SPD Viersen

SPD Viersen Wir setzen uns ein – für soziale Gerechtigkeit, gute Lebensbedingungen und eine starke Demokratie in Viersen.

Ob in Dülken, Süchteln, Boisheim oder Alt-Viersen: Wir gestalten Politik vor Ort – engagiert, nahbar und mit klaren Werten.

13/05/2026

Der SPD-Ortsverein Viersen hat eine Resolution zum Zustand der SPD auf Bundesebene eingebracht, die auf dem Kreisparteitag der SPD im Kreis Viersen beschlossen wurde.

Sie spiegelt die zunehmende Sorge vieler Viersener Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten über die aktuelle Entwicklung der Bundespartei wider. Insbesondere die fehlende klare politische Orientierung, das uneinheitliche Auftreten der Partei sowie der zunehmende Vertrauensverlust in der Bevölkerung geben Anlass zur Sorge.

Mit dieser Resolution wollen wir ein deutliches Signal für mehr Klarheit, Geschlossenheit und eine wieder klar erkennbare sozialdemokratische Handschrift setzen.

Der Wortlaut der Resolution:

Resolution des SPD-Kreisverbandes Viersen

Wir stellen mit großer Sorge fest, dass sich die Sozialdemokratie auf Bundesebene in einer anhaltenden Vertrauens-, Führungs- und Orientierungskrise befindet. Die Partei bleibt derzeit sowohl inhaltlich als auch kommunikativ deutlich hinter ihren Möglichkeiten und ihrem historischen Anspruch und Auftrag zurück.

Der SPD auf Bundesebene gelingt es seit einigen Jahren nicht mehr politisches Vertrauen zu generieren. Stattdessen dominieren Unklarheit, fehlende Geschlossenheit und ein insgesamt schwacher öffentlicher Auftritt das Bild der SPD.

Gleichzeitig wird ausdrücklich festgestellt, dass die SPD in den Kommunen, Städten und Kreisen tagtäglich verantwortungsvolle und erfolgreiche Arbeit leistet. Sozialdemokratische Oberbürgermeister, Landräte und Bürgermeister zeigen, dass soziale, nachhaltige und dabei bürgernahe Politik auch heute noch möglich und von den Menschen gewollt ist. Vor Ort ist die SPD für viele Bürgerinnen und Bürger weiterhin eine verlässliche Kraft, die konkrete Verbesserungen im Alltag erreicht und soziale Politik praktisch umsetzt.

1. Bewertung

Die Entwicklung auf Bundesebene steht in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur vielfach anerkannten Arbeit der Partei vor Ort und ist in erheblichem Maße auch auf Defizite in der aktuellen Parteiführung zurückzuführen.

Aus Sicht des Kreisverbandes zeigen sich insbesondere folgende Problemlagen:

Ein Mangel an klarer politischer Führung und strategischer Orientierung.
Eine zu oft reaktive statt gestaltende Rolle der Parteispitze.
Eine unzureichende Abstimmung und Disziplin in zentralen politischen Fragen.
Eine Kommunikation, die weder geschlossen noch überzeugend genug ist, um Vertrauen zurückzugewinnen.
Ein unzureichender politischer Widerstand gegen sozialpolitische Rückschritte.
Sowie das Fehlen klarer, offensiver Positionen in zentralen Fragen der sozialen Sicherung.

Insbesondere ist kritisch festzustellen, dass es der SPD unter ihrer aktuellen Führung bislang nicht gelingt, sich klar und unmissverständlich gegen die sozialpolitischen Vorstellungen der Unionsparteien zu positionieren. Vorschläge und Narrative, die auf Kürzungen, Privatisierungstendenzen oder eine stärkere Belastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hinauslaufen, werden nicht entschieden genug zurückgewiesen. Auch in den Bereichen Rente, Pflege und Gesundheit fehlt es an einer klar erkennbaren, offensiven sozialdemokratischen Linie, die Sicherheit gibt und Vertrauen schafft.

2. Forderungen

Der SPD-Kreisverband fordert die Parteiführung auf Bundesebene mit Nachdruck ihrer Führungsverantwortung gerecht zu werden.

Die Parteispitze muss ihre Rolle aktiver und sichtbarer ausfüllen, klare Linien definieren und diese konsequent vertreten sowie strategische Klarheit herstellen.

Es braucht eine erkennbare politische Gesamtstrategie statt punktueller Einzelentscheidungen.

Unser sozialdemokratisches Profil muss geschärft, Themen wie soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit, stabile Renten, bezahlbares Wohnen und eine faire Transformation müssen kompromisslos in den Mittelpunkt gestellt werden.

Wir müssen uns auch in der Regierungsarbeit klar von neoliberalen und marktradikalen Forderungen von Teilen der Unionsparteien abgrenzen. Eine Regierungsbeteiligung ist kein Selbstzweck oder eine Karriereoption, sondern hat die Aufgabe die Lebensrealität der Menschen in unserem Land zum positiven zu verändern. Sozialpolitische Einschnitte und einseitige Belastungen, wie sie von den Unionsparteien vertreten werden, müssen deutlich und öffentlich zurückgewiesen werden. Die SPD darf hier weder zögern noch relativieren.

Wir müssen wieder klare sozialpolitische Leitlinien formulieren.

Die SPD muss wieder eindeutig für folgende Grundsätze stehen:

Rente: Sicherung eines verlässlichen Rentenniveaus und klare Absage an weitere Absenkungen oder einseitige Privatisierungsmodellen.
Pflege: Ausbau einer solidarischen Pflegeversicherung, bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und eine spürbare Entlastung von Pflegebedürftigen und Angehörigen.
Gesundheit: Stärkung eines solidarisch finanzierten Gesundheitssystems, konsequente Begrenzung von Zwei-Klassen-Strukturen und Sicherstellung einer flächendeckenden, hochwertigen Versorgung.
Kommunikation professionalisieren und bündeln: Widersprüchliche Aussagen aus der Führungsebene müssen beendet werden. Die Partei muss mit einer Stimme sprechen.
Vertrauen in der Partei wiederherstellen: Die Einbindung der Basis ist ein Muss und Voraussetzung für Glaubwürdigkeit und Geschlossenheit. Die Erfahrungen und Erfolge der kommunalen Ebene müssen dabei stärker berücksichtigt werden.
Konsequenzen prüfen: Sollte es nicht gelingen, kurzfristig eine erkennbare Verbesserung in Führung, Kommunikation und strategischer Ausrichtung zu erreichen, sind auch personelle Konsequenzen zu ziehen.

3. Schlussbemerkung

Die SPD steht an einem kritischen Punkt ihrer Entwicklung. Der weitere Verlust an Vertrauen ist kein Naturgesetz, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen – und damit auch korrigierbar.

Die Stärke der Partei vor Ort zeigt, dass sozialdemokratische Politik weiterhin wirkt, wenn sie klar, nah an den Menschen und lösungsorientiert gestaltet wird. Genau daran muss sich auch die Bundesebene wieder orientieren.

Dafür braucht es jetzt eine selbstkritische Analyse und den Willen zur Veränderung – insbesondere in der Führung der Partei, in der klaren Abgrenzung gegenüber sozialpolitisch rückschrittlichen Positionen sowie in der Entwicklung glaubwürdiger und mutiger Konzepte für die soziale Sicherung.

Der SPD-Kreisverband Viersen ist bereit, diesen Erneuerungsprozess konstruktiv zu begleiten – erwartet jedoch klare und zeitnahe Schritte von der Bundesebene.

10/05/2026
Heute waren wir bei der Maikundgebung in Mönchengladbach auf der Straße. Der DGB hatte aufgerufen – und natürlich waren ...
01/05/2026

Heute waren wir bei der Maikundgebung in Mönchengladbach auf der Straße. Der DGB hatte aufgerufen – und natürlich waren auch Viersener Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit dabei.

Gerade jetzt sind die Forderungen der Gewerkschaften wichtiger denn je: für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und echte soziale Sicherheit.

Denn klar ist auch: Das ist nicht nur ein Einsatz für gute Arbeit – sondern auch ein wichtiger Beitrag im Kampf um die Erhaltung unserer Demokratie. Dafür stehen wir – heute am 1. Mai und an jedem anderen Tag.

🌹 Heraus zum 1. Mai 2026!„Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ – das ist unser klares Signal am Tag der Arbeit. Gute Ar...
28/04/2026

🌹 Heraus zum 1. Mai 2026!

„Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ – das ist unser klares Signal am Tag der Arbeit. Gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit sind keine Selbstverständlichkeit – wir kämpfen gemeinsam dafür.

Arbeitsplätze geraten unter Druck, Standorte werden verlagert, während Beschäftigte immer mehr leisten sollen. Das akzeptieren wir nicht. Wir stehen für faire Löhne, starke Mitbestimmung und eine verlässliche soziale Absicherung. Und genau das erwarten wir auch von der SPD in der Bundesregierung! 

📍 Wir beteiligen uns an der Demonstration des DGB und treffen uns ab 11:30 Uhr am DGB-Haus in Mönchengladbach (Rheydter Straße 328).

🚩 12:00 Uhr: Start der Demonstration Richtung Rheydter Markt🎤 12:30 Uhr: Kundgebung & internationales Familienfest

Als SPD Viersen sagen wir: Solidarität ist unsere Stärke. Kommt mit uns auf die Straße!

Interessanter Abend bei der AfA-Veranstaltung „Streik doch einfach mit!“ in Königsburg. 💪📚Heute ging es um den 138-tägig...
27/04/2026

Interessanter Abend bei der AfA-Veranstaltung „Streik doch einfach mit!“ in Königsburg. 💪📚

Heute ging es um den 138-tägigen Arbeitskampf beim DuMont-Konzern – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Beschäftigte sich organisieren und gemeinsam für ihre Rechte eintreten.

Im Mittelpunkt: die Kolleginnen und Kollegen beim Bundesanzeiger Verlag. Viele von ihnen waren befristet beschäftigt oder als Leiharbeitende eingesetzt – und haben sich trotzdem zusammengeschlossen, um für einen Tarifvertrag, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Mitbestimmung zu kämpfen.

Das Buch zeigt nicht nur die Konflikte, sondern vor allem auch die gewachsene Solidarität. Klar wird: Es geht um mehr als Lohn – es geht um Respekt, Mitbestimmung und demokratische Rechte im Betrieb. Und es wird deutlich: Arbeitskämpfe sind immer auch ein Kampf für Demokratie.

Leider ist es am Ende nicht gelungen, alle gesetzten Ziele zu erreichen. Umso wichtiger bleibt die Erkenntnis, wie entscheidend Zusammenhalt und Organisierung sind – und dass solche Kämpfe Spuren hinterlassen.

Danke an die Veranstalter und Herausgeber für diese wichtige und inspirierende Lesung!

Mitbestimmung Demokratie

Was ist los auf der Heierstraße 2? Um das zu klären wurde eine Anfrage an die Verwaltung gestellt:Sehr geehrter Herr Bür...
24/04/2026

Was ist los auf der Heierstraße 2? Um das zu klären wurde eine Anfrage an die Verwaltung gestellt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

ich bitte um zeitnahe Beantwortung der nachfolgenden Fragen zum aktuellen Zustand sowie zur weiteren Perspektive des denkmalgeschützten Gebäudes an der Heierstraße 2 in Viersen.

Das im Jahr 1901 errichtete Gebäude ist vielen Viersenerinnen und Viersenern als prägender Bestandteil des Stadtbildes bekannt. Über Jahrzehnte hinweg diente es u.a. als Veranstaltungssaal, Kino ("Nationaltheater"), Discothek („Rock Babylon“) sowie zuletzt als Tanzschule. Es stellt damit nicht nur ein architektonisch bemerkenswertes Objekt dar, sondern ist zugleich ein Ort mit hoher identitätsstiftender Bedeutung für die Stadtgesellschaft.

Seit mehreren Jahren steht das Gebäude jedoch leer. Nach zwischenzeitlichen baulichen Eingriffen im Inneren ist aktuell kein Fortschritt erkennbar. Vielmehr entsteht zunehmend der Eindruck eines fortschreitenden Verfalls. Vor dem Hintergrund des bestehenden Denkmalschutzes sowie der bereits erfolgten Verluste historischer Bausubstanz insbesondere im Umfeld der Südstadt besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Vor diesem Hintergrund bitte ich die Verwaltung um Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Wie bewertet die Verwaltung den aktuellen baulichen Zustand des Gebäudes Heierstraße 2?

2. Liegen der Stadt Erkenntnisse über geplante Maßnahmen oder Nutzungskonzepte des Eigentümers vor?

3. Inwieweit wurden seitens der zuständigen Behörden Maßnahmen nach Bauordnungsrecht geprüft oder ergriffen, um den weiteren Verfall zu verhindern?

4. Welche Auflagen oder Verpflichtungen ergeben sich konkret aus dem Denkmalschutz für den Eigentümer, und werden diese aktuell eingehalten?

5. Hat die Stadt bereits Gespräche mit dem Eigentümer über eine mögliche Entwicklung, Sanierung oder Zwischennutzung geführt? Falls ja, mit welchem Ergebnis?

6. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, durch Förderprogramme oder andere Instrumente eine Sanierung bzw. Reaktivierung des Gebäudes zu unterstützen?

7. Wird seitens der Verwaltung geprüft, ob weitergehende städtebauliche Instrumente zur Sicherung des Gebäudes und seiner Nutzungsperspektive in Betracht kommen?

Ziel der Anfrage ist es, Transparenz über die aktuelle Situation zu schaffen

"Die Sozialdemokraten argumentierten unter anderem, dass fehlende Müllgefäße dazu führen würden, dass Abfälle unsachgemä...
21/04/2026

"Die Sozialdemokraten argumentierten unter anderem, dass fehlende Müllgefäße dazu führen würden, dass Abfälle unsachgemäß in der Landschaft entsorgt würden."

Während die SPD mehr Abfallbehälter für die Naherholungsgebiete in der Stadt Viersen fordert, lehnen CDU und Grüne dies ab. Die Stadt hat 880 Abfallbehälter aufgestellt und sieht keinen weiteren Handlungsbedarf. Die Müllmengen steigen stetig.

„Streik doch einfach mit!“ – Buchvorstellung und Lesung zum Arbeitskampf beim DuMont-KonzernDie SPD-Arbeitsgemeinschaft ...
17/04/2026

„Streik doch einfach mit!“ – Buchvorstellung und Lesung zum Arbeitskampf beim DuMont-Konzern

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) im Kreis Viersen und Mönchengladbach lädt herzlich zu einer spannenden Lesung ein. Am Montag, den 27. April 2026, um 19:30 Uhr stellen die Herausgeber das Buch „Streik doch einfach mit! – 138 Tage Arbeitskampf beim DuMont-Konzern“ vor.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Arbeitskampf beim Bundesanzeiger Verlag, einem Unternehmen des DuMont-Konzerns. Dort arbeiten über 600 Beschäftigte – darunter zahlreiche sachgrundlos befristet Beschäftigte sowie Leiharbeitskräfte. Nachdem jahrelange Bemühungen um einen Tarifvertrag erfolglos blieben, organisierte sich rund die Hälfte der Belegschaft in der Gewerkschaft ver.di und formulierte eigene Tarifforderungen.

Das Buch schildert eindrucksvoll die Auseinandersetzung zwischen Belegschaft und Unternehmen. Es zeigt, wie versucht wurde, die Beschäftigten zu spalten, und wie gleichzeitig Solidarität und gemeinsames Handeln gewachsen sind. Deutlich wird: Es ging in diesem Streik nicht nur um bessere Bezahlung, sondern auch um Mitbestimmung und demokratische Rechte im Betrieb.

Als Herausgeber berichten Jan Schulze-Husmann, Gewerkschaftssekretär bei ver.di, und Peter Trinogga, langjähriger Betriebsratsvorsitzender beim Bundesanzeiger Verlag, aus erster Hand über die Hintergründe und Erfahrungen dieses außergewöhnlichen Arbeitskampfes.

Die Veranstaltung findet in der Königsburg Süchteln - Hochstraße 13, 41749 Viersen - statt. Der Eintritt ist frei.

Die AfA Kreis Viersen und Mönchengladbach sieht in der Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über gute Arbeit, Tarifbindung und betriebliche Demokratie. „Gerade in Zeiten zunehmender Prekarisierung ist es entscheidend, solidarische Gegenbewegungen sichtbar zu machen und zu stärken“, so die Vorsitzende Annette Hülser.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und mit den Herausgebern ins Gespräch zu kommen.

🌷🐣 Frohe Ostern wünscht die SPD Viersen! 🐣🌷Wir wünschen allen Viersenerinnen und Viersenern erholsame Feiertage, sonnige...
02/04/2026

🌷🐣 Frohe Ostern wünscht die SPD Viersen! 🐣🌷

Wir wünschen allen Viersenerinnen und Viersenern erholsame Feiertage, sonnige Frühlingsmomente und Zeit für das, was wirklich zählt: Familie, Freundschaft und Gemeinschaft.

Gerade in herausfordernden Zeiten ist Zusammenhalt wichtiger denn je. Lassen Sie uns gemeinsam mit Zuversicht und Engagement in die Zukunft blicken – für ein starkes, gerechtes und lebenswertes Viersen.

Bleiben Sie gesund und genießen Sie die Osterzeit! 🌼

🌙✨ Heute ist der Tag, an dem Muslim*innen weltweit das Zuckerfest feiern! Nach einem Monat des Fastens endet der Ramadan...
20/03/2026

🌙✨ Heute ist der Tag, an dem Muslim*innen weltweit das Zuckerfest feiern! Nach einem Monat des Fastens endet der Ramadan, und viele Mitmenschen kommen zusammen, um diese Zeit der Freude und Verbundenheit zu genießen. Die Viersener SPD sendet herzliche Grüße und wünscht allen ein friedliches und fröhliches Zuckerfest!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,sehr geehrte Damen und Herren,liebe Ratskolleg*innen,heute beschließen wir den Haushalt...
17/03/2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Ratskolleg*innen,

heute beschließen wir den Haushalt 2026 unter finanziellen Rahmenbedingungen, die nicht nur angespannt, sondern für viele Kommunen existenziell herausfordernd sind. Die Städte und Gemeinden stehen unter einem Druck, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben.

Wir sind uns hier fraktionsübergreifend sicherlich einig: Bund und Land haben die kommunale Familie immer wieder mit neuen Aufgaben betraut – ohne für eine ausreichende finanzielle Ausstattung zu sorgen.

Kommunen sollen investieren, sie sollen Infrastruktur erhalten, Bildung stärken, Integration ermöglichen, Klimaschutz voranbringen und gleichzeitig soziale Sicherheit gewährleisten. All das sind wichtige und richtige Aufgaben. Doch sie müssen auch finanziert werden können.

Doch diese Ebene steht unter massivem Druck. Unterfinanzierte Kommunen geraten zunehmend in eine Situation, in der sie immer mehr Aufgaben übernehmen müssen, ohne die dafür notwendigen finanziellen Mittel zu erhalten. Pflichtaufgaben wachsen, Erwartungen steigen – der Handlungsspielraum schrumpft. Das Konnexitätsprinzip – wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen – ist zu einem leeren Versprechen geworden. Eine faire Verteilung der Kosten? Fehlanzeige!

Die Umsetzung wird erschwert durch steigende Sozialausgaben, hohe Energie- und Baukosten, zusätzliche gesetzliche Verpflichtungen und gleichzeitig begrenzte eigene Einnahmemöglichkeiten. Dies führt dazu, dass kommunale Haushalte immer stärker an ihre Grenzen geraten. Fast keine Stadt oder Gemeinde in NRW kann in diesem Jahr noch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Haushaltsdefizite sind für viele Kommunen inzwischen die neue Realität. Das ist kein Zeichen mangelnder Disziplin vor Ort – es ist Ausdruck einer strukturellen Schieflage.

Wenn wir heute über den Haushalt sprechen, sprechen wir nicht nur über Zahlen, Einnahmen und Ausgaben. Wir sprechen auch über Handlungsfähigkeit – und damit über das Vertrauen der Menschen in unsere Demokratie. Denn Demokratie wird vor Ort erlebt. Nicht abstrakt, sondern in der funktionierenden Schule, in der gepflegten Straße, im Bus, der pünktlich fährt, in der Kita, die einen Platz anbieten kann. Kommunen sind – auch hier in Viersen - der Ort, an dem staatliches Handeln für die Menschen sichtbar und greifbar wird.

Was bleibt, ist der Spagat zwischen Notwendigem und Machbarem. Die Folgen sind sichtbar: Investitionen werden verschoben, Infrastruktur altert, kulturelle Angebote verschwinden, freiwillige Leistungen werden gestrichen. Kurz gesagt: Das öffentliche Leben vor Ort verliert an Qualität. Es ist Zeit, dass unsere Städte wieder die Mittel bekommen, die sie brauchen, um handlungsfähig zu bleiben. Wer Aufgaben überträgt, muss auch für ihre Finanzierung sorgen. Alles andere ist unverantwortlich.

Wenn Menschen erleben, dass der Staat vor Ort nicht mehr funktioniert, wenn Anträge lange liegen bleiben, Schulen verfallen oder öffentliche Räume vernachlässigt wirken, dann wächst der Eindruck: „Die Politik kümmert sich nicht mehr.“ Dieser Eindruck mag gerade für uns die vor Ort politisch aktiv sind, nicht gerecht sein – aber er ist politisch hochwirksam.

Es ist ja nicht so, dass den Verantwortlichen in Bund und Land die Situation nicht bekannt ist. Es vergeht kein Tag, an dem die Not der Kommunen nicht thematisiert wird. Es gibt einen politischen Diskurs, der immer verspricht, ankündigt und präsentiert, aber nie liefert. Sozusagen eine Form der politischen Prokrastination.

Ich sage den Verantwortlichen: Sie spielen mit dem Feuer. Und Sie spielen den Feinden unserer Demokratie in die Hände, die zwar keine Lösungen oder irgendeine Idee haben, aber dafür umso mehr auf der Klaviatur des Populismus spielen.

Denn dort, wo Vertrauen schwindet, entsteht Raum für Frustration. Und wo Frustration wächst, finden einfache Antworten und populistische Versprechen leicht Gehör. Dauerhaft geschwächte Kommunen sind deshalb nicht nur ein Verwaltungsproblem – sie sind ein Risiko für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Stabilität unserer Demokratie. Deshalb gilt: Wer unsere Demokratie stärken will, muss die Kommunen stärken.

Das bedeutet eine verlässliche Finanzausstattung, die es den Kommunen ermöglicht, ihre Aufgaben nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. Es bedeutet, Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung und Klimaschutz auch auf kommunaler Ebene möglich zu machen. Es bedeutet vor allem: Aufgaben und Finanzierung müssen endlich wieder zusammenpassen.

Was ich mir hier spare, ist die Kritik am Kreis. Natürlich belastet uns die Kreisumlage – wir reden hier von 64 Mio. € - und natürlich führt jede Erhöhung – dieses Jahr rund 7 Mio. € – dazu, dass die Anstrengungen, die wir unternehmen, ein Stück weit ad absurdum geführt werden. Aber was für uns der Kreis ist, ist für den Kreis der LVR. Steigt die Umlage des LVR, steigt der finanzielle Druck auf den Kreis, und letztlich werden wir belastet. Es erscheint sinnvoll zu prüfen, ob die Aufgaben des LVR nicht direkt aus dem Landeshaushalt finanziert werden könnten. Viele dieser Aufgaben dienen gesamtgesellschaftlichen Zielen. Eine direkte Finanzierung durch das Land würde Transparenz schaffen, Planbarkeit erhöhen und die Kommunen entlasten – ohne die Leistungsfähigkeit des LVR zu beeinträchtigen. Was ich von allen Ebenen erwarte, ist die konsequente Prüfung von Konsolidierungsmaßnahmen und der Effizienz von Abläufen.

Erlauben Sie mir eine Anmerkung zur Stellungnahme der IHK. Die Botschaft ist immer dieselbe: Schnellere Verwaltung, weniger Bürokratie – und bitte sparen, vor allem beim Personal. Eine starke Verwaltung fällt nicht vom Himmel. Sie entsteht durch gut ausgebildete Beschäftigte, faire Bezahlung und ausreichend Stellen. Wer ständig den Staat schlanker machen will, darf sich am Ende nicht wundern, wenn die Verwaltung auf Diät irgendwann keine Kraft mehr hat.

Ich habe die schwierigen Rahmenbedingungen beschrieben, in denen wir uns bewegen. Aber das darf für uns keine Ausrede sein.

Denn Viersen steht nicht still. Bei der Einbringung des Haushalts hat Frau Wöltering auf Investitionen von über 21 Millionen Euro hingewiesen. Dahinter stehen konkrete Maßnahmen – von laufenden Projekten bis hin zu Planungskosten für zukünftige Vorhaben. Wir bringen Dinge auf den Weg. Auch wenn die Spielräume kleiner werden. Und wir arbeiten weiter daran, unsere Stadt Schritt für Schritt voranzubringen.

Manchmal gibt es – neben den haushälterischen Taschenspielertricks – aus Berlin auch positive Signale: Das Sondervermögen des Bundes eröffnet unseren Kommunen eine historische Chance: 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität. Für uns in Viersen bedeutet das rund 34 Mio. €.

Dabei trägt Politik eine besondere Verantwortung: Es liegt an uns, die richtigen Akzente zu setzen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Mittel nicht nur bereits geplante Vorhaben finanzieren, sondern auch neue Projekte ermöglichen, die ohne diese Unterstützung nicht realisiert werden könnten. Nur so schaffen wir echten Mehrwert und Innovation vor Ort. Nutzen wir diese Chance – für eine zukunftsfähige Infrastruktur und nachhaltige Politik. Was jedoch nicht passieren darf ist, dass das bestehende System der Förderprogramme weiter ausgebaut wird. Zu oft führen komplizierte Antragsverfahren und hohe bürokratische Anforderungen dazu, dass ausgerechnet diejenigen, die die Unterstützung am dringendsten benötigen, die Mittel am Ende nicht abrufen können.

Politik bedeutet den Willen zur Gestaltung. Sie bedeutet, Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, damit unsere Stadt gerechter, lebenswerter und zukunftsfähiger wird. Ein Haushalt ist mehr als nur Zahlen. Er zeigt, welche Prioritäten wir setzen: für gute Schulen und KiTas, für soziale Sicherheit und für den Zusammenhalt in unserer Stadt.

Politik darf sich nicht darin erschöpfen, bei jeder Gelegenheit zu sagen: Das geht nicht. Das können wir uns nicht leisten. Wer so argumentiert, stiehlt sich aus der Verantwortung. Man hat uns nicht gewählt, damit wir nur verwalten und erklären, warum etwas nicht geht. Man hat uns gewählt, damit wir Lösungen finden und Viersen aktiv gestalten. Wir stehen für eine verantwortungsvolle Investitionspolitik. Wir wissen, dass Investitionen heute auch Belastungen für zukünftige Haushalte bedeuten können. Aber ebenso wissen wir: Wer notwendige Investitionen aufschiebt, zahlt am Ende einen deutlich höheren Preis.

Die Kämmerin hat bei der Einbringung dieses Haushalts die finanziellen Eckpunkte, die Herausforderungen und auch die Hürden klar benannt. Sie hat uns deutlich aufgezeigt, in welcher Lage wir uns befinden. Und diese Lage ist ernst. Sehr ernst. Denn wenn sich in den kommenden Jahren nichts grundlegend ändert, wird sich unsere Situation weiter verschlechtern.

Ich muss Ihnen deshalb nicht noch einmal jede Zahl vortragen. Sie kennen sie. Und sie sprechen eine deutliche Sprache. Wir stehen vor einem strukturellen Haushaltsproblem: Das Defizit beträgt rund 40 Mio. €, nach Nutzung der Ausgleichsrücklage bleiben immer noch 24 Mio. € übrig. Die Ausgaben steigen, die Einnahmen bleiben stabil – Stabilität allein reicht nicht aus, um das Defizit zu decken.

Wenn sich nichts ändert, wird unser Eigenkapital zwischen 2027 und 2029 um etwa 95 Mio. € schrumpfen. Das ist keine kurzfristige Herausforderung, sondern eine Bedrohung für die langfristige Handlungsfähigkeit, die wir jetzt entschlossen angehen müssen.

Und genau hier beginnt unsere Arbeit: trotz begrenzter Mittel die richtigen Prioritäten zu setzen und Chancen zu nutzen. Die Rahmenbedingungen können wir uns nicht aussuchen. Aber wir können entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen.

Für uns als SPD steht im Mittelpunkt, dass Viersen eine lebenswerte Stadt für alle Menschen bleibt – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Lebenssituation.

Dazu gehört an erster Stelle eine starke soziale Infrastruktur. Wir stehen für eine Politik, die Familien unterstützt, die gute Bildungs- und Betreuungsangebote schafft und niemanden zurücklässt. Investitionen in KiTas, Schulen und Jugendarbeit sind kein Luxus – sie sind Investitionen in die Zukunft.

Die Herausforderungen sind klar: bezahlbares Wohnen, gute Mobilität, wirksamer Klimaschutz und ein starkes gesellschaftliches Miteinander.

Beim Wohnen müssen wir ehrlich sein: Es fehlt bezahlbarer Wohnraum. Und das ist eine soziale Frage. Deshalb brauchen wir Wohnraum – und wir müssen die Flächen, die wir haben, besser nutzen. Mehr Geschosswohnungsbau ist hier das Gebot der Stunde. Unsere kommunalen Wohnungsbaugesellschaften – wie die VAB – spielen hier weiterhin eine starke Rolle. Wohnen darf kein Luxus sein.

Auch bei Mobilität gilt: Natürlich wird das Auto in Viersen weiter notwendig bleiben. Niemand soll aber darauf angewiesen sein. Deshalb brauchen wir einen deutlich besseren Nahverkehr, Fahrradwege, die ihren Namen verdienen und eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer*innen ernst nimmt.

Beim Klimaschutz ist für uns klar: Klimaschutz funktioniert nur, wenn er sozial gerecht ist. Politik, die nur für diejenigen funktioniert, die es sich leisten können, wird keine Akzeptanz finden.

Und wir dürfen nie vergessen: Das Rückgrat unserer Stadt sind die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren – in Vereinen, Initiativen und Verbänden. Ohne dieses Engagement funktioniert unsere Stadt nicht. Deshalb müssen wir die Strukturen stärken, die dieses Engagement ermöglichen – auch durch verlässliche Infrastruktur und Räume in unseren Stadtteilen.

Das sind nur einige Punkte. Sie lassen sich mit den Themen Wirtschaft, Arbeit, Stadtentwicklung, Kultur, Sport, Digitalisierung, Integration weiter fortführen. Die Menschen erwarten Antworten – und zwar von uns. Darum geht es: Verantwortung übernehmen und Viersen sozial, gerecht und zukunftsfähig gestalten.

Gleichzeitig will ich auch offen sagen: Wir haben weitergehende Vorstellungen davon, wie sich Viersen entwickeln soll. Wir würden an manchen Stellen gerne schneller vorankommen – gerade, wenn es um Zukunftsthemen, Infrastruktur und Lebensqualität geht.

Machen wir uns nichts vor. Die aktuelle finanzielle Situation ist kein Kurzstreckenlauf. Sie ist ein Marathon – und manchmal sogar ein Hindernislauf. Gerade deshalb brauchen wir drei Dinge: Eine klare Strategie, Ausdauer und wie mein Freund Ozan Atakani immer sagte „den Adlerblick“.

Die SPD-Fraktion stimmt dem Haushalt und dem Stellenplan zu. Der Haushalt steht für Kontinuität und Verlässlichkeit. Trotz finanzieller Grenzen investieren wir im Jahr 2026 wie gesagt rund 21 Millionen Euro. Das ist ein starkes Signal. Ein Signal dafür, dass wir nicht auf der Stelle treten, sondern weiter in die Zukunft investieren. Unsere Stadt bleibt handlungsfähig, wir sichern wichtige Projekte und wir setzen Prioritäten dort, wo sie wirklich gebraucht werden.

Mag sein, dass dieser Weg nicht spektakulär genug erscheint. Mag sein, dass manche lieber schnelle Schlagzeilen sehen würden. Aber wir sind überzeugt: Verantwortungsvolle Kommunalpolitik misst sich nicht an Lautstärke, sondern an Ergebnissen. Deshalb unterstützen wir diesen Haushalt.

Und eines sei klar: Wir sparen nicht am Personal. Wir haben daher allen zusätzlichen Stellen zugestimmt. Wir stellen die Verwaltung so auf, dass sie die Herausforderungen der Zukunft meistern kann. Damit unsere Stadt handlungsfähig bleibt.

Im Namen meiner Fraktion bedanke ich mich ausdrücklich bei den Mitarbeiter*innen der Kämmerei und Finanzverwaltung für die intensive Arbeit und den vorliegenden Haushalt. Sie haben bei der Einbringung selbst darauf hingewiesen, Frau Wöltering, dass die vorliegenden Rahmenbedingungen die Aufstellung dieses Haushaltsplans zu einer beinahe nicht mehr zu bewältigenden Aufgabe gemacht haben. Die Spielräume werden enger, die Anforderungen gleichzeitig immer größer. Gerade deshalb ist es alles andere als selbstverständlich, einen tragfähigen und belastbaren Haushalt vorzulegen. Dass Ihnen und Ihrem Team dies unter diesen Bedingungen gelungen ist, verdient Anerkennung und unseren ausdrücklichen Dank.

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