13/07/2026
Etterschlag – Das Szenario war dramatisch: Ein Brand auf einer Freifläche bei Etterschlag hatte auf die Halle eines angrenzenden landwirtschaftlichen Anwesens übergegriffen. Dichter Rauch quoll aus dem Einfahrtstor, aus dem Inneren waren Hilfeschreie zu hören. Zum Glück war dies nur eine Übung der Feuerwehren im nördlichen Landkreis Starnberg und des Bayerischen Roten Kreuzes, die mit dem Heulen der Sirenen in Etterschlag und den umliegenden Orten begann.
Umgehend ließ Einsatzleiter Andreas Wastian weitere Feuerwehren alarmieren und erteilte die ersten Einsatzbefehle. Brennende Gasflaschen wurden abgelöscht und gekühlt, um Explosionen zu verhindern. Parallel bereiteten sich die ersten Kräfte vor, um nach Vermissten in der verrauchten Halle zu suchen.
Nach und nach trafen die nachgeforderten Einsatzkräfte ein, um zu unterstützen. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung musste eine rund 600 Meter lange Schlauchstrecke zu einem Sickerbecken aufgebaut werden, und auch die Suche nach den Vermissten erforderte weitere Kräfte unter Atemschutz. Während Rettungskräfte den Brandherd im Innern der Halle bekämpften, trugen weitere Atemschutztrupps immer wieder Verletztendarsteller, die mit echt aussehenden Brandwunden geschminkt waren, aus der Halle und übergaben sie zur weiteren Versorgung an die Kräfte des BRK. Diese hatten einen Behandlungsplatz aufgebaut, auf dem die Verletzten medizinisch stabilisiert werden konnten.
Feuerwehreinsatzleiter Wastian war bei der Übung durchgehend gefordert, um die sich ständig verändernde Lage im Blick zu behalten und die Feuerwehrkräfte sinnvoll zu koordinieren. Erschwert wurde ihm die Arbeit durch immer neue Einspielungen der Übungsleitung. So wurde in der Halle ein 1000-Liter-Tank mit Treibstoff gefunden, und gerade als sich die Lage etwas beruhigte, kam es zu einer Verpuffung auf einem Hochsilo, bei der eine Person schwere Verletzungen erlitt. Unterstützt wurde Wastian von der Unterstützungsgruppe der Einsatzleitung, welche die Lagekarte führte und den Funkverkehr mit der Übungsleitstelle abwickelte, die durch die Kreiseinsatzzentrale des Landkreises simuliert wurde. Gegen 20.15 Uhr waren schließlich alle Szenarien abgearbeitet und die Übung konnte beendet werden.
Ausgearbeitet hatten die Übung Markus Sturm von der Feuerwehr Etterschlag und Andreas Dorp für den medizinischen Bereich. Beide zogen im Anschluss ein positives Resümee. „Ziel war es, nicht nur die einzelnen Übungsschwerpunkte abzuarbeiten, sondern auch die Zusammenarbeit von Feuerwehr und BRK zu üben. Beides hat gut geklappt und die eingesetzten Kräfte haben gut und sicher gearbeitet“, berichtete Markus Sturm im Anschluss. Auch Andreas Wastian war sehr zufrieden und bedankte sich bei allen Helfern. „In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass so viele Menschen abends nach der Arbeit zusammenkommen, um ehrenamtlich zu üben.“
Insgesamt waren rund 120 Kräfte der Feuerwehren Etterschlag, Walchstadt, Steinebach-Auing, Buch und Inning, Kräfte der Kreisbrandinspektion Starnberg und der Einsatzleitungen sowie weitere Unterstützungskräfte in der Kreiseinsatzzentrale an der Übung beteiligt. Das BRK war mit zehn Fahrzeugen der Bereitschaft Starnberg und 30 Helfern der Kreisbereitschaften des Landkreises Starnberg sowie mit Auszubildenden, die sich in ihrer Ausbildung zum Notfallsanitäter befinden, im Einsatz.MM
Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 10.07.2026, Seite 44