Rosa Luxemburg Stiftung Saarland

Rosa Luxemburg Stiftung Saarland Rosa Luxemburg Stiftung Saar will einen Betrag leisten, Menschen für Politik, Gesellschaft und Geschichte zu sensibilisieren.

Angeboten werden Diskussionen, Vorträge, Lesungen, Seminare und die Herausgabe von Publikationen.

HERZLICHE EINLADUNG FÜR FREITAG, 11. SEPTEMBER
07/09/2026

HERZLICHE EINLADUNG FÜR FREITAG, 11. SEPTEMBER

KINDERARMUT MUSS NICHT SEINDas "schönste Bundesland der Welt" gehört bei der Armutsgefährdungsquote zu den Bundesländern...
28/06/2026

KINDERARMUT MUSS NICHT SEIN
Das "schönste Bundesland der Welt" gehört bei der Armutsgefährdungsquote zu den Bundesländern mit dem höchsten Risiko. Schon jedes vierte Kind im Saarland gilt als armutsgefährdet. Tendenz steigend. Kinderarmut bedeutet Ausgrenzung, Benachteiligung, ständiger Verzicht. Sie ist oftmals behaftet mit Scham sowie dem dauernden Kampf gegen Vorurteile. Und: Sie kann sich auf das gesamte Leben der betroffenen Kinder auswirken.
Dass diese Misere weder Menschengemacht, noch irgendwelchen Naturgesetzlichkeiten unterliegen, dürfte jedem klar sein.

In Kooperation mit Saarländische Armutskonferenz e.V. diskutierten letzten Freitag Annette Helfen (Konrektorin), Nicole Schäfer-Brand (Schulsozialarbeit), Denise Sier (Förderlehrerin), Ramona Stuchlik (Elternvertretung), Eva Schmitt-Vollmer (DBSH Saar) früher beruflich Schulsozialarbeit und Christine Steimer (SAK Vorständin) unter der Moderation von Michael Leinenbach.

Zur Überwindung von Kinderarmut sind ein Bündel von Maßnahmen erforderlich. So sind staatlicherseits direkte finanzielle Entlastungen für Familien erforderlich. Gleichzeitig müssen gebührenfreie Bildungs- und Betreuungsangebote sowie soziale Initiativen vor Ort ausgebaut werden.

Gedenkfahrt am 21. Juni 2026ARBEITERBEWEGUNG DER GROSSREGION FÜR FRIEDENAus Anlass des 85. Jahrestages des Überfalls des...
26/06/2026

Gedenkfahrt am 21. Juni 2026
ARBEITERBEWEGUNG DER GROSSREGION FÜR FRIEDEN

Aus Anlass des 85. Jahrestages des Überfalls des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion (Operation Barbarossa) am 22. Juni 1941 führte der Ortsverein ver.di Saar Blies in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung/Peter Imandt ein internationales Treffen gegen Faschismus und Krieg im Drei-Länder-Eck gemeinsam mit Kooperationspartnern durch.
Der Feldzug der N***s zielte auf einen rassistischen Vernichtungskrieg zur Zerstörung des „jüdischen Bolschewismus“. Der gesamte europäische Teil der Sowjetunion sollte erobert, ihre politischen und militärischen Führungskräfte ermordet und große Teile der Zivilbevölkerung dezimiert und entmachtet werden.
Mit dem Hungerplan, zu dem die Belagerung Leningrads gehörte, wurde der Hungertod vieler Millionen Kriegsgefangener und Zivilisten einkalkuliert, und nach dem „Generalplan Ost“ sollten großangelegte Vertreibungen folgen. Außerdem wurden Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD ausgebildet, die hinter der Front Massenmorde an Juden, Slawen und kommunistischen Funktionären begehen sollten. Zu all dem erteilte das NS-Regime seit März 1941 völkerrechtswidrige Befehle, die von der Wehrmachtsführung ihrerseits übernommen und weitergegeben wurden. Das alles war Grund genug, an diesem Tag feierlich dieses Ereignis zu gedenken und deutlich zu machen, wir wollen weder Krieg noch Faschismus.
Am Sonntag, 21. Juni, fuhren wir bei brutaler Hitze mit vollem Bus ins Musée National de la Résistance et des Droits Humains (MNRDH) in Esch-sur-Alzette in Luxemburg. In zwei Gruppen gab es eine Führung zum Widerstand, zur NS-Repression und zum Holocaust im Nachbarland. Begleitet wurden wir von aktiven Gewerkschaftern, die uns von ihrer antifaschistischen Friedensarbeit erzählten.
Um 11 Uhr hieß es weiterfahren nach Frankreich, das Ziel hieß Guinkirchen. Die Anfahrt war für den großen Bus nicht so einfach, aber unser Fahrer war spitze und er kann auch rückwärtsfahren an Abgründen vorbei. Im modernen Gemeinschaftshaus trafen wir auf französische Kolleginnen und Kollegen und wir stärkten uns mit leckerem Grillschinken und Getränken. Seit dem frühen Morgen war der Schinken gegrillt worden.
Nach dem Freundschaftsessen verlegten wir die Kundgebung kurzerhand in den Saal. Unser Kollege Hans Ruge interpretierte gefühlvoll Jepestinija Stepanowas Garten und Kollege Rainer Tobae hielt eine bewegende Rede, die auf viel Zustimmung stieß. Anschließend schilderte Kollegin Christine Le Yaouanc von La France insoumise für die französische Seite deren Kampf.
Ernst-Rainer Hertel sprach ein Grußwort für die VVN-Bund der Antifaschisten. Der Lehrer Gabriel Becker informierte über die Bedingungen des Lagers und zeigte sehr eindrucksvolle Bastelarbeiten der Gefangenen, die den Bauern geschenkt wurden, zu deren Arbeitseinsatz sie abkommandiert wurden. Sie erhofften sich so Lebensmittel. Diese Bastelarbeiten waren sehr beeindruckend und lösten bei den Teilnehmern Betroffenheit aus. Hannelore Philippi schenkte namens der Gruppe Kraniche aus Homburg zwei Rechercheergebnisse zweier Gefangener , die im Lager gewesen waren.
Dann ging es weiter zum Camp Ban Saint Jean bei Boulay. Auf dem Weg dorthin hielten wir am ukrainischen Friedhof. Dort sind nahezu 3.000 Sowjetbürger in einem Massengrab vergraben. Wir legten ein paar Blumen nieder.
Hier nahe der saarländischen Grenze wurden von Herbst 1941 bis Herbst 1944 ca. 320.000 sowjetische Kriegsgefangene verwahrt und in unwürdigsten Bedingungen gehalten. Es war ein Zweiglager der Wehrmacht in Forbach und wurde Stalag XII G Johannis-Bannberg genannt. Gebaut wurde das Camp für 1.200 Menschen.
Zeitweise pferchte man 4.000 Männer in das Lager. Wer arbeitsfähig war, musste arbeiten, versorgt wurden sie nicht. Sie aßen Gras und Würmer. 30.000 von ihnen starben an Hunger, Entkräftung, Totschlag oder Erschießungen, wie uns dort erklärt wurde.
In praller Sonne auf offenem Feld ist eine Stele erbaut. Gemeinsam mit dem Lehrer Becker und Freunden und Kollegen aus Frankreich legten wir feierlich das Gebinde nieder und gedachten schweigend den Kriegsopfern.

Text: Michael Quetting

22/06/2026

85 JAHRE ÜBERFALL AUF DIE UDSSR
Gedenk-Exkursion zum Ban St. Jean bei Boulay. Der Ban St. Jean war ehemalige Kaserne und eines der schlimmsten Kriegsgefangenenlager im Dreiländereck Saarland-Lothringen-Luxemburg während des Zweiten Weltkriegs. Wo heute zwei Stelen an das Lager erinnern, starben zwischen 1941 bis 1944 etwa 20.000 Soldaten der Sowjetunion, vorwiegend aus Russland und der Ukraine an Unterernährung, Krankheiten, Kälte oder wurden erschossen.
Danke an die Gewerkschaft Ver.di-Saar-Blies, VVN-BdA Saar.
Spezieller Dank an unsere Kamerad*innen von La France insoumise Departement Moselle.
Weiterer Bericht folgt!

HEUTE VOR 85 JAHREN...
22/06/2026

HEUTE VOR 85 JAHREN...

Heute vor 85 Jahren: Einen beispiellosen Vernichtungs- und Eroberungskrieg begann NS-Deutschland am 22. Juni 1941 gegen die Sowjetunion. Es war der größte und grausamste Feldzug der Geschichte.

Schätzungsweise 27 Millionen Bürger*innen der Sowjetunion fielen dem rassistischen, antisemitischen und antikommunistischen „Weltanschauungskrieg“ zum Opfer. Darunter waren vermutlich 13 Millionen Angehörige der Roten Armee und 14 Millionen Zivilist*innen, tausende Städte und Dörfer wurden zerstört. Zeitgleich fand im Hinterland der Front durch die „Einsatzgruppen“ unterstützt von der Wehrmacht der Holocaust statt, dabei starben 2,8 Millionen jüdische Bürger*innen der Sowjetunion, vor allem in Belarus und der Ukraine.

Zu den Opfern zählen aber auch die mehr als drei Millionen sowjetischen Soldat*innen, die durch Massenmord, beabsichtigten Hungertod und Krankheiten starben. Der Krieg endete schließlich mit der Einnahme Berlins durch die Rote Armee im Mai 1945.

DAS „UNTERNEHMEN BARBAROSSA“- Saarländer gegen Vernichtung Versklavung -Am 22. Juni vor 85 Jahren begann unter dem Deckn...
19/06/2026

DAS „UNTERNEHMEN BARBAROSSA“
- Saarländer gegen Vernichtung Versklavung -
Am 22. Juni vor 85 Jahren begann unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ ein beispielloser Vernichtungs- und Eroberungskrieg des faschistischen Deutschlands gegen die Sowjetunion. Nach dem „Generalplan Ost“ sollten 50 Millionen Menschen als „Untermenschen“ vernichtet, vertrieben oder versklavt werden. Die wirtschaftliche Ausplünderung der eroberten Gebiete bis zum Aushungern der Bevölkerung war von Beginn an Teil der Kriegsführung der Wehrmacht im Osten.
Wir erinnern an Saarländer, die sich zwischen 1941 bis 1945 auf die Seite der Roten Armee gestellt haben, um so die verbrecherischen Ziele Hitlers und seiner Clique zu durchkreuzen.
Die Bilanz: Infolge von Krieg und deutscher Besatzung wurden 27 Millionen Sowjetbürger getötet. Von den mehr als fünf Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen kamen ca. 3,3 Millionen ums Leben. Die Wehrmacht hinterließ verbrannte Erde; zerstört wurden 1.710 Städte, 70.000 Dörfer, 32.000 Fabriken, 2.766 Kirchen und Klöster, 4.000 Bibliotheken und 427 Museen.

DRUCKFRISCH EINGETROFFEN!Erhältlich in unserer Geschäftsstelle
15/06/2026

DRUCKFRISCH EINGETROFFEN!
Erhältlich in unserer Geschäftsstelle

BUSEXKURSION AUF DEN SPUREN DES BAUERNKRIEGS 1525Im elsässischen Saverne (früher: Zabern) kam es im Mai 1525 zur bis dah...
31/05/2026

BUSEXKURSION AUF DEN SPUREN DES BAUERNKRIEGS 1525
Im elsässischen Saverne (früher: Zabern) kam es im Mai 1525 zur bis dahin größten Schlacht im Deutschen Bauernkrieg. Fast genau 501 Jahre später machte sich in Kooperation mit den Naturfreunde-Saarland ein Bus auf den Weg zu den Stätten dieses bedeutenden Ereignisses in der Deutschen Geschichte.
1525: Nur wenige Jahre nachdem mit Martin Luther die Reformation begann und die unterdrückten Schichten sahen, dass ihre Lebensbedingungen doch nicht „gottgewollt“ sein konnten, kam es zu einem Flächenbrand, bei der Kirche und Adel um ihre angestammten Privilegien bangten.
Immer häufiger lehnten sich Bauern gegen die traditionelle Gesellschaftsordnung auf. Vor allem in den deutschsprachigen Gegenden Thüringen, Schwaben, Tirol, Franken oder dem gesamten Elsass probten sie 1525 mit dem Mut der Verzweiflung einen Aufstand gegen Unterdrückung und Ausbeutung.

Dank Buchdruck und Mundpropaganda verbreiteten sich die Informationen rasend schnell, nämlich immer dort, wo die Lebens- und Arbeitsbedingungen ebenso schlecht waren. Die Kritik an Adel und Kirche machte auch auf viele Menschen in der heutigen Gegend von Saar und Blies Eindruck. Doch diesmal blieb es nicht beim Lamentieren, stattdessen brachen Bauern mit Sensen und Äxte auf und organisierten sich in so genannten Bauernhaufen, um sich dem großen Bauernheer anzuschließen, das bei Saverne auf Verstärkung wartete. Der pure Anblick und die Entschlossenheit der Landleute sollten Feudalherren wie Klerus zum Einlenken bewegen. Diese gingen zunächst auf die Forderungen der Bauernvertreter ein und sicherten zu, die arme Bevölkerung zu entlasten und auch in Religionsfragen Zugeständnisse zu machen.

Doch nachdem das Bauernheer seine Waffen niedergelegt hat, kam es zum brutalsten Gewaltausbruch des Bauernkriegs: Angeführt von Herzog Anton von Lothringen, metzelten Landsknechte etwa 16 bis 18 Tausend Bauern nieder. Das Massaker verdeutlicht das Ausmaß exzessiver Gewalt, das den Deutschen Bauernkrieg von 1525 deutlich von anderen kriegerischen Konflikten der Frühen Neuzeit abhebt.

Nach über 300 Jahre kommt Friedrich Engels bei seiner Betrachtung des Deutschen Bauernkriegs zu der Einschätzung „Die Revolution ist die Lokomotive der Geschichte“ und betont die historische Bedeutung des Bauernkriegs als einen Vorläufer der bürgerlichen Revolutionen und Beweis für das revolutionäre Potenzial der Bauern.

Und die Bauern aus der Gegend von Saar und Blies? Gerüchte besagen, dass sie recht spät auf Zabern gezogen sind. Die Gründe waren vielfältig wie praktischer Art. In Herbitzheim (bei Sarreguemines) besetzte man zunächst ein Kloster, von dem heute nicht einmal mehr die Grundmauern existieren. Von dort ging es ins Graufthal, wo sie die dortige Benedektinerabtei stürmten und als verhasstes Symbol der Unterdrückung plünderten. Einige Historiker vermuten, dass sich dadurch der Vormarsch auf Saverne – tatsächlich sammelten sich die Bauernheere bei Marmoutier – entscheidend verzögerte. Einen Einfluss auf den Ablauf hatte dies nicht. Zu gewaltig war die Übermacht der in „Kriegshandwerk“ geübten Landsknechte.

Die Busgruppe machte daher zunächst Station im Graufthal und ließ sich von Vertreter*innen der lokalen Archäologen-Initiative den Stand der Ausgrabungen auf dem ehemaligen Klostergelände erklären, wo erst ein Bruchteil des Areals in den letzten zehn Jahren erforscht werden konnte.
Weiter ging es nach Marmoutier mit seiner die dörfliche Silhouette beherrschenden romanisch-gotische Klosterkirche. Nach einem stärkenden Mittagessen, besuchte die Gruppe in Lupstein das Gebeinhaus, mit Überresten der vor 500 Jahren Gefallenen. In dieser Form ein einmaliges und ergreifendes Zeugnis der damaligen Ereignisse.

Anschließend führte Herr David Peter von der Gesellschaft für Geschichte und Archäologie von Saverne und Umgebung (Société d'histoire et d'archéologie de Saverne et environs) die Teilnehmer*innen "Auf den Spuren des Bauernkriegs 1525". Die im 16. Jahrhundert bedeutende Stadt an der „Zaberner Steige“, einem wichtigen Verbindungsweg in Richtung Metz/Paris öffnete vielen Bauern die Tore, was jedoch am Verlauf der Handlungen nichts mehr änderte.

So grausam und so tiefgreifend die Niederlage der Bauerbewegung, spätestens bei der französischen Revolution rund 250 Jahre später haben die Bauern ihre Naivität abgelegt und konnten durch ihre Geschlossenheit den Feudalismus abschütteln und einen tiefgreifenden persönlichen und gesellschaftlichen Wandel herbeiführen.

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Futterstraße 17-19
Saarbrücken
66111

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