01/06/2026
Heute erinnern wir an den Mord an Walter Lübcke.🙏
In der Nacht auf den 2. Juni 2019 wurde der Kasseler Regierungspräsident auf der Terrasse seines Hauses erschossen – von einem Rechtsextremisten. Walter Lübcke starb, weil er Haltung gezeigt hat. Weil er sich öffentlich für Menschlichkeit, Demokratie und die Aufnahme von Geflüchteten eingesetzt hat. Weil er gesagt hat, dass die Werte unseres Landes verteidigt werden müssen.
Sein Tod war ein Warnsignal.
Ein Warnsignal dafür, wohin Hass, Hetze und politische Radikalisierung führen können, wenn sie über Jahre verharmlost werden.
Walter Lübcke wurde in einer Zeit ermordet, in der rechte Gewalt wieder lauter wurde. In einer Zeit, in der Menschen im Internet bedroht, Politikerinnen und Politiker angefeindet und demokratische Grundwerte offen attackiert wurden. Viele wollten damals nicht wahrhaben, wie gefährlich diese Entwicklung bereits war. Doch der Mord an Walter Lübcke hat gezeigt: Worte können zu Taten werden.
Und genau deshalb müssen wir heute erinnern.
Nicht nur, um an einen Menschen zu denken, der sein Leben verloren hat. Sondern weil seine Ermordung eine Bedeutung für unsere gesamte Gesellschaft hat. Demokratie ist nicht selbstverständlich. Menschenwürde ist nicht selbstverständlich. Eine offene Gesellschaft bleibt nur bestehen, wenn Menschen den Mut haben, für sie einzustehen – auch gegen Widerstand.
Erinnerung bedeutet Verantwortung.
Verantwortung, Hass nicht unwidersprochen zu lassen.
Verantwortung, rechte Gewalt ernst zu nehmen.
Verantwortung, Demokratie zu schützen – jeden Tag.
Walter Lübcke wurde ermordet, weil er Menschlichkeit verteidigt hat.
Dass wir uns heute an ihn erinnern, bedeutet auch: Wir dürfen niemals zulassen, dass Einschüchterung stärker wird als Mitmenschlichkeit.