26/04/2026
40 Jahre nach Tschernobyl.
Am 26. April 1986 explodierte Reaktor 4 des Kernkraftwerks. Was folgte, war kein fernes Ereignis, es war ein Einschnitt in den Alltag von Millionen Menschen. In der Ukraine mussten ganze Regionen evakuiert werden. Familien verloren ihre Heimat, ihre Gesundheit, ihre Zukunft. Eine unsichtbare Gefahr bestimmte plötzlich das Leben.
Aber auch in Deutschland war die Katastrophe spürbar: Spielplätze wurden gesperrt, Kinder durften nicht mehr im Sand spielen, Pilze und Beeren galten als belastet, Milch wurde vernichtet. Viele erinnern sich an verunsicherte Eltern, an Jodtabletten, an die Frage: Was können wir noch bedenkenlos essen?
Tschernobyl hat gezeigt: Atomkraft ist nicht beherrschbar. Wenn etwas schiefgeht, sind die Folgen grenzenlos. Geografisch, zeitlich und menschlich.
Und trotzdem wird heute wieder über eine Renaissance der Atomkraft gesprochen. Das hält einer nüchternen Betrachtung nicht stand:
• Neue Atomkraftwerke sind extrem teuer und dauern Jahrzehnte. Geld, das uns beim schnellen Ausbau sauberer Energie fehlt.
• Der Atommüll bleibt über Jahrtausende ein ungelöstes Problem. Es gibt bis heute kein sicheres Endlager.
• Uran muss importiert werden. Neue Abhängigkeiten entstehen.
• Atomstrom ist im Vergleich zu erneuerbaren Energien teuer.
• Und das Risiko schwerer Unfälle bleibt. Technisch reduziert, aber nie ausgeschlossen.
Die Lehre aus Tschernobyl kann nur sein: Wir brauchen eine Energieversorgung, die sicher, bezahlbar und unabhängig ist.
Das bedeutet: konsequenter Ausbau von Wind- und Solarenergie, massive Investitionen in Speichertechnologien und leistungsfähige Netze. So schaffen wir Versorgungssicherheit. Ohne die Risiken der Vergangenheit.
Foto: Istockphoto / bulgac