06/02/2026
Schulzentrum Sandweg: Erst mehr Elterntaxis – jetzt soll erst Ende des Jahres gehandelt werden
Im Verkehrsausschuss wurde erneut über die Sicherheit der rund 640 Kinder am Schulzentrum Sandweg beraten. Die zentrale Erkenntnis: Die von der Verwaltung 2025 eingerichtete Hol- und Bringzone am Ginsterweg hat ihr Ziel verfehlt – und die Situation sogar verschärft.
Kurz gesagt: Eine Maßnahme, die für Entlastung sorgen sollte, hat noch mehr Elterntaxis produziert.
Auch strukturell ist die Lage für die umliegenden Wohnstraßen problematisch.
Bemerkenswert: Inzwischen sieht auch die Verwaltung klaren Handlungsbedarf. Die zuständige Fachbereichsleiterin stellte fest: „Es muss etwas passieren. Das Verhalten der Eltern ändert sich nicht mehr.“
Trotzdem soll zunächst lediglich ein Konzept für eine mögliche Schulstraße erarbeitet werden. Wirksame Maßnahmen sind nach derzeitiger Planung erst gegen Jahresende zu erwarten.
Für viele Familien bedeutet das: noch Monate mit morgendlichem Chaos, Staus und gefährlichen Situationen rund um die Schule.
ZLR hatte bereits vor einem Jahr konkrete Maßnahmen zur Schulwegsicherheit beantragt.
Im Ausschuss machte Dr. Hirschfeld deutlich, wie ernst die Lage ist: Elternfahrzeuge führen immer wieder zu gefährlichen Situationen – bis hin zu Vorfällen auf dem Gehweg.
Deshalb beantragte ZLR, den Verkehrsversuch „Schulstraße“ nicht nur zu prüfen, sondern unverzüglich vorzubereiten und umzusetzen.
Doch der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt – unterstützt haben Grünen und die Linken.
In der Diskussion wurde zudem deutlich, wie unterschiedlich die Prioritäten gesetzt wurden: Die SPD sprach sich sogar dafür aus, die bestehenden Halteverbotsschilder abzubauen, da es aus ihrer Sicht eine Zumutung für Anwohner sei, ihre Fahrzeuge für rund 30 Minuten umzuparken. Für ZLR zeigt dies, dass der eigentliche Kern der Debatte – der Schutz der Kinder auf ihrem Schulweg – dabei aus dem Blick geraten ist.
Dabei sprechen sich sowohl Schulleitungen als auch Elternschaft für die Einrichtung einer Schulstraße aus.
Für ZLR ist die Entscheidung daher schwer nachvollziehbar. Während inzwischen Einigkeit über das Problem herrscht, fehlt weiterhin der Mut zu schnellem Handeln.
Besonders brisant: Zahlreiche Eltern und Anwohner verfolgten die Sitzung vor Ort. Trotz ihrer unmittelbaren Betroffenheit wurde ihnen kein Redebeitrag ermöglicht. Nach der Abstimmung verließen viele von ihnen sichtlich verärgert den Saal.
Oder anders gesagt: Die Risiken sind bekannt, Lösungen liegen auf dem Tisch – doch die politische Mehrheit tritt auf die Bremse.
ZLR wird weiter Druck machen, damit Kinder am Sandweg nicht noch ein weiteres Jahr auf sichere Schulwege warten müssen.