03/09/2026
Fake News aus dem Landratsamt?
Hier kommt der Faktencheck!
Landrat Robert Sesselmann behauptete öffentlich in der letzten Kreistagssitzung, im Rahmen einer Veranstaltung in Neuhaus am Rennweg sowie nachlesbar auf den Seiten des Landratsamtes, das Land wolle die Bewachungskosten für Flüchtlingsunterkünfte um über 90 Prozent kürzen. Große Empörung, große Show – nur leider auch großer Unsinn.
Die Wahrheit: Aus einer Jahressumme wird im Verordnungsentwurf eine Monatspauschale gebildet – logisch, dass dabei durch zwölf geteilt wird. Wer daraus eine Kürzung um 91,7 % konstruiert, hat entweder nicht richtig gerechnet oder wollte es gar nicht richtig verstehen. Das Justizministerium stellt klar: Das bestehende Sicherheitsniveau bleibt erhalten. Eine Kürzung ist nicht vorgesehen. Und obendrein wird die Sozialbetreuungspauschale sogar deutlich angehoben – von 60 auf 93 Euro pro Person.
Und genau dieser Rechenfehler war es, der die Prüfung einer Asylunterkunft in der ehemaligen Klinik Neuhaus am Rennweg lostrat und die Menschen dort in Unruhe versetzte. Am Ende musste der Landrat selbst zurückrudern: Die Unterkunft kommt nicht – vor allem wegen des berechtigten Unmuts der Bevölkerung vor Ort.
Statt sich vorher beim Ministerium zu erkundigen, zog Deutschlands erster AfD-Landrat lieber mit Falschbehauptungen durchs Land und ließ durchblicken, die Landesregierung verfolge eine „versteckte Agenda". Das ist keine seriöse Kommunalpolitik – das ist billige Stimmungsmache auf dem Rücken besorgter Bürgerinnen und Bürger in der Rennsteigregion.
Bemerkenswert: Alle anderen Landräte Thüringens haben den Entwurf scheinbar richtig verstanden. Nur Robert Sesselmann nicht. Zufall? Oder passt eine „Kürzungs”-Geschichte einfach zu gut ins eigene Narrativ von der „unfähigen Landespolitik”?
Wer Verantwortung für einen Landkreis trägt, muss Dokumente genau lesen, bevor er sie öffentlich verdreht. Alles andere ist Manipulation statt Politik.
Das genaue Studium von Dokumenten scheint nicht die Sache zu sein von Robert Sesselmann. Sein Vorwurf, das Land spare bei Bewachungskosten, hat keine Grundlage.