05/05/2026
Mein Plädoyer als Privatperson und 2. Vorsitzender vom ortsansässigen NABU zu
(Stau/Nahe)
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Plädoyer: reibungslos war vor allem eins: die bewusste Vertuschung und das lügenhafte Verhalten des Verantwortlichen – auf die Idee, in der einmaligen Amphibienwanderung eines Jahres DAS Heimatlaichgeburtsschutzgewässer trocken zu legen und damit in Kauf zu nehmen dass die örtlichen Amphibienpopulation dadurch stark dezimiert wird und letztlich auch wurde, muss man erst einmal kommen.
Aber dies noch positiv zu vermarkten, ist dreist und entbehrt sich faktisch einem Naturschützer! Eine Instrumentalisierung bzw. subtile Maßnahme für Menschen, die sich diesbezüglich blenden lassen möchten. Der Amphibienrückgang ist in unserer Naheregion leider exorbitant – es zählt jedes einzelne Tier, jede neue Generation. Für jene, die nachhaltig, weitsichtig & ganzheitlich denken (können).
Ich finde es für die Glaubwürdigkeit wichtig, dass just ein ehrenamtlicher Bürgermeister sich an öffentliche Absprachen und Versprechen hält – vorliegend war dies nicht der Fall. Die Leidtragenden sind und waren: die adulten Amphibien und ihre zu schützenden Kinder!
Es wäre zu dem vermeidbaren traurigen Artenverlust nicht gekommen, hätte man – wie zwar von ihm genannt aber faktisch nicht geschehen – im Vorfeld den ortsansässigen NABU kontaktiert. Ohnehin ist dieses aktuelle Gewässer ein steriles Gewässer – ein Gewässer, um überdimensionierte Festlichkeiten in einem FFH- & Vogelschutzgebiet ohne quakende Kulisse durchzuführen. Nicht amphibienfreundlich! Bereits ein einziges Jahr an Unterbrechung, bei dem nicht zeitgünstig abgelaicht werden kann, ist verherrend.
Man sieht sich bestätigt, dass Podiumsveranstaltungen für die eigene Profilierung wichtiger sind, als dafür zu sorgen, dass nicht auch noch dieses sog. Ersatzlaichgewässer immer wieder trockenfällt, sodass Quappen in letzter Konsequenz traurigerweise quallvoll sterben. Paradox ist in diesem Kontext, dass an gleicher Stelle von gleicher Person im Mitteilungsblatt scheinheilig auf die Wanderung und auf die dazugehörige Rücksichtnahme hingewiesen wurde, parallel dieses Feuchtbiotop aber eiskalt trocken gelegt und eben nicht zeitgünstig wieder hergestellt wurde wie es immer wieder postuliert wurde, aber diese war retrospektiv pure Hinhaltetaktik und bewusst gewählt.
Mit der weitreichenden Konsequenz, dass unsere Amphibien eben nicht(!) ablaichen konnten, keinen(!) Schutz hatten und sehr viele adulten Tiere spätestens durch eine sog. Laichverhärtung leidvoll verstorben sind. Traurig und egoistisch! Leute mit einem gesunden und ökologischen Menschverstand müssten diese objektive Gegebenheiten verstehend und entsetzt zurücklassen.
Sarkastisch gesprochen: danke für das proaktive Mitwirken bzgl. des weiteren Rückbaus unserer Natur, der Dezimierung der örtlichen Amphibienpopulation/-generation. Denkanstoß: ohne unsere Natur sind wir wiss. selbst nicht überlebensfähig!
Hauptsache die angedachte überdimensionierte Party, 360 ° um den Teich – wohl gemerkt in einem Schutzgebiet und in/an der Nahe-Aue –, soll wieder für bedenkliche Emissionen, Lärm & künstliches Licht, sorgen. Die Quintessenz – bei der Tatsache, dass das ökologische Gleichgewicht bereits sehr in Mitleidenschaft geraten ist – ist: Vertrauensschwund, Naturschutzschwund, Amphibien(schutz)schwund. Danke dafür!
mh
Nahe der Natur