12/06/2026
Armut.
Sie bedeutet, jeden Tag rechnen zu müssen. Sie bedeutet, sich zu überlegen, ob am Ende des Monats noch genug Geld für den Wocheneinkauf da ist. Sie bedeutet, auf Klassenfahrten, Kinobesuche oder den Kaffee mit Freund*innen zu verzichten. Und sie bedeutet oft, zusätzlich zu all den finanziellen Sorgen auch noch mit Vorurteilen und Scham umgehen zu müssen.
Genau deshalb ist das Buch von Miriam Davoudvandi so wichtig. Es erzählt nicht über arme Menschen, sondern aus einer Perspektive, die die Erfahrungen von Armut ernst nimmt. Es geht um die Belastungen, die damit verbunden sind, aber auch um die Kraft, die viele Menschen jeden Tag aufbringen müssen, um ihren Alltag zu bewältigen. Und es stellt die Frage, warum in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt so viele Menschen mit solchen Sorgen leben müssen.