13/05/2026
Seit 30 Jahren führt Maik Thiel sein eigenes Taxi-Unternehmen
Maik Thiel hat sein ganzes berufliches Leben am Steuer eines Taxis verbracht. Doch sein eigenes Unternehmen führt er „erst“ seit 30 Jahren. Am 1. Mai 1996 hat er seinen eigenen Taxibetrieb eröffnet. Für Bürgermeister Axel Schmidt ein Grund ihm zum Unternehmens-Jubiläum zu gratulieren.
Doch die Geschichte der Taxiunternehmen in der Familie Thiel beginnt schon 1986, als Vater Wolfgang seinen Betrieb eröffnete. „Er hat lange dafür gekämpft“, blick Maik Thiel zurück. „Den Bescheid hat er dann vom Rat des Kreises bekommen.“ Mit der Gewerbegenehmigung gab’s damals auch eine Bescheinigung für ein Kontingentfahrzeug, dass er sich innerhalb des Jahres in Schwerin abholen konnte. Die privaten Taxibetriebe waren damals dem VEB-Kraftverkehr unterstellt, zumindest was Rechnungslegung und Benzinabrechnung anging.
Maik Thiel erinnert sich an die Zeit in der DDR, als am Wittenberger Bahnhof immer drei Taxis stehen mussten. Dort war auch das Telefon zu finden, mit dem ein Taxi geordert werden konnte.
Er selbst hat mit 18 seine Fahrerlaubnis bekommen, hat dann 1989 beim Vater angefangen zu fahren. Neben den Touren innerhalb der Städte bzw. des Kreises gab es auch attraktive Touren wie an die Ostsee oder mit dem General der Sowjetarmee zur Kommandantur nach Neuruppin. „Damals waren es ja auch Spottpreise“, blickt Maik Thiel zurück.
Kurzzeitig sind sie zu dritt im väterlichen Unternehmen gefahren, später hat der Vater noch die Eurocar-Autovermietung mitgemacht. „Da standen dann hier auf dem Hof die Pkw und draußen auf dem Streifen der anderen Straßenseite die Lkw.“ Bis vor fünf, sechs Jahren haben die Unternehmen von Vater Wolfgang und Sohn Maik parallel bestanden, dann ist der Vater in Rente gegangen.
Die klassischen Taxifahrten vom Bahnhof nach Hause oder innerhalb des Ortes gibt es kaum noch. „Heute sind es fast ausschließlich Krankenfahrten“, erzählt Maik Thiel. Dafür stehe er in der Regel morgens um 4 Uhr auf, holt die Patienten zur Dialyse ab, fährt sie später wieder nach Hause. Um 18.30 Uhr ist er in der Regel zu Hause. Natürlich macht er auf Vorbestellung noch klassische Taxi-Fahrten. Meistens sind es Stammkunden, die ihn ordern.
Im Gespräch mit dem Bürgermeister kommen auch die aktuell hohen Spritpreise zur Sprache. Er selbst kann an den Preisen nichts ändern: „Denn die Fahrpreise legt der Landkreis fest und mit den Krankenkassen haben wir Verträge.“
Maik Thiel muss zur nächsten Tour aufbrechen. Er bedankt sich beim Bürgermeister für seinen Besuch. „Ich finde es toll, dass sie die kleinen Unternehmen auf diese Art und Weise würdigen, persönlich zum Jubiläum kommen, um zu gratulieren.“
📷 Rolandstadt Perleberg/Renè Hill