10/08/2026
Ein Vortragsabend im Museum mit Torsten Foelsch:
„Kachelöfen und Kamine in preußischen und mecklenburgischen Schlössern und Herrenhäusern im Wandel der Zeit“
Am 26. August d. J. schließt unsere sehenswerte Sonderausstellung „Bekenntnis und Behaglichkeit. Kachelöfen der Reformationszeit in der Mark Brandenburg“ ihre Pforten und die Exponate wandern zu den Leihgebern bzw. in die Museumsdepots zurück. Das ist für das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg Anlaß, das Thema noch einmal in einem Vortragsabend aufzugreifen und unseren Gästen die Ausstellung letztmalig zu präsentieren.
Wir laden Sie daher recht herzlich zu einem sommerlichen Vortragsabend „Kachelöfen und Kamine in preußischen und mecklenburgischen Schlössern und Herrenhäusern im Wandel der Zeit“ am Montag, den 24. August 2026 um 19:00 Uhr in das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg (Mönchort 7) ein.
Im Rahmen seiner Gutshausforschung hat sich Torsten Foelsch in den vergangenen 40 Jahren immer wieder auch mit dem kultur- und kunstgeschichtlichen Thema der Heizquellen in Schlössern und Gutshäusern beschäftigt und besonders schönes Bildmaterial über heute zerstörte Kamine und Öfen zusammengetragen. Sein vergleichender Blick war dabei stets und besonders auf die Prignitz, die Mark Brandenburg insgesamt und besonders auch auf Mecklenburg, Ost- und Westpreußen gerichtet.
Schon die alten herrschaftlichen Wohnräume der alten Burgen wurden mit Hilfe von wuchtigen Kaminen im Winter geheizt. Sie haben sich stilistisch und bautechnisch bis in die heutige Zeit weiterentwickelt und prägten auch das Innenleben fast aller Gutshäuser, die neben den Burgen seit dem 16. Jahrhundert überall entstanden waren. Seit dem Mittelalter kennen wir allerdings überall auch, sei es in den herrschaftlichen oder bürgerlichen Wohnungen oder auch in Bauernstuben den Kachelofen, der sich stilistisch und technisch immer weiterentwickelt hat und der lokalen Hafnerei eine wirtschaftliche Basis bot. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein gab es in Perleberg mehrere Ofenfabrikanten (u. a. Quasebarth). Auch die Kachelöfen haben sich in den einzelnen Stilepochen, jeweils dem Geschmack der Mode entsprechend, in Form, Gestaltung, Innenleben und Aufbau stets weiterentwickelt und schon immer auch dekorativen, das Raumbild prägenden Charakter besessen. Die vor 1945 fertiggestellten Kunstdenkmalinventare der verschiedenen Provinzen gehen noch auf die damals vorhandenen Kamine und Öfen ein und dokumentieren einen reichen Bestand, bevor eine wechselnde Mode, schließlich aber Krieg und Kriegsende 1945 sowie die bilderstürmerische Nachkriegszeit vieles von diesen Schätzen vernichtet hat.
Der Vortrag geht auf diese beiden Heizquellen Kamin und Kachelofen in herrschaftlichen Häusern und Residenzen ein und stellt die schönsten erhaltenen aber auch viele verlorene Beispiele aus der Prignitz, der Mark Brandenburg, Mecklenburg, Ost- und Westpreußen sowie – soweit bekannt – ihre Hersteller vor. In dem reich bebilderten Vortrag begegnen uns Häuser wie Schlobitten, Schlodien, Wolfshagen, Carwinden, Plattenburg, Zernikow, Hoppenrade, Retzin, Grube, Dallmin, Laaske, Kuhwinkel, Karnzow, Boitzenburg, Meseberg, Friedrichstein, Dönhoffstädt, Finckenstein, Schönberg, Gallingen, Neustrelitz, Mirow, Ludwigslust, Friedersdorf, Rühstädt, Hohenzieritz u. v. a. m. Wir laden Sie herzlich ein zu einer bildreichen Reise durch die Geschichte der Kamine und Kachelöfen in herrschaftlichen Häusern und Residenzen.
Wie immer bitten wir aus organisatorischen Gründen um eine rechtzeitige Anmeldung (bis 23.8.2026) zu dieser Veranstaltung per Mail ([email protected]) oder Anruf (03876-781422). Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
📷 Rolandstadt Perleberg | Torsten Foelsch