09/05/2026
Ein Drittel der Stadträte – aber zwei Drittel der Bürgermeisterämter. 🏛️
Die konstituierende Sitzung des neuen Stadtrats hat gleich zu Beginn gezeigt, wie die neue Mehrheit ihre Macht nutzt: Die Freien Wähler stellen künftig nicht nur den 1. Bürgermeister, sondern auch den 3. Bürgermeister. Der bewährte bisherige 3. Bürgermeister Erich Dannhäuser blieb außen vor.
Unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender und dienstältester Stadtrat Lutz-Werner Hamann hatte Erich Dannhäuser erneut vorgeschlagen – nach sechs Jahren zuverlässiger, engagierter und parteipolitisch unabhängiger Arbeit in diesem Amt.
Das Ergebnis war knapp: 13 Stimmen für Thomas Übelacker, 10 Stimmen für Erich Dannhäuser, bei zwei ungültigen Stimmen.
Diese 13 Stimmen sind sogar eine weniger als die rechnerische Mehrheit aus Freien Wählern mit dem 1. Bürgermeister und der Fraktionsgemeinschaft Grüne/Linke.
Bei einer festen Zweier-Mehrheit aus Freien Wählern und der Fraktionsgemeinschaft Grüne/Linke stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Dient ein drittes Bürgermeisteramt in dieser Konstellation noch der breiten Repräsentation des Stadtrats – oder vor allem der Absicherung der eigenen Mehrheitsachse?
In seiner Rede fand Lutz-Werner Hamann klare Worte:
„Auch wenn sie immer betonen, keine Partei zu sein, so verhalten sie sich doch in dieser Sache machtbewusst und – na sagen wir mal – schon etwas unkollegial.“
Und weiter ordnete er ein:
„In der Vorausschau auf das Ausscheiden des verdienten 1. Bürgermeisters Klaus Hacker nach dieser Periode will die FW so auch das Amt des 3. Bürgermeisters besetzen und damit ihren designierten Kandidaten für 2032 in die Startposition hieven.“
Damit geht es nicht nur um den 3. Bürgermeister. Es geht auch darum, wer in den kommenden Jahren sichtbar ist – bei Vereinen, Verbänden, Terminen und in der Stadtgesellschaft.
Wer potenziellen Mitbewerber*Innen diese Bühne nimmt, betreibt keine Konsenspolitik, sondern strategische Machtpolitik mit Blick auf 2032.
Klar ist: Die Freien Wähler stellen 1/3 der Stadträte und besetzen nun 2/3 der Bürgermeisterämter. Konservative Freie Wähler kooperieren dabei mit Grünen und Linken – selbst wenn der Stadtrat der Linken früher 2014 und 2020 bei der CSU kandidierte.
Auch in Sachfragen wird diese neue Zusammenarbeit spannend: etwa bei der umstrittenen Fahrradstraße in der Fichtestraße bzw. im verlängerten Laufer Weg. Diese gilt als Herzensprojekt der Grünen, wurde von den Freien Wählern bislang aber kritisch gesehen.
Die Anwohner*Innen werden genau beobachten, ob diese Kritik Bestand hat – oder ob sie der neuen Mehrheit geopfert wird.
Röthenbach braucht keine Postenarithmetik, sondern eine Stadtspitze, die den Stadtrat breiter abbildet. Wer mit einem Drittel der Sitze zwei Drittel der Bürgermeisterämter beansprucht, setzt nicht auf Konsens – sondern auf Machtabsicherung.
Gerade als SPD sehen wir es als unsere demokratische und historische Verantwortung, solche Entwicklungen klar zu benennen. Machtkonzentration muss nicht hingenommen werden. Sie muss angesprochen werden – offen, deutlich und im Interesse unserer Stadt. 🌹
Das volle Statement könnt ihr hier lesen:
https://spd-roethenbach.de/news/statement-zur-wahl-des-3-buergermeisters-in-roethenbach-an-der-pegnitz/