06/07/2026
Schwimmen rettet Leben – doch wir schaffen die Voraussetzungen dafür Stück für Stück ab.
Immer mehr Hallenbäder schließen, weil den Kommunen das Geld für notwendige Sanierungen fehlt. Gleichzeitig gibt es zu wenige Förderprogramme, um diese wichtige Infrastruktur zu erhalten. Auch Freibäder stehen zunehmend vor großen Herausforderungen. Wer die Berichterstattung in Unterfranken verfolgt, erkennt schnell: Das ist kein Einzelfall mehr.
Doch was bedeutet das für unsere Kinder?
Immer weniger Schwimmunterricht findet statt. Selbst Schulen, die ein Freibad direkt vor der Haustür haben, nutzen dieses nach Aussagen vieler Schülerinnen und Schüler nur selten. Gleichzeitig hören wir immer wieder den Satz: “Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihre Kinder schwimmen lernen.”
Das stimmt – aber wie soll das funktionieren, wenn es immer weniger Möglichkeiten gibt?
Schwimmkurse sind oft monatelang ausgebucht. Geeignete Hallenbäder mit 25-Meter-Becken verschwinden. Die Wasserflächen reichen schon heute vielerorts nicht mehr aus.
Auch wir als ehrenamtliche Wasserrettungsorganisation bekommen diese Entwicklung deutlich zu spüren. Wir finden immer seltener geeignete Trainingsmöglichkeiten für unsere aktiven Einsatzkräfte. Dabei sorgen genau diese Ehrenamtlichen dafür, dass Menschen im und am Wasser sicher sind – sei es im Wachdienst, bei Einsätzen oder in der Schwimmausbildung.
Wer Schwimmbäder schließt, spart nicht nur an Gebäuden. Er spart an der Sicherheit unserer Kinder, an der Schwimmausbildung und am Ehrenamt.
Schwimmen ist kein Luxus, Schwimmen ist eine lebenswichtige Fähigkeit!
Deshalb brauchen wir endlich ein klares Bekenntnis zum Erhalt unserer Hallen- und Freibäder. Nicht morgen – sondern jetzt.
Denn jedes geschlossene Schwimmbad bedeutet:
• weniger Schwimmkurse,
• weniger Schwimmunterricht,
• weniger Trainingsmöglichkeiten für Rettungskräfte,
• und am Ende mehr Menschen, die nicht sicher schwimmen können.
Wer heute an Schwimmbädern spart, zahlt morgen einen viel höheren Preis.
Wusstet ihr, dass wir als Wasserwacht Teil der Bäderallianz Deutschland sind? Gemeinsam mit weiteren Verbänden setzen wir uns dafür ein, dass Schwimmbäder erhalten, saniert und neu gebaut werden – überall in Deutschland.
Seit der Jahrtausendwende wurden hunderte Schwimmbäder dauerhaft geschlossen, die Hälfte der bestehenden Anlagen ist sanierungsbedürftig. Das trifft Jung und Alt gleichermaßen, vom Schwimmkurs bis zum Gesundheitssport. Besonders spüren es aber die Kinder.
58 Prozent der Grundschulkinder können beim Wechsel auf die weiterführende Schule nicht sicher schwimmen, 20 Prozent können gar nicht schwimmen. Und oft entscheidet der Geldbeutel der Eltern darüber, ob ein Kind schwimmen lernt. Das wollen wir ändern.
Mit dem Deutschen Schwimmbadplan hat die Bäderallianz eine klare Vision vorgelegt. Jedes Kind, das 2026 geboren wird, soll an seinem zehnten Geburtstag sicher schwimmen können.
Jedes Bad, das bleibt, ist ein Stück Sicherheit. Mehr Infos dazu findet ihr auf: www.baederallianz.de