18/10/2025
Es begann mit einer selbstlosen Idee beim letzten Stammtisch: Die Linke Spandau, eine dieser obskuren Parteien, die noch Visionen hat (vgl. Schmidt, Helmut), steht regelmäßig mit ihrem Info-Stand neben unserem und bildet zusammen mit uns und den Grünen die Brandmauer gegen den Nazi-Stand, bei welcher wir hin- und wieder sogar die SPD mitmachen lassen – aber nur, wenn sie drei mal im Schaufenster des Optikers in den Spiegel „Sarrazin“ ruft.
Jedenfalls planten die einen Herbstempfang in der Zitadelle Spandau, und suchten dafür auf Facebook nach „Hilfe an der Bar und am Buffet“. Als politischer Dienstleiter aller Parteien konnten wir da nicht nein sagen, schließlich sind wir Profis im Umgang mit jeder Bar und jedem Buffet!
Die BVG eröffnete das Thema Nahverkehrspolitik mit einem Live-Beitrag und sperrte die U7: „Werte Fahrgäste, wir sind noch damit beschäftigt, den schadhaften Zug vom Gleis zu bekommen. Leider ist uns nun auch das Stellwerk ausgefallen. Der Zugverkehr ist eingestellt.“
Um nicht gleich erkannt zu werden, haben wir uns etwas neutral angezogen, und damit sofort eine Dame am Einlass verunsichert:
„Ah, ihr seid sicher die Band.“
„Ja! Wir sind die – äh – Good Old Blues Brothers PARTEI…“
„Schön, kommt rein…!“
Der Gotische Saal der Zitadelle Spandau (Abriß ca. 2035) war mit großen Tischen und einer kleinen Bühne ausgestattet und unser PARTEI-Charmeur Daniel ließ sich sofort von den begeisterten Damen zum Tischdekorieren einspannen, während der Rest das Bier in Augenschein nahm. Das Motto der Linken auf einem großen Aufsteller lautete: „Dort kämpfen, wo das Leben ist“. Wir erhielten einige verkniffene Gesichter, als wir anmerkten, da könne ja auch „Bundeswehr“ drunter stehen. Inzwischen traf auch Bine ein, die schlau genug war, uns die dekorative Arbeit alleine machen zu lassen.
Während der Bezirksvorsitzende Marc Mattern seine Begeisterung für das kommende Gespräch von der Bühne aus bekundete, eröffnete Rhavin schon mal irrtümlich das Buffet, was irgend jemand aus der hungrigen Tischgesellschaft mit den Worten kommentierte: „Also wenn die PARTEI schon am Buffet is, geh ich da jetzt auch hin.“ .
Unsere Auswahl geiler Sticker wurde begeistert aufgenommen, aber das Buffet war so schnell leer, dass Ginger – unsere Sächsische Landeskoordinatorin für angewandte Aneignung* – die Tupper-Dosen völlig umsonst dabei hatte.
Immerhin: das Putenfrikasse und die ̶R̶a̶̶t̶a̶̶t̶̶u̶̶i̶ ̶R̶a̶̶t̶a̶̶t̶̶o̶̶u̶̶i̶̶l̶̶l̶̶.̶ Gemüsepfanne von Hans-Ulrich-Riedel waren vorzüglich und auch die restliche Auswahl haben derart gemundet, dass sich andere linke Splittergruppen (SPD etc.) da mal gerne ein Beispiel nehmen dürfen.
Wenn wir wieder mal vorbei kommen.
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* der Rhavin noch ein Essen schuldete und sie deshalb zum Fest der Linken eingeladen hatte.