30/04/2026
Was derzeit in Berlin-Kreuzberg passiert, ist kein Einzelfall mehr, sondern ein Symptom einer grundlegenden Fehlentwicklung. Drogenhandel, Gewalt und Verwahrlosung verschwinden nicht. Sie werden lediglich verlagert. Die Schließung des Görlitzer Parks hat das Problem nicht gelöst, sondern direkt in die Wohnhäuser der Anwohner verschoben.
Dort erleben Mieter inzwischen Zustände, die in einem funktionierenden Rechtsstaat nicht vorkommen dürften. Aufgebrochene Wohnungen, besetzte Treppenhäuser, Drogenreste, Gewaltandrohungen. Viele sichern ihre Türen zusätzlich, installieren Kameras und bewegen sich nur noch mit Schutzmitteln durch ihre eigenen Gebäude.
Die Reaktion der Politik bleibt unzureichend. Statt konsequenter Durchsetzung von Recht und Ordnung gibt es halbherzige Maßnahmen und Verantwortungsverschiebung. Selbst eingesetzte Sicherheitsdienste sind nur sporadisch präsent und lösen das Problem nicht.
Die Konsequenz ist absehbar: Bürger organisieren sich selbst. Sie gehen gemeinsam auf Streife, kontrollieren ihre Häuser und versuchen, für Ordnung zu sorgen, wo staatliche Strukturen nicht mehr greifen.
Das ist kein Ausdruck von Stärke, sondern ein deutliches Warnsignal. Ein Staat, der seine Kernaufgabe – den Schutz seiner Bürger – nicht mehr zuverlässig erfüllt, verliert Vertrauen und Autorität.
Sicherheit darf nicht privatisiert werden. Es ist Aufgabe des Staates, für sichere Lebensverhältnisse zu sorgen.
Berlin muss endlich handeln: mit konsequenter Bekämpfung der Drogenkriminalität, spürbarer Polizeipräsenz und klarer Priorität für den Schutz der Anwohner. Alles andere führt dazu, dass sich solche Zustände weiter ausbreiten.
Ein funktionierender Staat erkennt man daran, dass seine Bürger sich nicht selbst schützen müssen.