29/10/2021
Hier nun der dazugehörige Bericht von der Jahreshauptversammlung (von Dr. Christian Gerhart)
AKU Vorstand Dr. Christian Gerhart mit verjüngter Mannschaft wiedergewählt
Nachdem die vergangenen eineinhalb Jahre auch für den CSU Arbeitskreis Umwelt und Landesentwicklung ohne Präsenzveranstaltungen ablaufen musste, konnte bei der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen wieder frische Hoffnung geweckt werden. Als Kreisvorsitzender wurde Dr. Christian Gerhart einstimmig wiedergewählt. In der weiteren Vorstandschaft haben sich aber einige Wechsel vollzogen. So wurde neben dem bisherigen Stellvertreter Konrad Baur zusätzlich Bernhard Braun aus Ruhpolding neu in dieses Amt gewählt. Braun arbeitet für die Junge Liste im Kreistags Umweltausschuss mit. Neuer Schriftführer wurde Josef Mörtel aus Bergen. In bewährten Händen blieb das Amt der Schatzmeisterin bei Katharina Stettmer aus Tittmoning. Als Beisitzer wurden gewählt Hannah Schroll, die JU Kreisvorsitzende aus Traunreut, Klaus Huber, Wasserkraftwerksbetreiber aus Trostberg, Josef (jun.) Mayer, ehemaliger AKU Oberbayernvorsitzender und Landschaftspfleger aus Chieming/Hart, Dr. Birgitt Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Traunstein aus Trostberg, Dr. Michael Lache, Unternehmensberater und Holzwirt aus Obing und Markus Steffl, Hotelier aus Ruhpolding.
In seinem Bericht ging Vorstand Gerhart auf die wenigen möglichen Veranstaltungen im Jahr 2019 ein, u.a. eine gut besuchte Informationsveranstaltung zusammen mit MdL Klaus Steiner zum Thema Kunststoffe bei der Firma Brückner in Siegsdorf.
Gast und Wahlleiter des Abends war der designierte Nachfolger im AKU Oberbayern, Hr. Christian Schäfer aus Oberaudorf. Schäfer, gelernter Käsemeister und Almbauer, berichtete über seine Erfahrungen mit seiner europaweit einzigartigen Zuchtherde bestehend aus einer 5000 Jahre alten Hornschafrasse. Diese Soay-Schafe werden von ihm zur Landschaftspflege auf der Alm trainiert, da sie relativ robuste Allesfresser sind. Dabei hat er auch über seine Erfahrungen mit durchziehenden Wölfen berichtet und seine Bemühungen bzgl. eines selbst entworfenen elektrischen Zaunes, um die Schafe zu schützen. Aber nicht nur die Wölfe bereiten ihm Sorge, sondern auch die sich mit dem Klimawandel verändernde Vegetation und Trockenheit auf der Alm. Mit großem Interesse wurde nicht nur sein Vortrag über seine Zucht- und Wolfserfahrung verfolgt, sondern auch seine Erfahrung in der Käserei, die für einen immer größer werdenden Einzugsbereich Käseherstellung als Dienstleistung anbietet. Dabei konnten sich alle Anwesenden vom mitgebrachten Almkäse, Weichkäse sowie einen für die Region nicht ganz typischen Tilsiter überzeugen – in jedem Fall besondere Käse, die nach alten Methoden mit neuester Technik in viel Handarbeit produziert und lokal vermarktet werden.
In der folgenden Aussprache und Diskussion gab es auch im Nachgang zur verlorenen Bundestagswahl einige selbstkritische Anmerkungen. Speziell Forstwirt Dr. Lache ging mit der eigenen Partei etwas schärfer ins Gericht. Seiner Meinung nach lag einer der Gründe, dass die CSU bei der Bundestagswahl mit einem so schlechten Ergebnis abgestraft wurde, sicherlich im Verlust junger Wähler an Parteien mit ökologischen Konzepten.
Die CSU hat es in der Vergangenheit versäumt, den Schutz der Heimat und das Bewahren von Tradition mit ökologischen Themen zu verknüpfen. In der Konsequenz trauen uns viele Wähler nicht mehr zu, ökologische und nachhaltige Themen glaubhaft und professionell zu besetzen, so Lache. Deshalb freut er sich, dass er nun im AKU aktiv mitwirken kann, um das verlorene Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.
Der Vorsitzende der Traunsteiner Stadtratsfraktion, Konrad Baur, informierte kurz über den anstehenden „Klimaentscheid“ in der Stadt Traunstein, den die CSU-Fraktion angeregt hatte: „Wir müssen es schaffen, bei der Frage des Klimawandels einen konkreten Mehrwert von dringend notwendigen Maßnahmen für jeden Einzelnen von uns zu schaffen. Nur mit ideologischen Weltverbesserungsphantasien wird es am Ende des Tages nicht gehen“, so Baur. Deshalb gelte auch beim Klimaentscheid in der Stadt: Klimaschutz ist Heimatschutz, so Baur weiter „und letztendlich auch Geldbeutelschutz für jeden einzelnen von uns!“.
In jedem Fall hat sich die neue Vorstandschaft einiges an Aufgaben auf die Fahne geschrieben, um von der Basis her die grünen Themen der CSU intensiver in die Öffentlichkeit zu tragen.