18/08/2026
𝗙𝗟𝗔𝗘𝗖𝗛𝗘𝗡- 𝗨𝗡𝗗 𝗪𝗔𝗟𝗗𝗕𝗥𝗔𝗡𝗗 𝗕𝗘𝗜 𝗪𝗔𝗟𝗗𝗔𝗦𝗖𝗛𝗔𝗙𝗙 (𝗔𝗕𝗦𝗖𝗛𝗟𝗨𝗦𝗦𝗠𝗘𝗟𝗗𝗨𝗡𝗚)
Am Samstagnachmittag wurden wir zu einem Flächenbrand im Ortsgebiet alarmiert. Bereits auf der Anfahrt wurden aufgrund der sichtbaren Rauchentwicklung weitere Einsatzmittel nachgefordert.
Direkt nach Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte musste festgestellt werden, dass sich das Feuer, welches auf eine ca. 50 m² große Baumgruppe gesprungen war, aufgrund der Trockenheit und der örtlichen Begebenheiten extrem schnell und unkontrolliert ausbreitete.
Aufgrund dieser Lage wurde das Alarmstichwort schnell auf „Brand Wald – Groß (< 1.000 m²)“ erhöht und weitere Einsatzkräfte dem Einsatz hinzugezogen. Innerhalb kürzester Zeit war das Feuer über die trockene Wiesenfläche von rund 50.000 m² gezogen und hatte sich in den nahe gelegenen Wald ausgebreitet.
Neben den teilweise schwer zugänglichen Abschnitten konnte das Feuer zunächst nur schwer eingedämmt werden. Die Witterungsbedingungen mit mehr als 30 °C und Windgeschwindigkeiten von mehr als 30 km/h erschwerten die Brandbekämpfung damit von Beginn an erheblich.
Gleich zu Beginn wurden Maßnahmen zur Sicherung der nahe angrenzenden Wohnhäuser sowie der Einrichtung des Waldkindergartens ergriffen. Zwar war eine vorsorgliche Evakuierung mehrerer Gebäude mit rund 80 Anwohnern nötig, durch einen massiven und gezielten Löscheinsatz konnte jedoch ein Übergreifen der Flammen auf Bebauungen verhindert werden.
Parallel wurde die Bevölkerung über die Warn-Apps informiert und aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie den betroffenen Bereich zu meiden.
Die Brandbekämpfung erforderte große Mengen an Löschwasser. Neben Abrollbehältern mit Wasser und Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehr kamen auch wasserführende Fahrzeuge und Tankfahrzeuge örtlicher Landwirte und Unternehmen zum Einsatz.
Schnell kamen auch zwei Polizeihubschrauber zum Einsatz, welche gezielte Löschwasserabwürfe durchführten und damit vor allem die schwer zugänglichen Brandbereiche ablöschen konnten.
Im Laufe des Abends wurde das Feuer mit rund 600 Einsatzkräften und unzähligen Einsatzmitteln jeglicher Organisation so weit unter Kontrolle gebracht, dass die Löschmaßnahmen in der Nacht heruntergefahren werden konnten.
Am Sonntagmorgen wurden diese dann nach und nach wieder intensiviert, da immer wieder Glutnester im Waldboden lokalisiert wurden, die aufwendig freigelegt werden mussten. Ebenso wurden auch noch teilweise glimmende Äste oder Bäume entdeckt, die sorgfältig zu löschen oder zu fällen waren.
Die Löscharbeiten waren für die eingesetzten Kräfte mit erheblichen körperlichen Belastungen verbunden – nicht zuletzt durch die anhaltenden, hochsommerlichen Temperaturen und das unwegsame Gelände.
Auch die beiden Hubschrauber zur Unterstützung der Löschmaßnahmen waren den ganzen Tag wieder im Einsatz.
Gegen 20:00 Uhr meldete die Einsatzstelle, dass die durchgeführten Maßnahmen insoweit erfolgreich waren, dass die Einsatzkräfte auf ein Minimum reduziert werden konnten und die restlichen Arbeiten am Folgetag mit deutlich weniger Personal fortgeführt werden konnten.
Am Montagmorgen wurden die Nachlöscharbeiten planmäßig weitergeführt. Auch hier wurden weiterhin Glutnester im Waldboden entdeckt und brandgeschädigte Bäume gefällt. Im Verlauf der Absperrmaßnahmen um das Schadensgebiet wurde ein verletztes Schaf entdeckt und gerettet.
Zeitgleich liefen bereits sowohl an der Einsatzstelle als auch im Feuerwehrgerätehaus die Reinigungs- und Aufräumarbeiten, welche bis in die Abendstunden andauerten.
Um 14:00 Uhr wurde der Einsatz durch den Einsatzleiter Thorsten Fleckenstein (Kdt.) offiziell beendet.
Allgemeine Daten zum Einsatz
– Größter Waldbrand in der Geschichte des Lkr. Aschaffenburg
– Insgesamt über 1.000 Hilfskräfte im Einsatz
– Rund 300.000 Quadratmeter betroffen Fläche
– Sieben Leichtverletzte Feuerwehrleute und eine verletzte Passantin
Neben dieser Schadenslage wurden wir im Laufe des Sonntags und Montags zu zwei medizinischen Notfällen im Ortsgebiet, einem weiteren gemeldeten Brand an der BAB bei Rohrbrunn sowie einem Verkehrsunfall auf der BAB bei Bessenbach/Waldaschaff alarmiert.
Das betroffene Waldgebiet ist und bleibt aktuell gesperrt, da aufgrund umstürzender, brandgeschädigter Bäume und der daraus resultierenden Fällarbeiten Lebensgefahr besteht.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen, schließt nach ersten Erkenntnissen aber Brandstiftung aus.
Abschließend möchten wir uns noch bedanken: Bei allen Feuerwehren aus dem Landkreis, bei den Feuerwehren über die Landkreisgrenzen hinaus, bei der Kreisbrandinspektion, der Integrierten Leitstelle Bay. Untermain, der Staatl. Feuerwehrschule Würzburg, den Flughelfern aus Aschaffenburg, den Hubschrauberstaffeln aus Bayern und Hessen, bei dem Rettungsdienst, der Polizei, dem THW, der Bergwacht, der Straßenmeisterei, der Gemeinde, dem Landratsamt sowie den Bay. Staatsforsten. Danke für die reibungslose Zusammenarbeit über alle Organisationen hinweg und den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten.
Ein ganz besonderer Dank gilt auch den Landwirten und Unternehmen, die uns mit ihren Maschinen unbürokratisch und tatkräftig bei den Löscharbeiten unterstützten und damit einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung des Brandes leisteten.
Danke aber auch allen Privatpersonen, die uns in irgendeiner Art und Weise unterstützten, sei es bei der Versorgung mit Getränken, durch die Bereitstellung von Verpflegung und weiteren dringend benötigten Dingen.
Alle motivierenden Kommentare per Facebook und Instagram oder die lobenden Worte persönlich haben uns zusätzlich Kraft gegeben und gezeigt, wie groß der Rückhalt in der Bevölkerung ist.
Zuletzt ein Danke an alle, die wir nicht aufgeführt haben, deren Unterstützung deshalb aber keineswegs weniger wertvoll war.
Das erlebte Miteinander und der Zusammenhalt bei einer der größten Katastrophen in der Waldaschaffer Geschichte sind unglaublich und lassen sich nicht in Worte fassen. DANKE!
(ThF/AnG)
[ Bildquellen: Unbekannt / Verschiedene Quellen ]