Festung Ulm

Festung Ulm Um Ihnen einen Überblick unserer Vereinsgeschichte zu geben, haben wir hier die wichtigsten Ereignisse zusammengestellt. Einige Bürger, allen voran Herr Dr. O.

Von 1842 bis 1859 zu 2/3 auf württembergischer und zu 1/3 auf bayerischer Seite vom Deutschen Bund erbaut, ist die Bundesfestung Ulm / Neu-Ulm heute Deutschlands größtes, noch erhaltenes Festungsensemble und wird vielfältig genutzt! Anfang der 1960er Jahre:
Umfangreiche Bauarbeiten, wie zum Beispiel für die neue Stadtautobahn („Westring“), gefährdeten auf Ulmer Seite die Festungsbauwerke im Berei

ch der westlichen Hauptumwallung. Schäuffelen und Herr H. Pflüger, machten in der Öffentlichkeit auf dieses Vorhaben aufmerksam. Das Blaubeurer Tor konnte aufgrund dieser Anstrengungen „gerettet“ werden und steht heute unter der Wallstraßenbrücke symbolisch für das „Für und Wieder“, wenn es um den Umgang mit denkmalgeschützten Bauwerken geht. Für den Neubau der Fachhochschule Ulm wurde die Untere Gaisenbergbastion, und für eine Straßenerweiterung das Augsburger Tor in Neu-Ulm unnötig geopfert. In dieser Zeit wurde auch der Gedanke geboren, die Bauwerke zu erforschen und vor allem zu dokumentieren


1967:
Im Fort Oberer Kuhberg begann Herr Dr. Schäuffelen mit einigen Freunden Stück für Stück mit der Freilegung der vom Einsturz bedrohten Mauern. Schon vor der Vereinsgründung gelang es ihnen, auch Helfer mit „schwerem Gerät“ zu mobilisieren. Die ersten Besuchergruppen wurden durch die Anlage geführt.





2. Sept. 1974:
Das zunehmende Interesse führte zur Vereinsgründung des „Förderkreis Bundesfestung Ulm e. V.“
Im Fort Oberer Kuhberg wurden die ersten Dächer abgedichtet und parallel mit der Reparatur kleinerer Mauerschäden begonnen oder diverse Malerarbeiten ausgeführt.





1980:
Als Konsequenz des gestiegenen Interesses, wurde die Idee „geboren“, die Ergebnisse der Forschungen und die der Fotodokumentation der Öffentlichkeit in Wort und Bild näher zu bringen. Das Buch „Die Bundesfestung Ulm und ihre Geschichte“ wurde von Dr. Schäuffelen herausgegeben - das erste Standardwerk zu diesem gewaltigen und einmaligen Baudenkmal. Es wurde insgesamt drei Mal aufgelegt.


1985:
Vom 18. – 20. Oktober trafen sich in Ulm 250 Fachleute aus 9 Ländern zum „4. internationalen Kolloquium der Festungsforschung“. Sie waren von der enormen Ausdehnung und dem relativ guten Zustand der Bauwerke beeindruckt - ebenso vom Engagement des Vereins. Im Oktober traf sich der Förderkreis zum ersten Mal außerhalb des Fort Oberer Kuhberg zu einer Arbeitsaktion. Nachdem die Stadt Ulm die Wilhelmsburg für
1 DM vom Bund abgekauft hatte, wurden deren 120 Kamine von den Vereinsmitgliedern abgedichtet. Mit dem Sanierungszuschuss von 8 Mio. DM wurde dann zwischen 1986 – 1987 ein neues Dach aus Zink-Titan-Blech durch die Stadt Ulm aufgebracht. Januar 1986:
Der Verein erhielt zum ersten Mal von der Stadt Ulm einen Zuschuss von 5.000,-- DM für den Kauf von Baumaterial. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde es von den wenigen Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. Das Werkzeug oder die Maschinen wurden noch immer überwiegend aus dem heimischen Hobbykeller mitgebracht. Der Kauf eines „Frontbalkenmähers“ machte die Wallpflege nun sehr effektiv. Die Sensen werden aber bis heute für schwer erreichbare Stellen benötigt. Im Ulmer Rathaus wurde am 30. September Herrn Dr. Schäuffelen das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement beim Erhalt der Festungsanlagen in Ulm vom damaligen OB Ernst Ludwig überreicht. Ab 1988:
Die aktiven Mitglieder wurden im Fort Oberer Kuhberg immer öfter mit umfangreicheren und kostspieligeren Sanierungsarbeiten konfrontiert. Eine desolate Stützmauer an der Wurfbatterie wurde saniert, die Frontmauer erhielt ein neues Dach aus Zink-Titan-Blech, diverse Schießscharten und Teile der Wallanlagen wurden rekonstruiert sowie Teile der Innenräume nach Originalplänen saniert.









1989:
Als Hauptpreisträger wurde der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. vom Land Baden-Württemberg als „Vorbildliche Kommunale Bürgeraktion“ ausgezeichnet.








1990:

Seit Anfang der 90er Jahre dehnten sich die aktiven Arbeiten auch auf andere Festungswerke im Stadtgebiet aus – auch Neu-Ulm rückte immer mehr in den Blickpunkt. In regelmäßigen Arbeitsaktionen wurden seither im Fort Unterer Kuhberg, im Fort Friedrichsau, an der Kienlesbergbastion und an der Anschlußlinie (Werk XI) dringend erforderliche Rodungen durchgeführt. Die Sanierung des linken Flankierungsturmes im Fort Oberer Kuhberg wurde begonnen. Vergessene Infanteriestützpunkte! Durch Neubaugebiete und Flurbereinigungen waren diverse Betonbauwerke der Reichsfestung (Baujahr um 1900 bzw. Armierungsstellung von 1914) in Gefahr. Es erfordert bis heute viel Überzeugungsarbeit, den Verantwortlichen die Bedeutung dieser in Deutschland einmaligen Anlagen zu verdeutlichen













1993
Seit April liefen die Vorbereitungen für das große Jubiläum im Jahr 1994 auf Hochtouren. Die zahlreichen geplanten Veranstaltungen und das Festwochenende mussten vorbereitet werden. Bei Abbrucharbeiten wurde in Neu-Ulm die Caponniere 4 wiederentdeckt. Der lange Kampf für die Erhaltung des geschichtsträchtigen Bauwerkes begann. Mit dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Jahr 2007 konnte ein weiteres Bauwerk der Festung als gesichert angesehen werden.


1994
Einer der Höhepunke bis zu diesem Zeitpunkt war das Jubiläum „150 Jahre Grundsteinlegung der Bundesfestung Ulm“, welches im August begangen wurde. Die Bürgerinnen und Bürger sowie die zahlreichen Gäste konnten bei schönstem Wetter den farbenfrohen Festumzug der Bürgerwehren und Musikkapellen bewundern. Viele Fachleute konnten sich bei der Jahrestagung der DGF vom Erhaltungszustand der Festung und den Sanierungsanstrengungen des Vereins überzeugen.



1995
Als bekannt wurde, dass die Bundeswehr die historische Kienlesbergkaserne verlassen würde, setzte sich der Verein für den Erhalt des Bauwerks ein. In einem Schreiben des Landesdenkmalsamtes wurde es als „nicht denkmalwürdig“ bezeichnet, obwohl es als Friedenskaserne direkt im Zusammenhang mit der Festung erbaut wurde. Im September 1998 war es dann soweit: Das Gebäude wurde nach vielen Gesprächen und Überzeugungsarbeit durch den Förderkreis ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt. Nachdem das Gebäude im Inneren zu Wohnungen und Stadthäusern umgebaut wurde, legte der private Investor viel Wert auf eine denkmalgerechte Gestaltung der Fassade. Der Verein konnte das Fort Safranberg erwerben. Seither wird es nach und nach restauriert.

31.08.2001
Der Vereinsmitbegründer, Buchautor, Festungskenner und 1. Vorsitzende Dr. Otmar Schäuffelen verstarb im Alter von 69 Jahren. Durch seinen tatkräftigen und richtungweisenden Einsatz für den Denkmalschutz ist er uns bis heute ein großes Vorbild. Die Geschicke des Vereins werden seither von Matthias Burger gelenkt.


2002
April: Eröffnungsfeier des „Dr. Otmar-Schäuffelen-Weg“ der durch die Anlagen der Bergfronten am Michelsberg führt. Durch diesen Weg haben Spaziergänger, Jogger und Mountainbiker die Möglichkeit, Mauern und Wallanlagen auf eigene Faust zu erkunden. Die Stadt restauriert vorbildlich Stück für Stück die teilweise stark vom Verfall bedrohten Bauwerke. Im Fort Oberer Kuhberg stürzten Teile einer Mauer der rechten Contrescarpe ein. Die Restaurierung mit 80t Kalksteinen, welche von Hand mit historischen Arbeitstechniken behauen wurden, dauerte bis September 2004. Im November wurde die Arbeit des Vereins vom SWR zum ersten Mal für einen Fernsehbericht gefilmt.




2003
Am 8. Dezember wurde dem Förderkreis Bundesfestung Ulm e. V. die „Silberne Halbkugel“ verliehen. Der 1. Vorsitzende Matthias Burger nahm die Auszeichnung stellvertretend für den Verein von Herrn Bundespräsident Johannes Rau entgegen. Es ist die höchste Auszeichnung in Deutschland im Bereich aktiver Denkmalschutz!



2004
Mit einem Festakt wurde im September mit zahlreichen Gästen im Fort Oberer Kuhberg das 30-Jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Weiterer Text folgt demnächst ..........













2005 / 2006
In zahlreichen Arbeitsstunden hatten Mitglieder einen Ausstellungsraum im Kriegspulvermagazin unter dem Neu-Ulmer Wasserturm eingerichtet, der im Januar 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Unsere Führungen im Bereich der erhaltenen Hauptumwallung des „rechten Donauufer“ beginnen seither, „umrahmt“ von Bildern, Plänen und einem Modell, unter dem Neu-Ulmer Wahrzeichen.


19. Oktober 2006
Im Stadthaus wurde der Öffentlichkeit das neue Buch „Die Bundesfestung Ulm“ von Matthias Burger vorgestellt. Das beeindruckende Werk beschreibt die Bauwerke sehr detailliert und ermöglicht durch die einmaligen Bilder völlig neue Perspektiven der Festungsanlage zu erschließen. Im Shop könen Sie das Buch bestellen.









2007
Die Renovierung der Caponniere 4 wurde im Rahmen eines kleines Festaktes und einer Schlüsselübergabe an die Landesgartenschau GmbH vollendet. Durch die hervorragende Restaurierung, mit unserer fachlichen Beratung, ist eine sinnvolle Nutzung möglich – auch nach der LGS 2008! Die Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe am 18. Oktober 1844 der Grundstein für die Festung des „rechten Donauufer“ gelegt wurde, verdeutlicht den hohen Stellenwert des Ortes. Parallel zu den vorgenannten Ereignissen wurden von den aktiven Mitgliedern hunderte Führungen gehalten, in tausenden von Arbeitsstunden wurden zahlreiche Reparaturen durchgeführt und vollendet, die Wallanlagen des Forts Oberer Kuhberg und anderer Festungswerke gepflegt und in vielen Arbeitseinsätzen der Bestand anderer Werke im Stadtgebiet gesichert bzw. verbessert. Der regelmäßige und gute Kontakt zu den beiden Stadtverwaltungen und Denkmalbehörden hat allgemein zu einer enormen Verbesserung des baulichen Zustandes geführt.

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