04/05/2026
Ständige Weiterbildung in der Technischen Hilfeleistung
Am vergangenen Samstagnachmittag haben sich acht Kameraden, darunter unsere beiden Kommandanten und mehrere Gruppenführer, intensiv weitergebildet.
Im Fokus stand die Ausbildung im Bereich der Technischen Hilfeleistung (THL), um auch bei modernster Fahrzeugtechnik optimal helfen zu können.
Nach einem kurzen Theorieteil ging es zum Plecher Bauhof um die Praxis zu beüben.
- Moderne Fahrzeugtechnik -
Die Weiterentwicklung im Automobilbereich stellt die Feuerwehren vor neue Aufgaben:
• Hochfeste Fahrgastzellen: Moderne Pkw sind extrem stabil gebaut. Hydraulische Rettungsgeräte kommen bei diesen Materialien zunehmend an ihre Belastungsgrenzen.
• Neue Rettungstechniken: Um eingeklemmte Personen schnell und sicher zu befreien, müssen Schnitttechniken und Taktiken laufend angepasst werden.
Unzählige Airbags in modernen Fahrzeugen
Neben der hochfesten Fahrgastzelle stellen die zahlreichen Airbags in modernen Pkw eine der größten Herausforderungen bei der Technischen Hilfeleistung dar.
• Gefahr durch Fehlauslösung: Wird ein noch nicht ausgelöster Airbag (z. B. Seiten-, Kopf- oder Knie-Airbag) beim Schneiden mit der Rettungsschere getroffen, kann er explosionsartig auslösen.
• Extreme Wucht: Die unkontrollierte Entfaltung gefährdet sowohl den bereits verletzten Patienten als auch die Rettungskräfte im Innenraum massiv.
• Erkundung mittels Rettungskarte: Vor dem Einsatz der schweren Rettungsgeräte wird – wenn möglich – die digitale Rettungskarte des Fahrzeugs abgerufen, um die genaue Lage von Gasgeneratoren und Airbags zu bestimmen
- Achsengerechte Rettung durch „Tunneln“ -
Ein Schwerpunkt der Ausbildung war das sogenannte Tunneln:
• Das Prinzip: Hierbei wird eine achsengerechte Rettung der verunfallten Person durch den Kofferraum durchgeführt.
• Der Vorteil: Diese Methode schont die Wirbelsäule des Patienten optimal, wenn ein seitlicher Zugang blockiert oder medizinisch nicht sinnvoll ist.
Da das Thema für den Einsatzalltag enorm wichtig ist, wird der Lehrgang in zwei Wochen noch einmal für weitere Kameradinnen und Kameraden angeboten.
Sollten Sie für ihr Fahrzeug noch keine Rettungskarte haben, können sie Sie hier downloaden:
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/unfall-schaden-panne/rettungskarte/
Somit helfen Sie den Rettungskräften bei einem möglichen Unfall weiter und sparen wertvolle Zeit!