30/10/2011
Die Geschichte der Ottinger Feuerwehr.
Die freiwilligen und etwaigen Pflicht- Feuerwehren der Gemeinden Otting und Freimann
(Aus einer Dankschrift von A. Seehuber sen., verfasst im Jahre 1986)
In Bayern gibt es erst seit 125 bis 146 Jahren die streng organisierte Form der Feuerwehr, wie wir sie heute kennen. Organisierten Feuerschutz gab es aber auch schon vor der Gründung unserer Feuerwehren. Wir wissen aus alten Verfügungen der Landesherren in München und Salzburg, dass man die Verhütung und Bekämpfung von Bränden sehr ernst nahm.
Als vorbeugende Maßnahme wird immer wieder die Feuerbeschau genannt. Um die Zahl der Brände zu vermindern, wurden die Untertanen ermahnt und verpflichtet, Vorsichtsmaßregeln zu beachten. In Verordnungen wurden alle jungen Männer zur Hilfeleistung verpflichtet. Es waren schon vor 500 Jahren Sonderaufgaben verordnet, wie z.B. wer für das Läuten der Feuerglocken verantwortlich, und wer mit Verbandszeug auszustatten war.
Bei der Gründung 1875 hatten die beiden Gemeinden Otting und Freimann eine gemeinsame Feuerwehr. Diese gemeinsame Einrichtung ist darauf zurückzuführen, dass in alten Protokollen von der Anschaffung und dem Unterhalt der Feuerwehrmaschinen berichtet wird und man daher von einem Zusammenschluss aus Kostengründen ausgehen kann.
Um 1890 löste sich die gemeinsame Feuerwehr Otting und Freimann auf, wobei Vermerke über die Trennungsgründe nicht schriftlich festgehalten wurden. Es gibt jedoch einige belegte Tatsachen, die auf ein nicht gerade freundliches Verhältnis zwischen den beiden Gemeinden schließen lassen.
Während der beiden Weltkriege dürften schon gelegentlich personelle Schwierigkeiten aufgetreten sein. Aus der Kriegszeit von 1939/45 ist bekannt, dass Frauen und Mädchen den Feuerwehrdienst geleistet haben.
Ein Höhepunkt in der Feuerwehrgeschichte von Otting und Freimann war ohne Zweifel das 100- jährige Gründungsfest vom 14. bis 17. August 1975. Infolge des plötzlichen Todes des Kommandanten Georg Stöger hatte man die Durchführung des Festes jäh in Frage gestellt.
Um die Feuerwehr auf eine breitere Basis zu stellen, wurde ein 1. und 2. Vorstand gewählt:
1. Vorstand: Andreas Seehuber
2. Vorstand: Heinrich Thaler
1. Kommandant: Simon Helminger
Schriftführer: Konrad Schreckenbauer
Der wichtigste und festlichste Teil des Feuerwehrfestes war der Festgottesdienst am Sonntag, den 17. August 1975, welchen der Pfarrer und Geistliche Rat, Johann Jäger, abhielt. In seiner Predigt würdigte dieser die Arbeit der Feuerwehr und betonte die Nächstenliebe, die sich im Wirken der Feuerwehr widerspiegelt.
In den frühen 80er Jahren hat der Bayerische Landtag ein neues Feuerwehrgesetz mit dem Ziel verabschiedet, die bewährte Ehrenamtlichkeit und Freiwilligkeit zu stärken, sowie den Fortbestand der Ortsfeuerwehren und Feuerwehrvereine nach der Gemeindegebietsreform zu sichern. Rechtlich hat sich durch das neue Gesetz eine noch stärkere Festlegung der FFW als öffentliche Einrichtung der Gemeinde und eine verbesserte soziale Absicherung für die Feuerwehrleute ergeben. Getreu dem Leitspruch:
“Gott zur Ehr- dem Nächsten zur Wehr ”