27/11/2022
Unser Beitrag zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, verfasst von unserer Co-Sprecherin:
Alle zweieinhalb Tage wird eine Frau in Deutschland umgebracht. Und die Gewalt nimmt von Tag zu Tag weiter zu.
Jede dritte Frau erfährt in ihrem Leben Gewalt, einfach weil sie eine Frau ist. Sexismus und Misogynie bekräftigen diese Gewalt und führen durch Objektifizierung und Verharmlosung von Straftaten sowohl zu Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen als auch zu Femiziden.
Die diesjährigen Statistiken zu Partnerschaftsgewalt des BKA zeigen deutlich, wie groß das Problem patriarchaler Gewalt gegen Frauen immer noch ist. Gerade nach der Pandemie steigen die Zahlen häuslicher Gewalt an, viele Frauen sind in ihrem eigenen zuhause nicht mehr sicher.
Zu bedenken ist auch, dass diese Zahlen nie die wahrhafte Anzahl an Fällen zeigen wird, denn die Dunkelziffer ungemeldeter Fälle ist hoch.
Häusliche Gewalt ist nicht die einzige Form von Gewalt an Frauen, sie äußert sich auch durch Ungleichheiten in der Arbeitswelt, durch Vorgesetzte oder Beamte (die noch seltener gemeldet werden) oder der fehlenden Lohngerechtigkeit. Diese Gewalt wird genutzt, um Macht und Dominanz auszuüben.
Die Gewalt äußert sich auch in direkter Degradierung und Angriffen: in Form von Sexismus, Beleidigungen, Cat-Calling, Sexualisierung von Frauenkörpern, Verharmlosung von Übergriffen, Victim-Blaming, Vergewaltigungen und Femiziden.
Die patriarchale Kultur ermöglicht diese Gewalt und fördert und erhält Ungerechtigkeit und Unterdrückung mit kapitalistischen Strukturen.
Diese Gewalt ist strukturelle Gewalt und tief in unserem System verankert. Sie wird als Machtinstrument genutzt und durch die ökonomische Benachteiligung der Frau bekräftigt.
Eine Überwindung solcher struktureller Gewalt unter dem Patriarchat sind folglich nur auch durch eine Überwindung des Kapitalismus möglich. Solange es die nicht gibt, kämpfen wir weiter gegen patriarchale Gewalt und für die Sicherheit und Gleichstellung aller Frauen.