01/09/2026
Unser Kreisvorsitzender Uwe Conradt weist Ulrich Commerçon zurück: Statt Schuldzuweisungen wäre auch bei der SPD etwas Selbstkritik angebracht
"Als Kreisvorsitzender der CDU Saarbrücken-Stadt weise ich die Äußerungen Ulrich Commerçons zum Ergebnis der Regionalversammlung entschieden zurück. Sie sind angesichts des Wahlergebnisses nicht nur sachlich falsch, sondern auch politisch stillos.
Natürlich ist das Ergebnis der CDU enttäuschend. Die CDU wird es sorgfältig analysieren und entsprechende Konsequenzen daraus ziehen. Dazu gehört für mich auch, das Ergebnis als Ausdruck des Wählerwillens anzuerkennen und dem Wahlsieger SPD zu gratulieren.
Aber Herr Commerçon sollte bei aller Freude darüber, dass die SPD stärkste Kraft geworden ist, ebenfalls einen Blick auf die Zahlen werfen: Die SPD ist stärkste Kraft geworden, hat aber ebenfalls absolut und prozentual verloren.
Besonders bemerkenswert ist seine Erklärung für das starke Abschneiden der AfD. Die AfD ist heute gerade in den Bereichen stark, in denen die SPD über Jahrzehnte ihre Hochburgen hatte. Vielleicht sollte Herr Commerçon deshalb weniger darüber reden, was die CDU angeblich falsch macht, und mehr darüber nachdenken, warum die SPD einen erheblichen Teil ihrer früheren Wählerschaft verloren hat.
Es ist zu einfach, die Verantwortung für den Erfolg der AfD bei anderen Parteien zu suchen. Die Gründe sind vielfältig: enttäuschtes Vertrauen, Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung, Migrationsdruck, die Wahrnehmung staatlicher Handlungsfähigkeit und das Gefühl vieler Menschen, dass ihre konkreten Probleme nicht ausreichend gehört werden.
Wer diese Entwicklung ernsthaft bekämpfen will, sollte sich mit diesen Ursachen auseinandersetzen – statt demokratische Mitbewerber öffentlich zu beschimpfen.
Wir als CDU stellen uns unserem Ergebnis. Das erwarte ich auch von der SPD.
Herr Commerçon sollte deshalb zu einer sachlichen politischen Auseinandersetzung zurückkehren und seine infame Äußerung öffentlich zurücknehmen."