24/10/2017
Marine-Luftschiff landet auf der zugefrorenen Aller/ Nach Irrfahrt im dichten Nebel am 7.2.1917
Vor 100 Jahren: L 36 strandet bei Bosse
Das Luftschiff L 36 nach seiner Notlandung auf der vereisten Aller bei Bosse. Die Besatzung war im Nebel vom Kurs abgekommen.
Rethem - Zeppeline wurden im Ersten Weltkrieg unter anderem für die Seeaufklärung oder die Bombardierung englischer Städte eingesetzt. Für das L 36 war der Krieg vor 100 Jahren bei Rethem beendet: Laut Chronist Hans Stuhlmacher strandete das Marine-Luftschiff am 7. Februar 1917 nach einer Irrfahrt auf der vereisten Aller bei Bosse und brach auseinander.
Zur Ursache der Notlandung und zum genauen Datum gibt es unterschiedliche Darstellungen und Quellen. Vermutlich hatte die Besatzung des rund 200 Meter langen Luftschiffes, dessen ursprüngliche Baunummer LZ 82 war, auf der Rückfahrt von einem Aufklärungseinsatz seinen Heimat-Luftschiffhafen Nordholz verfehlt.
Auf der Seite www.luftschiff.de wird das weitere Geschehen so geschildert: „Beim Versuch, die immer noch dichte Nebeldecke zu durchstoßen, schlägt das Luftschiff hart auf der vereisten Weser, etwa in der Region von Eystrup auf und verliert hierbei die Führergondel. Die Mannschaft steuert den Zeppelin, hilfsweise, noch einige Kilometer aus dem Schiffsinneren. Der nun hecklastig gewordene L 36 ist so nicht mehr zu manövrieren und kracht bei Rethem auf die vereiste Aller. Dort wird das Luftschiff innerhalb einer Stunde von starkem Wind komplett zerstört.“
Einige Zeit nach der Notlandung bei Bosse wurde das Luftschiff von 50 Männern, die von der Zeppelinwerft in Nordholz nach Rethem beordert worden waren, abgewrackt. - Repros: Fred Raczkowski
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Einige Zeit nach der Notlandung bei Bosse wurde das Luftschiff von 50 Männern, die von der Zeppelinwerft in Nordholz nach Rethem beordert worden waren, abgewrackt. - Repros: Fred Raczkowski
Laut Stuhlmacher sprang ein Mann der Besatzung vor dem Aufprall aus 30 Meter Höhe ab und brach sich beide Beine. Die anderen Besatzungsmitglieder seien mit dem Schrecken davongekommen. Das Luftschiff habe quer auf der zugefrorenen Aller gelegen, der Rumpf sei in der Mitte zerbrochen.
Briefträger Linderkamp war vor 100 Jahren der erste Rethemer vor Ort. Er klärte die Besatzungsmitglieder erst einmal darüber auf, wo sie sich eigentlich befanden. Laut Stuhlmacher war Kapitänleutnant Franz Georg Eichler Kommandant des havarierten L 36, in anderen Berichten ist von Korvettenkapitän Schulz als Kommandant die Rede. Er sei im Juni 1917 bei einer Feindfahrt über England gemeinsam mit Eichler ums Leben gekommen.
Tatsächlich war Eichler der Kommandant des letzten deutschen Luftschiffes, das schließlich am 17. Juni 1917 über Theberton in Suffolk abgeschossen wurde. Mit ihm starben 16 Besatzungsmitglieder. In seinem Buch „Zeppelin over Suffolk – the Final Raid of L 48“ geht Autor Mark Mower ausführlich auf die Person Eichler ein. Danach habe der Crash von L 36 am 7. Februar 1917 bei Rethem der Karriere des Offiziers nicht geschadet, so dass er trotzdem mit dem Befehl über L 48 betraut wurde. - fra
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