13/08/2026
Am 05.08. haben Mitglieder unserer Kreistags- und Stadtratsfraktion die Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne und den benachbarten Ehrenfriedhof in Schloß Holte-Stukenbrock besucht.
Durch die Gedenkstätte führte uns Dr. Burkhard Poste. Er zeigte uns die erhaltenen Gebäude und das Gelände und vermittelte Hintergründe zur Geschichte des Lagers, zu den dort festgehaltenen Menschen und zur heutigen Erinnerungsarbeit.
Das Stalag 326 wurde 1941 von der Wehrmacht eingerichtet und war eines der größten Kriegsgefangenenlager für sowjetische Soldaten im Deutschen Reich. Mehr als 300.000 sowjetische Kriegsgefangene durchliefen das Lager. Von hier aus wurden viele auf Arbeitskommandos verteilt und mussten unter anderem in Industrie, Bergbau, Landwirtschaft und Handwerk Zwangsarbeit leisten.
Die Bedingungen waren insbesondere für die sowjetischen Gefangenen katastrophal: Hunger, Krankheiten, fehlende medizinische Versorgung, schlechte hygienische Bedingungen und Gewalt gehörten zum Alltag. Die nationalsozialistische Rassenideologie führte dazu, dass sie bewusst deutlich schlechter behandelt wurden als Gefangene aus vielen anderen Ländern.
Besonders bedrückend war der anschließende Besuch des Ehrenfriedhofs sowjetischer Kriegstoter. Bereits kurz nach der Errichtung des Lagers mussten dort die ersten Verstorbenen beigesetzt werden. Auf dem Gelände befinden sich bis heute zahlreiche lange Massengräberreihen. Sie machen sichtbar, was reine Zahlen kaum vermitteln können: wie viele Menschen die Haftbedingungen nicht überlebten.
Der Besuch hat noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig solche Orte für unsere Gesellschaft sind. Erinnerungskultur bedeutet nicht nur, zurückzublicken, sondern auch zu verstehen, wohin Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus und die systematische Entrechtung von Menschen führen können.
Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeug:innen selbst berichten können, ist es umso wichtiger, Orte wie das Stalag 326 zu erhalten, weiter zu erforschen und kommenden Generationen zugänglich zu machen.
Danke an Dr. Burkhard Poste für die eindrückliche Führung und den Austausch vor Ort.
Erinnern heißt Verantwortung übernehmen.