21/10/2025
Herr Aumer, ich bin Teil des „Stadtbilds“, von dem Sie sprechen.
Morgens in Regensburg sehe ich Kinder, die hungrig zur Schule gehen.
Rentner*innen, die an der Supermarktkasse jeden Cent zweimal umdrehen.
Familien, die seit Monaten auf Wohnungssuche sind und in zu kleinen Räumen leben.
Ich sehe junge Menschen, die trotz Ausbildung keinen sicheren Job finden.
Mütter, die zwei Jobs machen, um die steigende Miete und Lebenshaltungskosten zu zahlen.
Ich sehe Studierende, die zwischen Hörsaal und Nebenjob kaum noch studieren können, weil das Bafög kaum noch was abdeckt.
Ich sehe Schulen, in denen die Zukunft eines Kindes vom Geldbeutel der Eltern abhängt.
Ich sehe Menschen, die trotz Vollzeitstelle kaum über die Runden kommen, weil der Mindestlohn zu niedrig ist, viele in prekären Jobs arbeiten und aufstocken müssen, während die Inflation alles teurer macht.
Das ist das echte Stadtbild.
Es erzählt von sozialer Ungleichheit, nicht von Migration.
Sie reden von „Problemen im Stadtbild“, als wären Menschen mit Migrationsgeschichte der Grund für alles.
Das ist nicht nur falsch.
Es ist rassistisch und absolut menschenunwürdig, Geflüchtete und Asylsuchende nur auf Kriminalität zu reduzieren.
Diese rassistische und stigmatisierende Debatte findet auf dem Rücken von Menschen statt, die keine politische Teilhabe haben und sich dagegen nicht wehren können.
Die wirklichen Probleme sind politisch gemacht: steigende Mieten, Alters- und Kinderarmut, explodierende Energiepreise, ungleiche Bezahlung, kaputtgesparte Schulen, überlastete Kitas, prekäre Arbeitsverhältnisse und ein Pflegenotstand.
All diese Missstände zusammen belasten das ganze gesellschaftliche System und verschärfen die sozialen Ungleichheiten noch weiter.
Wer die Ursachen sozialer Ungleichheit nicht bekämpft, sondern Sündenböcke sucht, verrät genau jene Menschen, die am meisten Unterstützung bräuchten, egal ob sie Müller oder Mehmet heißen.
Die Geschichte hat gezeigt, wohin solche Aussagen geführt haben. Schon einmal führte diese Rhetorik zu Verfolgung, Gewalt und Pogromen.
Eine Gesellschaft, die Menschen aus dem „Stadtbild“ ausschließt, beginnt, ihre Existenz zu entwerten, fängt an, sie auch aus ihrer Menschlichkeit herauszudenken.
Eine Stadt ist kein Museumsraum.
Sie lebt durch ihre Bewohnerinnen.
Durch Vielfalt, Solidarität, Nachbarschaft und Zusammenhalt.
Kinder, die gemeinsam spielen.
Nachbarinnen, die einander helfen.
Menschen, die sich umeinander kümmern, egal woher sie kommen, welche Hautfarbe, Religion, Sprache oder sexuelle Orientierung sie haben.
Wir gehören alle dazu.
Unsere Würde ist unantastbar.
Was wir brauchen, ist nicht mehr Spaltung, sondern soziale Gerechtigkeit.
Faire Löhne. Sichere Renten. Bezahlbare Wohnungen und Energie.
Gleiche Bildungschancen für alle.
Wir brauchen eine sozial gerechte und ganzheitliche Politik für die breite Gesellschaft und diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, und nicht für Großkonzerne und Dax-Unternehmen.
Wer auf Ausgrenzung setzt, spielt mit der Würde von Millionen.
Und wir sagen: genug.
Mit seiner Aussage zu den Auswirkungen der unkontrollierten und irregulären Migration auf das Stadtbild hat Bundeskanzler Friedrich Merz vollkommen recht.
Ja, die fehlgeleitete Migrationspolitik der letzten Jahre hat vielerorts in Deutschland und auch in Regensburg das Stadtbild verändert und die Integrationsmöglichkeiten in Städten und Gemeinden mehr als überfordert.
Wenn sich in Städten wie in Regensburg Hotspots etablieren, an denen Asylsuchende – zum Beispiel aus den Maghreb-Staaten – die kaum Anerkennungschancen haben, Straftaten begehen, dann verändert das das Stadtbild.
Wenn es nicht mehr erlaubt ist, dies anzusprechen und die Sorgen und Bedenken der Menschen nicht ernstgenommen werden, dann schafft man den Nährboden für Radikale.
Seit dem Regierungswechsel ist es Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gelungen, die illegale Migration massiv zu reduzieren.
Ich habe dem Bundeskanzler in einem Schreiben meine volle Unterstützung für diesen Kurs zugesichert und ihn eingeladen, sich bei einem Besuch in Regensburg selbst ein Bild von der Situation zu machen.
Unsere Linie bleibt klar:
👉 Migration muss gesteuert, begrenzt, am Bedarf orientiert und humanitär sein.
Meinen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz finden Sie unter:
https://peteraumer.de/bundeskanzler-merz-hat-recht/