02/09/2026
BVB / Freie Wähler Neuruppin: Rückzug der Wehrführung ist ein Alarmsignal – vom „Chefthema Feuerwehr“ ist wenig geblieben
Mit großer Sorge nimmt BVB/FREIE WÄHLER zur Kenntnis, dass drei der fünf Mitglieder der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Neuruppin um ihre Abberufung gebeten haben. Wenn eine deutliche Mehrheit der Wehrführung gleichzeitig ihr Amt zur Verfügung stellt, darf die Stadtpolitik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Der Vorgang reiht sich in eine mittlerweile längere Reihe von Problemen rund um die Neuruppiner Feuerwehr ein. Der dringend benötigte Feuerwehrneubau kommt weiterhin nur schleppend voran. Gleichzeitig läuft bereits seit 2024 ein Disziplinarverfahren gegen den Stadtbrandmeister. Nun bitten drei von fünf Mitgliedern der Wehrführung nahezu zeitgleich um ihre Abberufung.
Besonders bemerkenswert ist dies vor dem Hintergrund der Ankündigungen von Bürgermeister Nico Ruhle zu Beginn seiner Amtszeit. Damals erklärte er die Feuerwehr zu seinem persönlichen Chefthema. Von diesem Anspruch ist aus Sicht von BVB/FREIE WÄHLER heute kaum noch etwas zu erkennen. Mittlerweile hat der Bürgermeister die unmittelbare Zuständigkeit für die Feuerwehr sogar abgegeben.
„Wer die Feuerwehr zum persönlichen Chefthema erklärt, muss sich auch daran messen lassen, wie sich dieser Bereich entwickelt. Schleppender Feuerwehrneubau, ein seit 2024 laufendes Disziplinarverfahren gegen den Stadtbrandmeister und jetzt der Rückzug von drei der fünf Mitglieder der Wehrführung – das ist eine Entwicklung, die politische Fragen aufwirft“, erklärt Georg Kamrath für Fraktionsvorsitzender BVB/FREIE WÄHLER.
Bürgermeister Ruhle informiert zwar über die Abberufungswünsche und das geplante Verfahren zur Neubestellung, lässt jedoch die entscheidende Frage offen: Warum wollen drei Mitglieder der Wehrführung nahezu zeitgleich ihre Ämter niederlegen?
BVB/FREIE WÄHLER erwartet vollständige Transparenz über die Hintergründe. Es muss geklärt werden, welche Gründe zu diesem Schritt geführt haben und ob strukturelle Probleme, interne Konflikte oder die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eine Rolle gespielt haben. Ebenso muss geklärt werden, ob zwischen den verschiedenen Entwicklungen innerhalb der Feuerwehr Zusammenhänge bestehen. Solange hierzu keine belastbaren Erkenntnisse vorliegen, verbieten sich Spekulationen über die konkreten Ursachen.
Unsere Feuerwehrleute leisten ehrenamtlich einen unverzichtbaren Dienst für die Sicherheit der Bürger unserer Stadt. Sie dürfen erwarten, dass Politik und Verwaltung für verlässliche Rahmenbedingungen, funktionierende Führungsstrukturen und die notwendige Ausstattung sorgen.
Für BVB/FREIE WÄHLER steht deshalb fest: Aus einem angekündigten „Chefthema“ darf kein Dauerproblem werden. Die aktuellen Entwicklungen müssen aufgeklärt und die Probleme endlich konsequent angegangen werden.