26/07/2026
Was für ein Wahnsinn. Wir waren gestern auf dem CSD in Stuttgart. Überall feiernde und fröhliche Menschen – die aber auch nicht einfach nur gefeiert haben, sondern die einen klaren Standpunkt vertreten haben: Unser Land ist bunt und jeder Farbtupfer, jeder Mensch hat hier seinen Platz, seine Würde und seine Freiheit. Selbstverständlich sollte man meinen, ist es aber nicht.
Gestern Abend fuhr ein Transporter in den CSD in Berlin, zahlreiche Verletzte, eine Tote. Wir wissen inzwischen, dass der Täter zum islamistischen Milieu gehört. Das war eine politische Tat, motiviert von einer radikalen Ideologie, die unsere Werte ablehnt.
Wir trauern. Um die Tote, die Verletzen, mit den Angehörigen und allen, die das bis ins Mark getroffen hat und in ihrer eigenen Lebenssituation schwer trifft.
Solche politischen Taten brauchen Antworten. Geholfen ist allerdings niemandem, wenn Rechtsextreme und andere, die sich sonst nur für CSDs oder queeres Leben interessieren, wenn sie dagegen hetzen können, jetzt diesen abscheulichen Anschlag nutzen, um - wie gewohnt - gegen Migrantinnen, Migranten und Muslime zu hetzen. Zehntausende von ihnen waren doch selbst auf dem CSD. Und die queere Community leidet tagtäglich unter den fortwährenden Angriffen von Rechtsextremen und Rechtspopulisten. Mehr Hass ist keine Hilfe.
Hilfreich ist auch nicht, das Problem nicht konkret anzusprechen: Der radikale Islamismus hat gestern getötet, aus Hass, aus Berechnung. Darauf müssen wir bessere Antworten finden als bislang. Queeres Leben muss in Deutschland sicher sein. Und wir werden alles dafür tun, das zu erreichen.