11/03/2026
Otto Kraus wurde am 16. Dezember 1908 in Nürnberg geboren. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre als Dreher. Bis 1929 war er in der Armaturen- und Maschinenfabrik Hilpert in Nürnberg beschäftigt und trat im selben Jahr der SPD bei. 1931 gehörte er zu den Mitbegründern der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD).
Aufgrund seines Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime wurde Otto Kraus 1935 verhaftet und verbrachte zwei Jahre in sogenannter „Schutzhaft“ im Konzentrationslager Dachau. Nach seiner Entlassung kehrte er in seinen früheren Betrieb zurück und heiratete 1942.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus beteiligte sich Kraus maßgeblich am Wiederaufbau der Gewerkschaften. 1946 wurde er zum Betriebsrat gewählt. Ein Jahr später übernahm er das Amt des 1. Bevollmächtigten und Geschäftsführers der IG Metall, Verwaltungsstelle Nürnberg. Diese Funktion übte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1973 aus.
Darüber hinaus engagierte sich Otto Kraus in verschiedenen öffentlichen Gremien, unter anderem im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks sowie im Bayerischen Senat. Für sein Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen wie 1968 den Bayerischen Verdienstorden oder 1974 die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg und die Bayerische Staatsmedaille für besondere soziale Verdienste.
Otto Kraus starb am 11. März 2001 in Ludwigshafen. Zu seinem Gedenken wurde im Jahr 2002 die Otto-Kraus-Straße in Nürnberg nach ihm benannt.
Abb.: schwarz-weiß Portrait von Otto Kraus, Datum unbekannt (Stadtarchiv Nürnberg A 56 Nr. F3-288)