Stolberg-Kulturmanagement&Stadtarchiv

Stolberg-Kulturmanagement&Stadtarchiv Kupferstadt Stolberg - Amt für Kultur und Volkshochschule

ARCHIV-POST vom Stadtarchiv StolbergMit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus...
21/08/2026

ARCHIV-POST vom Stadtarchiv Stolberg

Mit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus der Alltagsarbeit, aus der Geschichte oder auch von besonderen Fortschritten, Archivalien oder anderem.

Nr. 08/26: Im Spiegel der Weimarer Republik: Nicht umgesetzte Straßenbenennungen

Die Akte des Bestand Stolberg (A1) 142 „Strassenbenennung und Hausnummerierung“ überstand die Hochwasserzerstörung unbeschadet. Wenn nicht historische Namen oder beliebte Blümchen für Straßennamen herangezogen werden, sind diese oft politisch motiviert. Die Stadtgesellschaft will Ereignisse oder meist Personen würdigen, die ein besonderes Erinnern verdient haben. Zeitgeist und das politische System spielen dabei oft eine Rolle: In Stolberg werden aktuell Frauen, die in Stolberg wirkten, und andere lokale Persönlichkeiten in den Fokus gerückt.

In der ersten deutschen Republik, auch Weimarer Republik genannt, beantragte die Stolberger sozialdemokratische Fraktion im Juli 1922, den Kaiserplatz in Rathenauplatz umzubenennen. Walther Rathenau war seit Jahresbeginn 1922 Außenminister des Deutschen Reichs. Er war Sohn des AEG-Gründers, selbst Industrieller und Politiker der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Als liberaler Republikaner und jüdischer Deutscher wurde er Ziel radikaler Anfeindungen und am 24. Juni von Mitgliedern der rechtsradikalen Terrororganisation ‚Organisation Consul‘ ermordet. Die junge Republik wurde von extremistischen, nationalistischen und demokratiefeindlichen Kräften extrem unter Druck gesetzt. Auch der konservative Zentrumspolitiker Matthias Erzberger wurde 1921 als ehemaliger Finanzminister Opfer der Terrorgruppe, und der SPD-Politiker Philipp Scheidemann, der 1918 die Republik ausgerufen hatte, entging knapp einem tödlichen Attentat. Der Reichstag reagierte noch im Juli mit dem ‚Gesetz zum Schutze der Republik‘. In Köln wurde 1922 der Königsplatz in Rathenauplatz umbenannt, in Stolberg wurde der Antrag abgelehnt. Ein Zusatzantrag der DDP-Fraktion in der Stadtverordnetensitzung am 26. Juli wurde einstimmig beschlossen: Eine andere geeignete Straße solle die Bezeichnung Rathenaustraße erhalten. Stadtbaumeister Thiel hatte wenige Tage darauf vermerkt, dass der heutige Willy-Brandt-Platz bzw. der heutige Heinrich-Böll-Platz geeignet seien. Rathenau als ‚erstes Opfer des Dritten Reiches‘ wurde nicht geehrt. Aber an diesen Plätzen zwei andere Persönlichkeiten, die die zweite deutsche Republik, die Bundesrepublik, besonders prägten.

Zehn Jahre später erfolgten zwei Anträge zu Benennungen, die eine andere Intention hatten. Die Zentrumsfraktion hatte beantragt, die erst kurz zuvor nach dem 1925 verstorbenen Heimatdichter benannte Hermann-Ritter-Straße wieder ‚An der Goldenen Mauer‘ zu nennen. Nicht nur, dass deren alter Name kurios und ungeklärt ist, so ist auch die Motivation des Antrags. Ritter war ein rheinischer Schriftsteller und Verfasser von volkskundlichen Erzählungen und Reiseberichten. In Stolberg war er 1888 bis 1895 als Lehrer tätig. Für eine katholisch-konservative Partei erscheint der Antrag, ihm die postume Ehrung zu entziehen, ungewöhnlich. Ein konkreter Anlass ist zu unterstellen, liegt aber im Dunklen. Mutmaßlich ist der zweite Antrag zur selben Straße der kommunistischen Fraktion eine Replik auf diesen. Ohne Aussicht auf Erfolg und gewiss nicht ernst gemeint, doch auch rückblickend ein bemerkenswert kritischer Beitrag zur politischen Lage am Vorabend des Endes der Weimarer Republik. Die Straße solle als „Notverordnungsstraße“ benannt werden. Seit 1930 hatten die deutschen Reichsregierungen keine parlamentarischen Mehrheiten mehr und regierten überwiegend durch Notverordnungen, die an Stelle ordnungsgemäßer Gesetze traten. Die Notverordnungen waren verfassungsmäßig als Instrument in Ausnahmesituationen vorgesehen und wurden nun zur Regel im Regierungshandeln. Schließlich waren die Kanzler von Heinrich Brüning bis zuletzt Adolf Hi**er nicht durch den Reichstag gewählt, sondern durch den Reichspräsidenten ernannt worden. Die Demokratie war schon 1932 in einer Krise und die Stolberger KPD-Fraktion nutzte einen Antrag, dies auf lokaler Ebene aufzugreifen.

Die Anträge wurden der Polizeiverwaltung, die in diesem Kontext nicht nur mit polizeilichen Aufgaben betraut war, übergeben, da die Stadtverordnetenversammlung nicht zuständig für Straßenbenennungen sei. Bereits ein Jahr später existierten beide Parteien nicht mehr und demokratische Mitbestimmung war durch die NSDAP-Diktatur abgeschafft.

Das Stadtarchiv beherbergt und sammelt als Historisches Kompetenzzentrum und ‚Gedächtnis der Stadt‘ Akten, Urkunden, Bilder, Bücher, Zeitungen, Nachlässe und andere Sammlungen der Stadtgeschichte. Haben Sie Fragen rund um Geschichte und Archivwesen, ein Forschungsprojekt oder möchten uns historische Dokumente oder Erinnerungsstücke, wie Fotos, Videos, Berichte oder Objekte anbieten, kontaktieren Sie das Stadtarchiv unter 02402/13364 oder 13313 oder [email protected]!

Bild: Dokumente der Akte ST 142 vom 26. Juli 1922 und 15. Juli 1932 (Kupferstadt Stolberg/Christian Altena)

🏰 Tag des offenen Denkmals auf der Burg StolbergAm 13. September wird unsere Burg zum Treffpunkt für alle, die Geschicht...
10/08/2026

🏰 Tag des offenen Denkmals auf der Burg Stolberg

Am 13. September wird unsere Burg zum Treffpunkt für alle, die Geschichte nicht nur anschauen, sondern erleben möchten. ✨

📅 Sonntag, 13.09.2026 | 10–18 Uhr

Euch erwartet ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein: Entdeckt die Burg mit Audioguides und Entdeckertouren, erfahrt bei Führungen mehr über Küchen- und Heilkräuter im Burggarten oder geht bei „Geheimnisse und Irrtümer in Burg Stolberg“ spannenden Geschichten auf den Grund.

Dazu gibt es historische Archivalien und Fotografien, spannende Einblicke in den Burgstollen, Mitmachaktionen für Kinder, traditionelle Handwerksvorführungen in der Torburg sowie Kuchen und selbst gerösteten Kaffee. ☕️

Kurz gesagt: Geschichte entdecken, ausprobieren, staunen und genießen – mitten in der Burg!

👉 Das komplette Programm mit allen Zeiten und Infos findet ihr auf den Seiten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und in der App zum Tag des offenen Denkmals.

Wir freuen uns auf euch! ❤️

NetzWERKE

ARCHIV-POST vom Stadtarchiv StolbergMit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus...
23/07/2026

ARCHIV-POST vom Stadtarchiv Stolberg

Mit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus der Alltagsarbeit, aus der Geschichte oder auch von besonderen Fortschritten, Archivalien oder anderem.

Nr. 07/26: Hochwassergeschädigte Akten im Wiederaufbau: Was nach der Trocknung folgt

Wie in Archiv-Post 05/2026 berichtet, wurden kürzlich drei Paletten mit Archivunterlagen probeweise getrocknet. Nun beginnt damit die Sichtung und Aufbereitung der ersten hochwassergeschädigten Unterlagen.
Die Prüfung des Zustands ergibt größtenteils ein positives Bild. Wie bei der Bergung wahrgenommen, hat das Wasser die Unterlagen durchnässt und überwiegend nur oberflächlich verunreinigt. Durch das sofortige Abwaschen des Schlamms haftet den Unterlagen, vor allem den Mappen, nur ein dünner Schleier und wenige Krusten von Schlamm an. Die Aktenmappen, hier blau vom Historischen Archiv und orange vom Bauaktenbestand, werden nicht gereingt, sondern entfernt. Nur die eigentlichen Dokumente werden von Anhaftungen befreit und dann in neue Mappen eingeheftet.
Geringe Mengen oder nur wenig verschmutzte Akten können im Stadtarchiv selbst bearbeitet werden. Für die großen Mengen, die noch folgen werden, ist die Reinigung und Restaurierung bei größeren Schäden in spezialisierten Papierrestaurierungswerkstätten vorgesehen. Dabei können Risse, Knitterungen und schwerwiegende Schädigungen entfernt werden.

Die Aktenblätter selbst sind gewöhnlich, wie sich zeigte, nicht verblockt oder verklebt und können nun bereits problemlos geblättert werden. Wellungen im Papier, die der Feuchte geschuldet sind, werden nicht entfernt und sind künftig Teil der Objektbiografie: Ihre Geschichte als hochwassergeschädigtes Archivgut werden die Stolberger Unterlagen für immer behalten.
Erfreulich ist die Beobachtung, dass die meisten Schriften, ob mit Tinte, Schreibmaschine, Bleistift oder gedruckt aufgetragen, ziemlich unbeeinträchtigt das Wasser überstanden haben. Tinten sind öfters etwas ausgeblutet, aber meist ohne dass der Inhalt nicht mehr identifizierbar ist. Lesbar sind die allermeisten Dokumente, und das ist das Wesentliche bei Archivalien. Manche Stempelfarben sind bis zur Unkenntlichkeit ausgewaschen. Insofern ist nicht nur der äußerliche Zustand, sondern auch der Erhaltungsgrad des textlichen Inhalts auf die Umstände bezogen erfreulich. Besonders gut erhaltene Dokumente, denen man eine Wasserschädigung nicht ansieht, sind dabei ebenso zu verzeichnen wie erheblich verschmutzte und physisch deformierte Unterlagen, wo der Wiederherstellungsaufwand größer sein wird.

Ein frühzeitig erkannter Lerneffekt sind die wasserlöslich angebrachten Etiketten. Um durch Klebstoffe keine Fremdstoffe und schädlichen Säuren ans Archivgut zu bringen, wurden Etiketten von Mappen und Kartonagen standardmäßig mit solchen Etiketten bezeichnet. Das Stadtarchiv setzt nun grundsätzlich auf Stempel und Beschriftungen mit wasserfester, unschädlicher Tinte, damit im Havariefall keine aufwändigen Identifizierungen mehr notwendig würden. Der überwiegend verhältnismäßig gute Zustand bewirkt insgesamt eine schnellere Bereitstellung an Nutzer/innen sowie eine kürzere und günstigere Wiederherstellung des Archivguts.

Das Stadtarchiv beherbergt und sammelt als Historisches Kompetenzzentrum und ‚Gedächtnis der Stadt‘ Akten, Urkunden, Bilder, Bücher, Zeitungen, Nachlässe und andere Sammlungen der Stadtgeschichte. Haben Sie Fragen rund um Geschichte und Archivwesen, ein Forschungsprojekt oder möchten uns historische Dokumente oder Erinnerungsstücke, wie Fotos, Videos, Berichte oder Objekte anbieten, kontaktieren Sie das Stadtarchiv unter 02402/13364 oder 13313 oder [email protected]!

Bild: Archivakte mit Schlamm und abgelöstem Etikett, Blick in eine getrocknete Archivakte, Umschlag einer geschädigten Bauakte, Stempel auf neuer Aktenmappe (Kupferstadt Stolberg/Christian Altena)

5 Jahre Archivrettung und 5 Jahre Förderverein Stadtarchiv Stolberg e. V.Gemeinsame Veranstaltung des Stadtarchivs und d...
08/07/2026

5 Jahre Archivrettung und 5 Jahre Förderverein Stadtarchiv Stolberg e. V.

Gemeinsame Veranstaltung des Stadtarchivs und des Fördervereins zum 5. Jahrestag der Ereignisse im Juli 2021

Am 19. Juli 2026, 12 bis 17 Uhr, lädt das Stadtarchiv und sein Förderverein ein ins Begegnungshaus der Kupferstadt Stolberg Grüntalstr. 5, um an die Rettung des Stadtarchivs nach der Hochwasserkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 zu erinnern. Zugleich hat der Förderverein seinen 5. Vereinsgeburtstag, da er inmitten der Rettungsaktion aus dem großen Kreis der Helferinitiative gegründet worden war.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger, alle damaligen Helferinnen und Helfer und alle Interessierten herzlich ein zu einem Wiedersehen bei einem spannenden Programm und einem kulinarischen Angebot mit Würstchen (auch vegan) vom Grill, selbstgebackenem Kuchen und Getränken.

Der Förderverein zeigt eine große Bildausstellung „Rettung des Stadtarchivs“, das Stadtarchiv präsentiert originale Objekte aus der Rettungsaktion und Archivzerstörung sowie kürzlich getrocknete Archivalien. Neben dem Blick zurück gibt es eine Übersicht über den aktuellen Sachstand und die Aussichten für den weiteren Wiederaufbau des Stadtarchivs. In einem separaten Raum werden wir in zwei kurzen Filmen eine virtuelle Führung durch das Übergangsarchiv im Dienstgebäude Zweifaller Straße 112 anbieten und eine Dokumentation der Archivrettung im Juli 2021.
Das Team des Stadtarchivs und der Förderverein des Stadtarchivs freuen sich, allen Besucherinnen und Besuchern zum 5. Jahrestag einen Rückblick voller Zuversicht und Fortschritt zu bieten und eine schöne, gesellige Zusammenkunft. Mit unserer jüngsten Geschichte, einem Bücherflohmarkt, aktuellen Infos und Leckerem von Grill und Kuchenplatte freuen wir uns auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher!

ARCHIV-POST vom Stadtarchiv StolbergMit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus...
24/06/2026

ARCHIV-POST vom Stadtarchiv Stolberg

Mit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus der Alltagsarbeit, aus der Geschichte oder auch von besonderen Fortschritten, Archivalien oder anderem.

Nr. 06/26: Bemalter Bauzaun an der Rathausbaustelle

Wer heute den Standort des ehemaligen und des künftigen neuen Rathauses passiert, nimmt Bauzäune wahr, die informative wie auch künstlerische Elemente zeigen, die der Tristesse der Baustellenrealität entgegenwirken.

Vor über 50 Jahren war die Idee bereits schon einmal gedacht und gemacht worden. Die Kinder Stolberger Schulen waren die Künstler, die mit Pinseln, Farbe und Kreativität eine lange Bildergalerie entstehen ließen. Im Frühjahr 1975 hatten Schüler der Hauptschule Kogelshäuserstraße den Anfang gemacht, als sie die Planken mit einer maritimen Unterseewelt bevölkerten: Seesterne, Fische, Quallen und Seehunde wurden farbenfroh aufgemalt. Wie die Tageszeitung berichtete, wurde der 1. Stellvertretende Bürgermeister Mathias Breuer als zufälliger Augenzeuge auf die Aktion aufmerksam und überzeugte rasch Stadtdirektor Heinrich Römer von der Idee, einen Malwettbewerb auszuloben und allen Stolberger Schulen die Möglichkeit der künstlerischen Betätigung am Gesamtkunstwerk zu ermöglichen.

Gesagt – getan. Über das genaue Verfahren schweigen sich die Quellen aus, aber die Presse berichtete weiter über Stolbergs Plein-air-Künstler/innen. Viertklässler der Grundschule Bischofstraße unter Anleitung der Lehrerin Monika Hermes, die per Losverfahren ausgewählt worden waren, dekorierten den Bauzaun mit großen Blumenbildern, und Gymnasiasten setzten das Endlos-Werk fort. Bunte indianische Totempfähle wurden in Reihe der Absperrung hinzugefügt und ein langer Zug mit Dampflokomotive passierte das Bauschild, während der Gehsteig die Rolle eines Bahnsteigs übernahm.

Die Dampflokeisenbahn fand im Folgejahr 1976 beim großen Abschiedsfest endgültig ihr Ende in Stolberg und im Frühjahr darauf wurde 1977 der Bauzaun als längste Stolberger Schülerkunstgalerie wieder abgebaut und gab den Blick frei auf das neue Gebäude. Bis es heute soweit ist, lockt die Fläche hinter dem aktuellen und teils nicht minder bunten Bauzaun in diesem Sommer zum Feiern und Verweilen ein. ‚Mein Sommer in Stolberg‘ verwandelt die Ödnis der Baustelle bis September in eine attraktive Wohlfühl-Oase. Das hat es so vor 50 Jahren nicht gegeben.

Das Stadtarchiv beherbergt und sammelt als Historisches Kompetenzzentrum und ‚Gedächtnis der Stadt‘ Akten, Urkunden, Bilder, Bücher, Zeitungen, Nachlässe und andere Sammlungen der Stadtgeschichte. Haben Sie Fragen rund um Geschichte und Archivwesen, ein Forschungsprojekt oder möchten uns historische Dokumente oder Erinnerungsstücke, wie Fotos, Videos, Berichte oder Objekte anbieten, kontaktieren Sie das Stadtarchiv unter 02402/13364 oder 13313 oder [email protected]!

Bild: Stolberger Schülerinnen setzen letzte Pinselstriche an ihren Kunstwerken am Bretterzaun der Rathausbaustelle (Bildsammlung Stadtarchiv Stolberg, 1975, Original-Farbaufnahme)

Stolberg heimatet - Heimat-Preis 2026Aktuell nimmt die Kupferstadt Stolberg wieder Vorschläge für die Vergabe des Heimat...
17/06/2026

Stolberg heimatet - Heimat-Preis 2026

Aktuell nimmt die Kupferstadt Stolberg wieder Vorschläge für die Vergabe des Heimat-Preises entgegen.

Der „Heimat-Preis“ soll beispielhaftes Engagement von Vereinen, ehrenamtlichen Initiativen oder Privatpersonen für unsere Heimat auszeichnen, die sich um die Pflege der Heimat, die Geschichte der Kupferstadt Stolberg, das Brauchtum in Stolberg, lokale Kultur und Tradition, das Nachbarschaftswesen oder weitere Heimatbereiche verdient gemacht haben. Unternehmen bzw. Gewerbetreibende sowie Gremien, Eigenbetriebe und eigene Einrichtungen der Kommune kommen für eine Auszeichnung mit dem „Heimat-Preis“ nicht in Betracht.
Vorschläge und Bewerbungen können bis Sonntag, 13. September 2026 über das Bewerbungsformular im Serviceportal der Kupferstadt Stolberg eingereicht werden.

Die Begründung sollte das preiswürdige Projekt beziehungsweise das Engagement darstellen und seine Entstehung, Umsetzung und Wirkung beschreiben.
Der Preis wird durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

31/05/2026

Mit dem ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus der Alltagsarbeit, aus der Geschichte oder auch von besonderen Fortschritten, Archivalien oder anderem.

Nr. 05/26: 404 Paletten voller Geschichte: Die ersten drei sind zurück!

Wir haben Stadtarchivar Christian Altena besucht. Ihn erreichten jetzt drei Paletten, die gemeinsam mit weiteren 401 Paletten nach der Flut tiefgekühlt eingelagert wurden.
Als Wasser und Schlamm bis ins Erdgeschoss des Rathauses standen, lagerten in den Archivkellern hunderte Meter voller Akten, Dokumente und Stadtgeschichte. Damals haben unzählige Helfer alles mit klarem Wasser abgespült, in Folie verpackt und ins Tiefkühlhaus gebracht, auf insgesamt 404 Paletten.
Jetzt, Jahre später, beginnt langsam die Rückkehr.
Die ersten drei Paletten wurden im LVR Landesmuseum Bonn probeweise getrocknet und nun nach Stolberg zurückgebracht. Jede einzelne Akte muss jetzt geprüft, sortiert und bewertet werden:
Was kann gerettet werden?
Was hat historischen Wert?
Was muss restauriert werden?
Ein Moment, der zeigt, was zu erwarten ist, wenn die übrigen Paletten in den kommenden Monaten aufgetaut und zurückgebracht werden.
Manche Seiten sind nur leicht wellig. Andere tragen noch Schlammspuren, Rost oder verlaufene Tinte. Hinter jeder Palette steckt unglaublich viel Arbeit, Geduld und Verantwortung.
„Wir haben die räumlichen Bedingungen geschaffen, um die restlichen 401 Paletten nach der Trocknung durch Dienstleister erwarten und unterbringen zu können. Das ist ein kleiner, großer Schritt auf unserem Weg zur Wiederherstellung des Archivguts, der uns noch einige Jahre beschäftigen wird. Ich bin zuversichtlich, dass wir gute Ergebnisse erzielen werden“, so Stadtarchivar Christian Altena.
Ein Besuch, der gezeigt hat, wie viel Geschichte in Papier steckt und wie viel Einsatz nötig ist, um sie für kommende Generationen zu bewahren.

Das Stadtarchiv beherbergt und sammelt als Historisches Kompetenzzentrum und ‚Gedächtnis der Stadt‘ Akten, Urkunden, Bilder, Bücher, Zeitungen, Nachlässe und andere Sammlungen der Stadtgeschichte. Haben Sie Fragen rund um Geschichte und Archivwesen, ein Forschungsprojekt oder möchten uns historische Dokumente oder Erinnerungsstücke, wie Fotos, Videos, Berichte oder Objekte anbieten, kontaktieren Sie das Stadtarchiv unter 02402/13364 oder 13313 oder [email protected]!

19/05/2026
30/04/2026
Mit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus der Alltagsarbeit, aus der Geschich...
24/04/2026

Mit der ARCHIV-POST berichtet das Stadtarchiv als zentrale Gedächtniseinrichtung aus der Alltagsarbeit, aus der Geschichte oder auch von besonderen Fortschritten, Archivalien oder anderem.

Nr. 04/26: Neues vom Wiederaufbau: Ausschreibung der Trocknungsmaßnahme

„Was lange währt, wird endlich gut“ bzw. trocken, kann man als Motto dieser Archiv-Post des Wiederaufbaues des Stadtarchivs sagen. Am 29. Juli 2021 wurde die letzte Palette mit nassem Archivgut gepackt und in das Tiefkühlhaus geliefert. Im fünften Jahr danach erfolgte nun die europaweite Ausschreibung für die Trocknungsmaßnahme. Bauakten, Zwischenarchivgut und vor allem historisches Archivgut im Umfang von 401 Euro-Paletten harren auf die Vakuumgefriertrocknung durch spezialisierte Dienstleistungsunternehmen.

Zwei Wochen lang hatten hunderte Helferinnen und Helfer das Stadtarchiv unterstützt, das wertvolle Schriftgut zu bergen und der rettenden Tiefkühlung zuzuführen. Nur um Zeit zu gewinnen: Für die vorbereitenden Maßnahmen, Mittelbereitstellung, Planung. Die komplexe Ausschreibung wurde ausgearbeitet und die notwendigen Räumlichkeiten geschaffen, um das getrocknete Schriftgut auch sicher und fachgerecht einlagern zu können. Ende März wurde nun die Ausschreibung veröffentlicht, so dass die 401 Paletten, aufgeteilt in 20 Lose, durch Dienstleister getrocknet werden können. Die probeweise Gefriertrocknung von Unterlagen im LVR-Museum Bonn hat ergeben, dass pro Palette etwa 100 Liter Wasser gespeichert sind. Nur die mit Plänen und Grafiken gepackten Paletten sind so flach wie diese im Foto. Der Großteil ist etwa 130 cm hoch mit Unterlagen in Kartons gepackt worden.

Das Verfahren selbst ist einfach, aber zeitaufwändig. In einem künstlich erzeugten Vakuum in einer röhrenförmigen Apparatur wird ein Druck von unter 0,5 mbar erreicht. Nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten sinkt bei geringerem Druck der Siedepunkt, so dass das Wassereis in den Unterlagen bei Raumtemperatur direkt verdampft, ohne in den flüssigen Zustand überzugehen. Ein Kondensator im Gerät fängt die Flüssigkeit auf und führt sie ab. Dabei ist das Archivgut selbst noch tiefgefroren und wird sofort trocken. Durch begleitende mechanische Effekte werden sogar verklebte Papierseiten getrennt. Bei der immensen Wassersättigung unserer Unterlagen dauert der Prozess mehrere Wochen. Und der gesamte Prozess für alle Unterlagen des Stadtarchivs voraussichtlich mehrere Jahre.

Die Lose umfassen Hausakten des Amts für Bauordnung, die Unterlagen des Verwaltungsarchivs und zum größten Teil natürlich des Historischen Archivs. Wenn der aufwändige Prozess der Trocknung abgeschlossen ist, werden sukzessive die trockenen Unterlagen gesichtet, restauriert und wieder der Nutzung durch Verwaltungsmitarbeiter/innen bzw. Nutzer/innen des Stadtarchivs bereitgestellt. Die Wiederherstellung der stadtgeschichtlichen Dokumente ist eine sehr aufwändige, zeit- und kostenintensive der Wiederaufbaumaßnahmen der Stadtverwaltung, die durch den Wiederaufbaufonds des Bundes und der Länder gefördert wird.

Das Stadtarchiv beherbergt und sammelt als Historisches Kompetenzzentrum und ‚Gedächtnis der Stadt‘ Akten, Urkunden, Bilder, Bücher, Zeitungen, Nachlässe und andere Sammlungen der Stadtgeschichte. Haben Sie Fragen rund um Geschichte und Archivwesen, ein Forschungsprojekt oder möchten uns historische Dokumente oder Erinnerungsstücke, wie Fotos, Videos, Berichte oder Objekte anbieten, kontaktieren Sie das Stadtarchiv unter 02402/13364 oder 13313 oder [email protected]!

Bild: Die letzte Palette, die am 29. Juli 2021 ins Tiefkühlhaus gesandt wurde, mit den freiwilligen Helferinnen und Helfern, Stadtarchivar Christian Altena (5. v. l.) und Bürgermeister Patrick Haas (5. v. r.)

Adresse

Frankentalstraße 3
Stolberg
52222

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Stolberg-Kulturmanagement&Stadtarchiv erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Verknüpfungen

Teilen