_bleiben
Hinweis: Das Bild wurde mithilfe von KI erstellt.