Forschungsstelle für fränkische Volksmusik

Forschungsstelle für fränkische Volksmusik Forschungsstelle für fränkische Volksmusik Willkommen auf der Fan-Seite der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik. Sie besteht seit 1981.

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en und Unterfranken. Wir sammeln Zeugnisse popularen Musizierens, Singens und Tanzens, archivieren und interpretieren sie. Welcome to the Fan Page of the Forschungsstelle fuer fraenkische Volksmusik. Our institution founded in 1981 collects, archives and interprets evidence of traditional popular music, singing and dancing. Allgemeine Informationen
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Forschungsstelle für fränkische Volksmusik
Schloßstraße 3
97215 Uffenheim

Tel.: 09842 / 936 94 90

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Sich mit der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt über Volksmusik auszutauschen, ist immer ein Gewinn. Interessante Ideen h...
10/09/2026

Sich mit der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt über Volksmusik auszutauschen, ist immer ein Gewinn. Interessante Ideen hat sie genauso in petto, wie zum Beispiel den Hinweis auf dieses spannende Lied auf Kaschubisch. Beim Kirchweihdämmerschoppen am vergangenen Montag in Uffenheim hat sie uns darauf aufmerksam gemacht und wir teilen den Tip gern.

Das Kaschubische ist eine westslawische Sprache, die in der Gegend westlich und südlich von Danzig von knapp 110.000 Menschen aktiv als Umgangssprache gesprochen und von fast dreimal so vielen Menschen verstanden wird. Seit 2005 hat es gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen den Status einer Regionalsprache und gilt darüber hinaus als gefährdete Sprache.

Sehr bekannt ist ein Abzählreim, der wohl in unterschiedlichen Varianten in der gesamten Kaschubei bekannt ist. Die „Kaschubischen Noten“ sind eine Art Zeichensprache, die laut dem FranciszekTreder Kaschubischen Museums in Kartuzy den kaschubischen Kindern in der Zeit der Teilung Polens sowohl in den Schulen als auch zu Hause dabei half, die kaschubische Sprache zu lernen und somit am Leben zu erhalten.

Mit englischen Untertiteln kann das Lied hier angehört und die Illustration betrachtet werden: https://www.youtube.com/watch?v=LQcNeMMhmeo

Ein Notenblatt und den Text auf Kaschubisch und Polnisch, dazu ein Hörbeispiel finden Sie hier: https://www.kartuzy.pl/strona/2007-kaszebscze-note-kaszubskie-nuty-abecadlo-kaszubskie

Eine deutsche Übersetzung des Textes bietet diese Seite: https://www.polish-online.com/polen/staedte/kaschubei.php

Zum Museum: https://muzeum-kaszubskie.pl/deutsch

Eine einzelne weiße Chrysantheme kann Bände sprechen. Glauben Sie nicht? Na, dann führen Sie sich doch mal den Refrain d...
09/09/2026

Eine einzelne weiße Chrysantheme kann Bände sprechen. Glauben Sie nicht? Na, dann führen Sie sich doch mal den Refrain dieses Schlagers von W***y Rosen (Melodie, 1894-1944) und Kurt Robitschek (Text, 1890-1950) zu Gemüte:

„Eine schöne weisse Chrysanthème
Bringe deiner Liebsten selbst ins Haus!
Eine schöne weisse Chrysanthème
sagt viel mehr oft als ein ganzer Strauss.
Ausserdem ist noch das Angenehme:
Diese Blume wirkt stets frisch und neu.
Eine Woche hält die Chrysanthème,
Eine Woche bleibt die Liebste treu!“

Sehen Sie! So schnell kann’s gehen. Schnell ging’s auch mit dem Yale Blues, einem Modetanz um 1927/1928, zu dessen Gattung vorgenannter Schlager zählte: “Der Yale, Yale Blues oder auch Yale Trot war ein um 1927 auch in Deutschland recht beliebter Gleittanz. "Erfunden" in England von Vivian Ellis war der Tanz 1927 der Hit, sowohl in Europa wie auch den USA. Nach der Hektik des Charleston ließ dieser an den Slowfox und Blues erinnernde Tanz Zeit zum Verschnaufen.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_schöne_weiße_Chrysantheme)

Ob Chrysanthemen nicht zuletzt wegen dieser Zuordnung in unseren Breitengraden als beliebte Herbstblume, als Friedhofs- und Allerheiligenblume gelten? In Japan jedenfalls halten sie den Status der Nationalblume – man denke nur an die Bezeichnung Chyrsanthementhron für den japanischen Kaiserthron. So war auch das traditionelle Kiku no Sekku, das Chrysanthemenfest ursprünglich ein Hofzeremoniell. Erst ab dem 17. Jahrhundert feierte man auch in der japanischen Öffentlichkeit , und zwar vor allem die magische Schutzkraft der Blüten. Wohl hat das Fest inzwischen an Bedeutung verloren, den ein Jahr lang gereiften Chrysanthemenwein konsumieren scheinbar nach wie vor viele Japanerinnen und Japaner. Bei zu viel Chrysanthemenwein kann dann allerdings auch die Treue wieder auf dem Spiel stehen.



Foto von Romario99! auf pixabay.de

Die katholische Kirche begeht heute den „Kleinen Frauentag“, will sagen, sie feiert nach dem „Großen Frauentag“ (15. Aug...
08/09/2026

Die katholische Kirche begeht heute den „Kleinen Frauentag“, will sagen, sie feiert nach dem „Großen Frauentag“ (15. August, Mariä Himmelfahrt) die Geburt der Gottesmutter Maria. Bauernregeln bringen diesen Festtag mit dem Herbstanfang in Verbindung, besonders bekannt ist folgender Spruch „An Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt“. Die bei uns in den Sommermonaten heimischen Rauch- und Mehlschwalben sammeln sich gut sichtbar in immer größeren Gruppen und machen sich schließlich auf den Weg in ihre Einterquartiere, bevor sie im April und Mai wieder zu uns kommen. Die Melancholie der in den Süden entschwindenden Schwalben entfaltet sich im Gedicht „Wenn die Schwalben heimwärts ziehn“ von Karl Herloß (1804-1849). Hier muss offenbar auch ein Herz Abschied nehmen und der Dichter überlegt durchaus hoffnungsfroh:

„Gibt es wohl ein Wiedersehn?
fragt das Herz in bangem Schmerz,
glaub’ dass ich dich wiederseh,
gut auch heut’
das Scheiden so weh.“

Unter dem Titel „Agathe“ hat Franz Wilhelm Abt (1819-1885) das Gedicht 1846 vertont. Wir zeigen ihnen aus unserem Archiv dazu die Flügelhorn-Stimme einer achtstimmigen Blechmusik aus Hohenberg an der Eger, um 1855 von „Richard Mainer“ notiert. Den kompletten Satz finden Sie online unter https://volksmusik-forschung.de/legamus/noten.html?id=411334

In Nürnberg gründeten sich um 1900 so manche Oberlandler-Kapellen – auch jene, die das heutige Postkartenmotiv ziert: Ha...
07/09/2026

In Nürnberg gründeten sich um 1900 so manche Oberlandler-Kapellen – auch jene, die das heutige Postkartenmotiv ziert: Hans Gebhardt’s Original-Oberlandler, die sich 1902 formierten. Zu ihrem Unterhaltungsprogramm gehörten neben dem musikalischen Part auch humoristische Einlagen, zu denen die Musikanten teils in „fantasievollen“ Kostümen schlüpften. Obwohl durch Postkarten, Schallplattenaufnahmen, einem selbst herausgegebenen Bockliederheft oder Zeitungsanzeigen greifbar, bleiben doch die einzelnen Mitglieder meist im Verborgenen. Ähnlich wie die Postkartenschreiber vor fast 120 Jahren. Gleichzeitig gewähren sie aber auch eine Momentaufnahme aus ihrem Leben. Bei unserer heutigen Karte war es wohl das Ehepaar Bruno und Martha, die am 7. September 1909 von Leipzig-Möckern eine Postkarte ins ca. 65 km südlicher gelegene Pölzig schickten. Dort lebte der Schuhmachermeister Ernst R. und seine Ehefrau, die als „lieber Schwager, Schwester u. Schwägerin“ tituliert wurden. Bruno und Martha bedankten sich recht herzlich für das von ihnen erhaltene Paket und versicherten, dass das von Martha im Gegenzug versprochene in einer Woche, spätestens in 14 Tagen kommen würde. Abschließend hieß es: „Wie stehts mit der Messe. Kommt Ihr auch rein, die ist im besten Schwunge“. Mit der „Messe“ dürfte die in Leipzig stattfindende Herbst- bzw. Michaelismesse gemeint gewesen sein, die Anfang September stattfand. Vielleicht trat dort sogar Hans Gebhardt’s Oberlandler-Kapelle.

Wie gesagt: Sommerzeit ist Postkartenzeit. Heute kommt diese am 3. September 1909 gestempelte und nach Bergerac versandt...
04/09/2026

Wie gesagt: Sommerzeit ist Postkartenzeit. Heute kommt diese am 3. September 1909 gestempelte und nach Bergerac versandte Grußkarte daher. Sie zeigt zwei Männer im Anzug und zwei Frauen in Trachten beim Tanz im Freien. Links neben ihnen sitzt ein weiterer Mann, der eine Sackpfeife (genauer eine Cabrette) spielt. Im Hintergrund befinden sich eine Steinmauer und hohe laublose Bäume.
Die kleine Notengrafik im linken oberen Eck verrät, worum es hier geht, nämlich um „La Bourée d’ Aubergno“, die rechts oben auch als „Bourée d’Auvergne bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Bourée-Variante, die im Wesentlichen ohne Körperkontakt ausgeführt wird und sich durch gleitenden Bodenkontakt der Füße, unterbrochen von Schlagschritten auszeichnet. Im Gegensatz zu den in Reihen getanzten geradtaktigen Bourées steht sie im Dreiertakt und wird zu zweit oder zu viert getanzt. Meist wird zum Tanz gesungen. Die abgebildete Figur „Le Croisé“ oder „Croisement“ besteht aus einem Platzwechsel der Tänzer mit einer halben Drehung (Hand- oder Armtour) und zurück, mit einer halben Drehung auf den eigenen Platz sowie der Wiederholung dieser Figuren.
Zur „Bourée d’ Aubergno“ wurde seinerzeit offenbar eine Serie fotografiert, denn wir besitzen eine weitere Postkarte mit identischem Personal mit anderer Tanzstellung. Doch dazu ein andermal mehr.
Die Auvergne gehört heute zur Regon Auvergne-Rhône-Alpes, die westlich an die Region Nouvelle-Aquitaine grenzt. Bergerac, der Zielort unserer Karte ist übrigens die zweitgrößte Stadt im Département Dorgdogne.

František Alois Drdla, 1868 in Mähren geborener Geiger und Komponist, studierte in Prag und Wien und war zunächst als Ge...
03/09/2026

František Alois Drdla, 1868 in Mähren geborener Geiger und Komponist, studierte in Prag und Wien und war zunächst als Geiger an der Wiener Hofoper und anschließend als Orchesterleiter am Theater an der Wien tätig. Er ist vor allem für seine leichteren Geigenstücke bekannt. Und mit einem davon hat er es in die Sammlung bekannter LIeder und Melodien aus Opern und Operetten von Georg Weinschütz für Bandonion geschafft. Mit der Kubelik-Serenade nämlich. Diese ist dem Prager Geiger und Komponisten Jan Kubelík (1880-1940) gewidmet. Kubelík, der Geigen von Stradivari und Guarnieri del Gesù besaß und auch spielte, hatte acht Kinder. Seine fünf Töchter wurden alle Geigerinnen, am bekanntesten wurde der älteste seiner Söhne Rafael Kubelík.
Doch zurück zu unserer Notenhandschrift. Sie stammt aus der Feder von Georg Weinschütz (1871-1949), der als einer der bekanntesten Bandonion-Spieler seiner Zeit gilt. Er gründete das „Münchner Original-Terzett Georg Weinschütz“ und wirkte an mehr als 120 Schallplattenaufnahmen mit, von denen die erste bereits 1901 entstand. Das Melodiebuch stammt aus dem Nachlass Franz Richls (Rauhenebrach), der die Musikalien vor allem auf Flohmärkten erwarb. Richls große Sammlung wurde auf seinen Wunsch an die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik übergeben. Weinschütz verwendete keine Griffnotation, sondern den Klaviersatz. Wir vermuten, dass er nicht nur der Schreiber, sondern möglicherweise auch der Besitzer des Notenbuchs war, jedoch ist auch bekannt, dass er Noten in Auftragsarbeiten schrieb.
Der Urheber der Kubelik-Serenade, František Alois Drdla , verstarb am 3. September 1944.

Es ist der Zither-Klassiker schlechthin: Das Harry Lime-Theme aus dem britischen Schwarzweiß-Film „Der dritte Mann“. Der...
02/09/2026

Es ist der Zither-Klassiker schlechthin: Das Harry Lime-Theme aus dem britischen Schwarzweiß-Film „Der dritte Mann“. Der Komponist Anton Karas selbst spielte im August 1949 die Aufnahme ein, die nach dem Filmstart Weltruhm erlangen sollte. Wie es sich gehört, winden sich um einen so bekannten Titel auch Mythen und Legenden. So habe Regisseur Carol Reed Karas in einer Gaststätte spielen hören und in einem zum improvisierten Tonstudio umfunktionierten Hotelzimmer einige Stücke einspielen lassen. Die Filmmusik sein in Alexander Kordas Londoner Filmstudios entstanden, wo der stets unter Heimweh leidende Österreicher Karas bis zu 14 Stunden täglich für 12 Wochen an seiner ersten Komposition gearbeitet habe.

Am 31. August oder 2. September 1949 (hier sind sich die Wikipedia-Quellen nicht einig) erfolgte die Uraufführung des Films in London, bevor die deutsche Fassung im Januar 1950 zunächst in westdeutschen Kinos und am 10. März in Österreich startete. Bereits im Dezember 1949 war auf Decca eine Einspielung vom Urheber erschienen, die Cover-Versionen, Bearbeitungen und Darbietungen dürften Legion sein.

Magdalena Pedarnig jedenfalls hat den Evergreen im Januar 2023 auf sechs verschiedenen Zithern eingespielt. Lauschen Sie den feinen Unterschieden: https://www.youtube.com/watch?v=911Lda8PKPU

Aus unserer Zithersammlung zeigen wir Ihnen dazu eine Harfenzither mit Lohengrin-Intarsie, die zu uns von einer Familie aus Dinkelsbühl kam. Im Schallloch lässt sich ein Etikett entdecken, das besagt „Musik-Instrumenten-Fabrik / von / Martin Kohn / Ansbach, Bayern“. Gespielt wurde das Instrument in Berg bei Neumarkt vom Onkel der Besitzerin.

Martha verstarb am 1. September 1914. Ihren Namen hatte sie zu Ehren der ersten US-amerikanischen First Lady, Martha Was...
01/09/2026

Martha verstarb am 1. September 1914. Ihren Namen hatte sie zu Ehren der ersten US-amerikanischen First Lady, Martha Washington erhalten. Martha verstarb mit 29 Jahren im Zoo von Cincinnati, Ohio und war die letzte Wandertaube gewesen. In Freiheit waren ihre Ahnen und Mitvögel schon Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet worden, dabei zählten sie noch rund 100 Jahre vorher mit geschätzt drei bis fünf Milliarden Exemplaren zu den häufigsten Vogelarten der Welt, brüteten in riesigen Kolonien im östlichen Nordamerika und durchzogen in so unvorstellbar großen Schwärmen das Land, dass zeitgenössische Quellen davon berichteten, ihretwegen sei der Himmel tagelang verdunkelt gewesen.

Wir gedenken Martha und aller Wandertauben mit einem Lied aus der Feder von Ernst Steinbauer, das zwar garantiert nicht auf sie gemünzt war, uns aber doch ganz passend erscheint. Vielleicht mögen Sie’s mal singen?

1. A Tauber fliecht in Wald draus rum, ruguh ruguh, und schaut si nach ra Teibi um ruguh, ruguh,, ruguh, ruguh.

2. Er will zu der Teibi ins Nestla nei - ruguh, ruguh. Und frächt obs will sei Teibli sei - ruguh, ruguh, ruguh, ruguh.

3. Wenns du a ledier Tauber bist - ruguh, ruguh. No därfst a zu mer rei ins Nest - ruguh, ruguh, ruguh, ruguh.

Quelle:
So singa mir : 100 fränkische Lieder von gestern und heut’. Nürnberg: Albert Hofmann 1979 (3. unveränd. Aufl.), Nr. 100.

Wie schnell doch ein Jahr vergeht ... gerade ist es noch der erste Tag in den Archiven und Bibliotheken der Forschungsst...
31/08/2026

Wie schnell doch ein Jahr vergeht ... gerade ist es noch der erste Tag in den Archiven und Bibliotheken der Forschungsstelle und schon packt man seine sieben Sachen.
Heute spannt die Zitherspinne zum letzten Mal ihr Netz in der unteren linken Ecke eines Beitrags.
Über fast 12 Monate hinweg machte das Spinnchen es sich dort recht gemütlich und hatte so einiges zu erzählen, doch jetzt ist es Zeit für sie weiterzuziehen.
Eine letzte Geschichte aber hat sie noch gewoben. Auf unserem Blog teile ich, die Bundesfreiwillige 2025/26, Impressionen aus meiner Zeit in der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik und lade Sie herzlich dazu ein, diese zu lesen.
Zu sehen ist hier mein Arbeitsplatz, weitere visuelle Einblicke finden Sie im Blog!
Mit diesem Link kommen Sie auf unsere Webseite, auf der Sie neben meines Blogbeitrags auch viele weitere spannende Infos finden können:
https://volksmusik-forschung.de/blog/2026-08-30/fsj-an-der-forschungsstelle.-hanna-k%C3%B6lbl-berichtet/
Hiermit verabschiedet sich die Zitherspinne und ich von der FFV in Uffenheim und bedankt sich für die vielen schönen Erinnerungen, das neu erlangte Wissen und die fleißigen Leser der Zitherspinnenbeiträge.
- Hanna Kölbl

Johann Wolfgang von Goethe, in Frankfurt am Main geboren und in Weimar gestorben, kein anderer Schriftsteller prägt die ...
28/08/2026

Johann Wolfgang von Goethe, in Frankfurt am Main geboren und in Weimar gestorben, kein anderer Schriftsteller prägt die deutsche Literatur wie er.
Die Leiden des jungen Werther, Iphigenie auf Tauris, Faust; ohne diese Werke zu lesen, oder zumindest von ihnen zu hören, kommen hier zu Lande die Wenigsten durch die Schulzeit.
Der Dichter, Politiker und Wissenschaftler würde heute seinen 277. Geburtstag feiern.
Goethes Lyrik wurden so oft vertont bzw. als Vorlage für Lieder genutzt wie die Werke kaum eines anderen. Schon zu seiner Lebenszeit war er unglaublich bekannt und bedeutsam.
So vertonte z. B. Mozart „Das Veilchen“, Franz Schubert „Wanderers Nachtlied“ und „Der Erlkönig“ und Beethoven die Musik zum Trauerspiel „Egmont“.
Eine besonders intensive Verbindung aber hatte Goethe mit dem Berliner Komponisten Carl Friedrich Zelter, der unter anderem die Geschwister Mendelssohn-Bartholdy unterrichten würde.
Über 30 Jahre hinweg schrieben sie sich mehr als 900 Briefe, ihre Freundschaft, die sich über Lyrik und Komposition schloss, ging dabei viel tiefer.
Beide standen sich, bei den vielen von ihnen zu beklagenden Verlusten, stets zur Seite, hatten ein sich sehr überschneidendes Weltbild und sahen sich gemeinsam als „Letzten einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt“.
Zelters letzter Brief erreicht Goethe zu seinen Lebzeiten nicht mehr und er selbst verstarb nur wenige Monate nach seinem Freund.
Das „Bundeslied“, dass Sie hier heute sehen, wurde von Goethe geschrieben und von Zelter vertont.
Goethe schreibt in seiner Autobiographie, dass es noch viele Jahre, nach der Dichtung für die Hochzeit eines Freundes, viel zu Feierlichkeiten gesungen wurde und er hoffe, dass es auch noch weitere Jahre jungen Menschen eine Freude macht und sie sich wie er zuvor „ohne irgend einer weitern Welt zu gedenken, sich im beschränkten Kreise zu einer Welt ausgedehnt empfinden.“
So hätte es dem Dichter und Denker sicher gefallen, wenn es für seinen 277. Geburtstag, in einer ganz und gar anderen Epoche, erneut in guter Gesellschaft erklingt.

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