Weinheim gegen Rechts

Weinheim gegen Rechts Weinheimer Bündnis gegen Rassismus und Faschismus

19/08/2022

*Meine Seele hat es eilig*

Ich zählte meine Jahre und stellte fest, dass ich von nun an weniger Zeit zum Leben habe, als ich bisher gelebt habe.
Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Packung *Süßigkeiten* gewonnen und die ersten mit Vergnügen gegessen hat, aber als es merkte, dass nur noch wenige übrig waren, begann es, sie innig zu genießen.

😉 Ich habe keine Zeit mehr für endlose Meetings, in denen Statuten, Regeln, Verfahren und interne Regelungen besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts festgelegt wird.

😑 Ich habe keine Zeit mehr, mich mit absurden Menschen abzufinden, die trotz ihres chronologischen Alters nicht erwachsen geworden sind.

😏Meine Zeit ist knapp, um über Titel zu diskutieren. Ich will die Essenz. . Meine Seele hat es eilig… Jetzt ohne viele *Süßigkeiten* im Paket…

☺ Ich möchte neben Menschen leben, sehr menschlich. *Lassen Sie ihn wissen, wie er über seine Fehler lachen kann*. Seien Sie nicht eingebildet, mit ihren Triumphen. Dass sie nicht vor der Zeit als gewählt gilt. Lassen Sie ihn nicht von seiner Verantwortung entkommen. Die die Menschenwürde verteidigen. Und dass Sie nur auf der Seite der Wahrheit und Ehrlichkeit gehen wollen.
Das Wesentliche ist das, was das Leben lebenswert macht.

🌷 * Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die wissen, wie man Menschenherzen berührt *...
* Menschen, denen die harten Schläge des Lebens beigebracht haben, mit sanften Berührungen in der Seele zu wachsen *

😃 Ja..., ich habe es eilig..., ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich beabsichtige, keine der *Süßigkeiten*, die ich noch habe, zu verschwenden ... Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden als die, die ich bisher gegessen habe.

🙏 *Mein Ziel ist es, das Ende zu erreichen* zufrieden und im Frieden mit meinen Lieben und mit meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

😉_Falls ich morgen nicht mehr lebe oder dir nicht danken kann, möchte ich dir sagen, DANKE, dass du auf die eine oder andere Weise Teil meines Lebens bist

01/09/2018

Diese Schrift richtet sich an Menschen, die einen proletarischen Selbstschutz für notwendig halten und nicht wissen, wie sie damit anfangen können oder sollen.
Diese Schrift liefert detailliert eine Anleitung für den Aufbau einer solchen Gruppe in kleinem Rahmen. Der Aufbau sollte diskret und unspektakulär verlaufen.

Als Arbeitsbegriff für eine solche Gruppe wird in diesem Text der Begriff „Taiping“ verwendet. „Taiping“ war der Name zweier großer Bauernaufstände in der chinesischen Geschichte.

„Taiping“ war auch der Name einer Selbstverteidigungsstruktur in einer mittelgroßen deutschen Stadt in den 80er Jahren gegen Banden rechtsradikaler Fussballfans, die damals dort linke Kneipen, Migranten und Punks systematisch angriffen. Aus den positiven Erfahrungen dieser Struktur ist vieles in diese Schrift eingeflossen. Es wären auch andere Begriffe verwendbar gewesen wie z.B. „Tung Jen“ (= Gemeinschaft mit Menschen), „Nian“ (eine bäuerliche Aufstandsbewegung im China des 19.Jahrhunderts), Yìhétuán Yùndòng ( =‚Bewegung der Verbände für Gerechtigkeit und Harmonie‘, das waren die legendären „Boxer“ des Boxeraufstandes), „Weißer Lotus“ (eine uralte Geheimgesellschaft revolutionärer Bauern, die zwei chinesische Dynastien stürzte), „Gelbe Turbane“, „Rote Turbane“, „Fünf-Scheffel-Reis-Sekte“ usw. (Namen anderer legendärer revolutionärer bäuerlicher Geheimgesellschaften der chinesischen Geschichte).

Auch die Geschichte der Kampfkünste außerhalb Ostasiens kennt viele Beispiele volkstümlicher Kampfstile, die zu allen Zeiten von revoltierenden Angehörigen der unteren Klassen entwickelt wurden.

Es ist den Lesern unbenommen, sich auf diese Traditionen mit einer eigenen Namensschöpfung der eigenen Gruppe zu beziehen.

Allgemein ist Taiping auf die Interessen der unteren Klassen orientiert, also für die Bauern und Arbeiter. In Europa, wo es heutzutage keine ausgebeutete Bauernklasse mehr gibt, ist die Orientierung an der Klasse des Proletariats angesagt.
Zum kollektiven politischen Selbstverständnis von Taiping sollte das genügen.

Von diesem Geist müssen die Taiping-Gruppen durchdrungen sein, unabhängig von der sonstigen politischen Ausrichtung der Mitglieder.

Dieser Text will eine Handlungsanleitung geben für den Aufbau eines Selbstschutzes von unten, der auf robuster Defensive basiert.

Was ist nötig zur Gründung und zum Aufbau einer Taiping-Gruppe? Es sind die folgenden Punkte:
Eine Anzahl von Personen, die bereit sind, eine Taiping-Gruppe zu begründen.

Die Gruppe sollte für alle Alterstufen und natürlich auch für Frauen offen sein. Personen, die in anderen Zusammenhängen Kampfsport, Selbstverteidigung etc. trainiert haben, sind willkommen, sollten aber mit ihren spezifischen Stilen die Gruppe bereichern, aber nicht dominieren.

Die Gruppe sollte sich selbst schlicht als freie Sportgruppe deklarieren. In Einzelfällen (besonders viele Interessenten, Notwendigkeit der festen Anmietung von Räumen) kann auch an die formelle Gründung eines Vereins gedacht werden.
Es empfiehlt sich eine Mindestanzahl von 4 und eine maximale Anzahl von 16 Personen

Ein geeigneter Trainingsraum. Geeignete Trainingsräume sind: Sporthallen, Ballettschulen, Tanzschulen und -studios, leere Lagerräume, große Hinterzimmer von Kneipen (die von möglicher Bestuhlung sich leicht räumen lassen), auch Plätze outdoor sind denkbar.

Die meisten der genannten Räumlichkeiten lassen sich günstig anmieten.

Ein regelmässiger Termin, idealerweise einmal die Woche.
Ein Trainingskonzept, das eine klare Gliederung in Phasen aufweist, und dessen Phasenablauf und dessen Phaseninhalte leicht erlernbar sind.

Ein Führungskonzept für das Training. Jedes Training (Trainingstermin) sollte eine personelle Führung haben. Jede zugehörige Trainingsphase sollte einen anleitenden Trainer haben. Das Führungskonzept hat eine „Group of all leaders“ zum Ziel.

Eine Taiping-Gruppe ist also vergleichsweise einfach zu begründen. Es genügen mindestens 4 Personen, die das auch wollen. Trainingsraum und Trainingstermin sind normalerweise leicht zu finden.
Was das Trainingskonzept und das Führungskonzept angeht, so gibt diese Schrift hier die notwendigen MinimalAnleitungen. Es ist daher angeraten, die entsprechenden Kapitel genau zu studieren.

Es ist durchaus zu begrüßen, wenn Menschen mit Kampfsporterfahrung an einer solchen Gruppe teilnehmen und sie bereichern, aber das ist nicht unbedingt notwendig.
Es genügt der Wille von 4 Menschen, um eine solche Gruppe zu begründen.
Die Gruppe sollte für alle Menschen offen sein, die nicht aufgrund einer schwerwiegenden Behinderung gehandikapt sind.

Vor allem auch Frauen und ältere Menschen sollten ausdrücklich eingeladen werden. Abgesehen von dem Effekt, die Trainingsinhalte zu lernen, ist eine Taiping-Gruppe auch allemal gut für die allgemeine Fitness und Gesundheit, was ihre Attraktivität für „normale Menschen“ durchaus steigern kann.

Es ist eine Ehrensache, dass Diskriminierung und Abwertung von Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Nationalität, Sprachgruppe, Geschlecht oder etwa aufgrund Hautfarbe keinerlei Platz in solch einer Gruppe finden dürfen.
Die Gruppe sollte sich selbst als „Taiping“-Gruppe deklarieren, so dass der Begriff „Taiping“ selbst zum Codewort wird. Die Schöpfung eines eigenen Namens für die Identität der spezifischen Gruppe kann durchaus sinnvoll sein, die Gruppe sollte sich aber als der (nicht hierarchischen) „Taiping-Bewegung“ zugehörig deklarieren. Die Gruppe sollte sich NICHT „Selbstschutz“ nennen, das ruft Geister auf den Plan, die besser in der Flasche bleiben sollten. Dass es um allgemeine Fitness und „Selbstverteidigung“ geht ist unproblematisch.

So was gibt es kommerziell und als Verein haufenweise.
Warum eine Mindestanzahl von 4 Personen? Weil bei einer kleineren Gruppen Gruppenkampftechniken nicht trainierbar sind.

Warum eine maximale Anzahl von 16 Personen? Weil für größere Gruppen kaum geeignete Trainingsräume zur Verfügung stehen. Im Grunde ist 10 schon eine Grenze. Größere Gruppen sollten tendenziell aufgeteilt werden. Ideal ist allerdings, wenn die Trainingsgruppe jederzeit in zwei Untergruppen zu je mindestens 4 aufgeteilt werden kann (wegen des Gruppenkampf-Trainings).
Bei der Raumfrage gilt es findig zu sein und den Raum der Gruppengröße anzupassen. Es darf nicht vergessen werden, dass auch die Bewegung einer Gruppe von etwa 4 Personen an und aufwärts im Laufschritt trainiert werden kann.
Das Phasenkonzept des Trainings ist ratsam durchzuhalten wie ein Ritual, so dass es leicht kopierbar ist und weiter verbreitet werden kann.
Zum Führungskonzept ist zu sagen, dass unbedingt das Prinzip „Group of all leaders“ anzustreben ist. Alle Mitglieder sollten sich in Führungsrollen sowohl im Trainingsverlauf als auch in der Führung einer Gruppe im Einsatz erproben.
Thema Gruppenidentität.

Die Situation des Kampfes ist eine besondere Situation und weckt in den Menschen naturgemäß Ängste. Wenn der Kampf aber unvermeidbar ist und in einer Gruppe geführt wird, dann ist der Gruppengeist ein ganz wichtiger Faktor. Nicht nur die Effizienz des Vorgehens ist ausschlaggebend für den Erfolg in einer realen Kampfsituation, sondern auch der Kampfgeist.
Gruppenidentität ist ein wichtiges Element eines Gruppengeistes. Eine Gruppe, mit der sich ein Mensch identifiziert, ist auch eine, mit der er auch gern gemeinsam kämpft.

Dieser Aspekt ist nicht nebensächlich, da es sich, wenn auch „low level“, um Kampf- und Selbstverteidigung handelt.
Zunächst ist es wichtig, dass eine Taiping – Gruppe sich auch selbst als eine Taiping – Gruppe ansieht und sich diese Bezeichnung zu eigen macht. Das ist in gewissem Sinn eine übergeordnete Identität. Für diese seien zwei Symbole hiermit gesetzt:

Die chinesischen Schriftzeichen „Taiping“

Das historische Dreiecks - Banner der Taiping - Revolution

Die Trainingsgruppe sollte sich aber auch eine eigene Identität geben, die den Gruppengeist unterstützt und stärkt.
Es empfiehlt sich daher, dass die Gruppe sich auch selbst einen Namen gibt, so dass die eigene Bezeichnung z.B.
„Taiping – Gruppe Max Hölz“ lauten könnte oder „Taiping Gruppe Weisser Lotus Hamburg“ etc. Auch die Verwendung von Symbolen oder auch Teiluniformierung (im Training oder ausserhalb) kann das Entstehen eines Gruppengeistes unterstützen.

12/09/2017

Lautstark protestieren zur Stunde rund 90 Menschen auf dem Marktplatz in Weinheim gegen eine Veranstaltung der AfD. Zahlreiche Polizisten sind vor Ort.

18/08/2017

Das Bündnis "Wir gegen Rechts" Ladenburg ruft heute (18.08.17) dazu auf, gegen eine Kundgebung der NPD Flagge zu zeigen. Treffpunkt ist um 14:40 Uhr am Eingang der Minigolf Anlage (beim Freibad). Mit roten Karten soll der NPD die ablehnende Haltung der Bevölkerung signalisiert werden. Zur selben Zeit will dann auch die NPD ihre Kundgebung auf den Parkplätzen am Freibad abhalten.
Bereits gestern war die NPD mit ihrem Wahlkampfbus und einem Infostand in verschiedenen Städten der Region unterwegs (nach eigenen Angaben in Schwetzingen, Hockenheim, Rauenberh, Angelbachtal, Sinsheim, Neckarbischofsheim, Eschelbronn und Leimen) und heute wollen die N***s um Jan Jaeschke ihre Tour fortsetzen. Außer Ladenburg werden voraussichtlich noch weitere Städte und Gemeinden von den Faschisten heimgesucht.

13/07/2017

Hallo,
da die AfD am 6.9 in Weinheim im alten Rathaus eine Vortragsveranstaltung zum Thema "Innere Sicherheit" abhalten will haben wir für diesen Tag eine Gegenkundgebung angemeldet. Wir sind sehr enttäuscht (allerdings nicht überrascht) das die Stadt ihre Aussage keine Räume mehr für derartige Veranstaltungen zu vermieten (Erinnert euch an den NPD Parteitag) nicht einhält. Weitere Informationen folgen sobald wir sie haben.

Zum Nachruf an Udo Ulfkottehttps://www.youtube.com/watch?v=ByuncXkzisQ
15/01/2017

Zum Nachruf an Udo Ulfkotte

https://www.youtube.com/watch?v=ByuncXkzisQ

Aufnahme vom 9.12.2015 Video von Stefan Lozar Veranstaltung des Vereins Steiermark PLuS poetryslamgraz.tumblr.com facebook.com/SteiermarkPLuS

Recht auf individuelle Prüfung!
05/01/2017

Recht auf individuelle Prüfung!

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat gegenüber der Rheinischen Post gesagt, dass er einen erneuten Anlauf zur Einstufung von Tunesien, Marokko und Algerien als „Sichere …

27/12/2016

Immer wieder fallen Mitglieder und Funktionäre der AfD mit rechtsextremen Äußerungen auf. Eine Chronik der Fälle aus dem Jahr 2016.

21/12/2016

Die unser monatliches Treffen am kommenden Donnerstag fällt diesesmal leider wegen Weihnachtsstress aus

19/12/2016

Massaker in Aleppo.
Brief an einen "Kameraden", der darauf besteht, das zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist.
Von Julien Salingue

"Genosse"

Seit einigen Wochen denke ich, ich werde dir schreiben, und es sind die tragischen Ereignisse von Aleppo und deine Reaktion auf diese Ereignisse, oder manchmal auch deine Nicht-Reaktion, die mich schließlich davon überzeugen, dass es Zeit ist, dich anzusprechen. Nicht unbedingt, um dich zu überzeugen, weil ich denke, dass es leider zu spät ist. Aber zumindest werden so die Dinge gesagt, und du wirst nicht in der Lage sein zu sagen, dass du es nicht wusstest.

Im Namen des Antiimperialismus?

Aleppo ist das Opfer eines Massakers, eines wahren Gemetzels, das unweigerlich an andere Märtyrer-Städte wie Srebrenica, Grosny, Falludscha, aber auch Warschau und Guernica oder die Palästinenserlager von Sabra und Shatila denken lässt. Die Augenzeugenberichte, die aus der Stadt strömen, von "normalen" Syrern, nicht nur von Mitgliedern einer der bewaffneten Gruppen, sprechen für sich, und erst recht, wenn sie von Fotos oder Videos begleitet werden. Worte und Bilder, die Not zeigen, die Machtlosigkeit zeigen, die Entsetzen zeigen.

Aber du, "Genosse", hast dich in den letzten Tagen abgemüht - wenn man deine Bemühungen in irgendeiner Weise als Tugend bezeichnen kann – zu erklären, dass man sich nicht auf der Seite der Menschen in Aleppo engagieren sollte, und dass man die Bombardierungen, deren sie zum Opfer fallen nicht verurteilen sollte, dass man nicht die Übergriffe der Bodentruppen bei der "Befreiung" der Stadt verurteilen soll. Mit anderen Worten: du kamst, um uns zu sagen, dass wir nicht eine klare und feste Position gegen ein geplantes Massaker beziehen sollten, das durch das diktatorische Regime von Bashar al-Assad und seine Verbündeten begangen wurde, allen voran Russland und Iran.

Wenn ich zu dir spreche, "Genosse" ist es, weil wir in der Vergangenheit zusammen gekämpft haben und nicht nur für die Rechte des palästinensischen Volkes. Denn ich dachte, dass wir trotz unserer Differenzen gemeinsame Prinzipien hätten. Ich möchte mit den Rechten, mit den extremen Pro-Putin Rechten und/oder den Assad-Anhängern, die deutlich ihre Unterstützung für autoritäre Regime aus westlichen "Werten" herleiten, nicht reden. Solche Gruppen haben nie vorgehabt, mit unterdrückten Völkern wirkliche Solidarität aufzubauen.

Aber du, "Genosse", meinst "progressive", "antiimperialistische" oder "sozialistische", "kommunistische" oder gar "revolutionäre" Tugenden zu haben. Und im Namen dieser Tugenden versuchst du, uns heute zu überzeugen, dass wir nicht auf der Seite der belagerten und massakrierten Bevölkerung Aleppos und dass wir morgen nicht auf der Seite der Menschen anderer syrischer Städte, die bereits belagert und bald massakriert werden, stehen sollen.

Dies ist nicht, das musst du zugeben, das kleinste Paradoxon.

"Die Bösesten sind nicht unbedingt jene, die wir dafür halten."

Ich glaubte in der Tat verstanden zu haben, dass wir das gemeinsame „genetische“, also grundsätzliche Erbe der antiimperialistischen Linken sind, die sich mit den Menschen solidarisieren, die von den imperialistischen Staaten und ihren Verbündeten zerquetscht werden. Ich glaubte zu verstehen, dass es in diesem grundsätzlichen Erbe, das wir zu teilen schienen, keinen Kompromiss mit den Gegnern der internationalen Solidarität gibt.

Und ich hatte gehofft, dass trotz deiner manchmal sehr unklaren Positionen bezüglich der syrischen Tragödie dich das Martyrium Aleppos zur Vernunft und zu uns nach Hause bringen würde.

Aber nein. Du bestehst stur darauf. Du bestehst stur darauf, uns zu erklären, dass wir nicht auf der Seite der massakrierten Menschen in Aleppo sein sollen. Du bestehst darauf, uns zu erklären, dass "die Dinge nicht so einfach sind." Du bestehst darauf, uns zu erklären, dass es in diesem "Krieg" „keine Guten auf der einen und keine Bösen auf der anderen Seite gibt", und dass wir mehr Wissen und Vernunft brauchen und uns nicht an den einfachen Weg halten sollen.

Für dich ist es klar, "Genosse", du gibst dich nicht mit dem Einfachen zufrieden. Nie. Du schlägst uns vor, eine komplexe Analyse zu machen, voller komplexer Gedanken, die am Ende in etwa wie folgt aussieht: "Nein, Assad ist kein Demokrat, und die Länder, die ihn unterstützen, ehrlich gesagt, sind keine Vorbilder. Aber Achtung: der so genannte syrische Aufstand besteht hauptsächlich aus Kräften aus dem fundamentalistischen Islam oder Jihad, inspiriert und bewaffnet von reaktionären Regimen wie Saudi-Arabien, Katar und der Türkei und von westlichen Sponsoren wie den Vereinigten Staaten und Frankreich."

Fazit: "Vorsicht, die Bösesten sind nicht unbedingt jene, die wir dafür halten."

Aber was ist mit dem syrischen Volk?

Das erste Problem mit deiner Analyse, "Genosse" ist, dass du einen wichtigen Akteur "vergisst“: die syrische Bevölkerung. Du scheinst zu "vergessen", dass der Ausgangspunkt der "Ereignisse" in Syrien in der Tat keine Saudi-Intervention, keine amerikanische, keine aus Katar oder der Türkei war. Nicht mal eine russische. Der Ausgangspunkt des Ganzen war, dass im März 2011 hunderttausende Syrer, wie in Tunesien, wie in Ägypten, wie in Libyen gegen ein diktatorisches Regime aufgestanden sind.

Und wenn Assad und seine Truppen nicht die Entscheidung getroffen hätten, den Aufstand mit mehr als 5.000 Toten und zehntausenden Verhaftungen im Jahr 2011 blutig zu unterdrücken, so wären sie auch unter dem Druck der Bevölkerung gestürzt worden.

Und wir sprechen über 2011, ein Jahr, in dem du, „Genosse“, denke daran, enthusiastisch für andere Aufstände in der Region warst. "Die Menschen, die den Sturz des Regimes wollen", erinnerst du dich? Du hast vielleicht sogar in den Straßen einer französischen Stadt den Aufstand mit unterstützt, weil du freiheitsliebend warst, soziale Gerechtigkeit und Demokratie wolltest.

In Syrien wurden auch die gleichen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Forderungen ausgerufen wie in anderen Ländern der Region, die vom Aufstand begeistert wurden. Und Riad, Doha, Paris oder Washington hatten nichts damit zu tun. Wenn du daran interessiert bist, so nahe an der syrischen Sache zu sein, solltest du auch wissen, dass immer, wenn es in den vorherigen Jahren eine Flaute in der Massenbewegung gab, die Demonstrationen danach wieder zunahmen. Und du solltest wissen, dass ohne die Intervention des Irans und Russlands das Regime unter dem Druck der Syrer gefallen wäre. All das ohne tausende von "ausländischen Kämpfern", die erst gekommen sind, nachdem das Regime tausende unbewaffnete Syrer ins Gefängnis eingesperrt und viele getötet hatte, einschließlich hunderter von "Jihadisten". Hast du dich jemals gefragt, warum? Und ja, die Wurzeln der "syrischen Krise" sind in der Tat die Volksproteste gegen den Assad-Clan.
Und die Antwort des Assad-Clans: Lieber alles zu zerstören als seine Macht und seine Privilegien zu verlieren.

Es sei denn, du willst annehmen, dass die Syrier von Anfang an durch den Westen manipuliert worden sind, dass es hierbei um nichts anderes als um Öl geht und dass der syrische Aufstand von Mächten im Ausland gesteuert wurde, die nur auf einen Knopf drücken mussten, um den Aufstand der Massen auszulösen.
Aber ich wage es nicht einmal zu denken: Du bist nicht einer von denen, die glauben, dass die Araber so blöd sind, dass sie nicht in der Lage sind, selbst zu denken und wenn sie sich mobilisieren und "soziale Gerechtigkeit" fordern, obwohl sie dabei sogar ihr Leben riskieren, dies nur unter Zwang geschieht, weil sie von Kräften aus dem Westen manipuliert worden sind, die nur an "Öl" denken.
Nicht wahr, "Genosse"?

Raketenwerfer gegen Luftangriffe.
Das zweite Problem deiner Analyse, "Genosse", ist, dass du die „Unterstützung“ durch Russland und den Iran für Assad auf die gleiche Stufe stellst, wie die "Unterstützung" durch die Vereinigten Staaten, Frankreich, die Türkei und die Golfmonarchien für die syrische Opposition. Du versuchst uns davon zu überzeugen, dass es keine überwältigende militärische Überlegenheit des Regimes Assads und seiner Verbündeten gab und dass gilt: (um an den Ausgangspunkt zurückzukehren und einen kaum geänderten Spruch eines Nachbarlandes von Syrien zu gebrauchen)
"Assad hat das Recht, sich zu verteidigen."

Aber wagst du es tatsächlich zu vergleichen
• die Tausenden von "Militärberatern", die iranischen Waffen, die Tausenden von Hisbollah-Kämpfern und vor allem die russische Luftwaffe (sowie die Fahrzeuge und die schweren Waffen, die Russland als zweitgrößte Militärmacht der Welt zur Verfügung gestellt hat), um einen Staat und ein reguläres Heer zu unterstützen auf der einen Seite
• mit den Kleinwaffen, baufälligen Raketenwerfern und Raketen, die die Golfmonarchien und die Türkei zur Verfügung gestellt oder finanziert haben und den leichten Waffen, Raketenwerfern, den wenigen Panzerabwehrwaffen und den wenigen Kommunikationssystemen und Nachtsichtgeräten, die tröpfchenweise, von den Vereinigten Staaten und Frankreich zur Verfügung gestellt wurden auf der anderen Seite?

Weißt du, dass die syrische Opposition von Anfang an Flugabwehrraketen angefordert hatte, um sich gegen die tod-bringenden Flugzeuge von Putin und Assad zu verteidigen, und dass es die USA waren, die systematisch gegen die Lieferung solcher Waffen ihr Veto eingelegt hatten? Weißt du, dass die Saudis zu Beginn des Jahres 2014 nach dem Scheitern der zweiten Genfer Friedenskonferenz zum ersten Mal vorgeschlagen haben, Raketenwerfer an die syrische Opposition zu liefern, und dass die USA dagegen waren und sie ihre Meinung seither nicht geändert haben? Die Vereinigten Staaten wollen nicht, dass diese Waffen "in die falschen Hände" fallen und sie wollen vor allem nicht, dass der syrische Staatsapparat zerstört wird, weil sie im Gegensatz zu anderen , aus ihrer „brillanten“ Aktion im Irak und anderswo gelernt haben.
Stelle dir die Frage: Wo sind die schrecklichen Waffen der Opposition? Denkst du im Ernst, Assad hätte ganze Stadtteile mit niedrig fliegenden Hubschraubern bombardieren können, wenn die syrische Opposition echte Waffen gehabt hätte?

Und außerdem: Erinnerst du dich, dass im Mai letzten Jahres die russische Botschaft in Großbritannien (die sicher noch dazu gut informiert war und die, wenn es Beweise für die schwere Rüstung der Assad-Gegner gegeben hätte, diese vorgeführt hätte) nur Bilder aus einem Videospiel(!) twittern konnte, um zu "beweisen", dass die syrische Opposition chemische Waffen hätte?
Lass uns also ernsthaft reden:
Wer ist dabei, Syrien zu zerstören?

Das dritte Problem deiner Analyse, "Genosse", ist, dass du nur eine grundlegende Tatsache vergisst: die Fakten. Denn du könntest mir immer noch sagen, dass das, was ich gerade geschrieben habe, unmöglich zu beweisen ist, wenn auch die Hauptakteure dieser "Nicht-Unterstützung" und die "Nichtunterstützten" es selbst bezeugt haben und dies auch weiter tun, und dass alle Zeugen ausgemachte Lügner sind.
Aber wenn du unbedingt Beweise willst, öffne einfach deine Augen und stelle dir diese einfache Frage: Wie konnte Syrien zerstört werden? Wenn du die Bilder der dem Erdboden gleichgemachten Städte siehst und sagst: "Es gab Gewalt auf beiden Seiten“, so verheimlichst du ein Detail: Wer hat die zu einer Vernichtung dieser Größenordnung notwendigen Waffen? Mit anderen Worten: wer kann Bombardierungen durchführen? Wo sind die Flugzeuge der syrischen Opposition? Wo sind die Hubschrauber der syrischen Opposition? Wo sind ihre Panzer? Versteckt unter der Erde, wie die ultra-starke Armee von Saddam Hussein, die die ganze Welt bedrohte? Wie viele Flugzeuge haben die syrischen Oppositionskräfte zerstört? Weißt du, dass im Jahr 2013, als die Opposition zwei Hubschrauber abschoss, dies ein so außergewöhnliches Ereignis war, dass sie es groß feierte und Bilder ihrer "Leistung" überall verbreitet hat? Zwei Hubschrauber! Damals musste ich an die Menschen in Gaza denken, die den zufälligen Absturz einer israelischen Drohne feierten...
Du wendest ein, dass die von den USA geführte „Koalition“ militärisch eingreift. Aber kannst du mir eine Liste der von der "Koalition" gegen die Streitkräfte des Assad-Regimes gemachten Bombardierungen geben oder der gegen die Kräfte, die sie unterstützen? Nein, verschwende deine Zeit nicht mit Suchen. Ich beschaffe mir selbst täglich Informationen aus zuverlässigen Quellen: Laut dem Regime in Damaskus und den Medien, die seine Veröffentlichungen wiederholen, (also Quellen, die man schwerlich beschuldigen kann, diese Art von Bombardierungen vortäuschen zu wollen) passierte dies ... zweimal. Das erste Mal war im Dezember 2015 (4 Tote), in der Region von Deir ez-Zor. Die "Koalition" dementierte, auf die syrische Armee gezielt zu haben und versicherte, den IS bombardiert zu haben. Das zweite Mal war im September 2016 (den Quellen nach zwischen 50 und 80 Tote), in der Nähe des Flughafens von Deir ez-Zor. Und die "Koalition" gab dieses Mal zu, die Stellungen des Regimes bombardiert zu haben und entschuldigte sich offiziell bei Bashar al-Assad und Putin.

Zusammenfassend: wenn ich mich nicht irre (niemand ist ja unfehlbar), hat die "Koalition", die etwa 5.000 "Angriffe“ auf Syrien durchgeführt zu haben behauptet, tatsächlich zweimal seit Beginn ihrer Kampagne der Bombardierungen im Jahr 2014 das Assad-Regime angegriffen, darunter einmal, wofür sie sich „entschuldigt“ hat. Notiere dir daher in deinem Notizbuch, dass die "echten“ militärischen Operationen von der Koalition auf El Nusra und andere Gruppen von Jihadisten durchgeführt wurden und nicht auf Assad und seine Verbündeten.

Zum Schluss noch ein paar „vorsorgliche“ Bemerkungen.
Es gibt noch viele weitere Probleme in deiner Analyse, "Genosse", aber ich will deiner Zeit nicht stehlen. Da ich oft die Gelegenheit hatte, mit dir persönlich über diese „Probleme in der Analyse“ und über deinen „Antiimperialismus“ zu diskutieren und deine Politik mit den Tatsachen und der tatsächlichen Abfolge der Ereignisse zu konfrontieren, weiß ich, dass dir eines nicht gefällt: die Fakten. Sie sind zu unnachgiebig.

Denn es ist viel einfacher zu provozieren oder Verwirrung mit Beiträgen und Kommentaren bei Facebook oder in Diskussionsforen zu stiften, als sich die Zeit für eine genauere und gut fundierte Diskussion zu nehmen.
Also, falls du in die Versuchung kämest, dieses Spiel zu spielen, präsentiere ich dir ein paar "vorsorgliche" Bemerkungen:
Bevor du mir sagst, dass ich die selben Positionen wie die USA, Frankreich, Saudi Arabien, Katar, Bernard-Henri Levy oder einige andere „lästige Gefährten“ vertrete, erinnere dich daran, dass, wenn man so argumentiert, du die gleichen Positionen wie Russland, der Iran, Marschall Sissi, Francois Fillon oder Marine Le Pen vertrittst und frage dich, ob das ein gutes Argument ist.
Bevor du mir sagst, dass Israel seit 2011 in einer beträchtlichen Zahl von Fällen das Assad Regime bombardiert hat und dass deshalb diejenigen, die gegen Assad sind, folglich für Israel sind. Dann erinnere dich daran, dass im vergangenen Juni Putin anlässlich eines Treffens mit Netanyahu, bei dem er verschiedene Handelsverträge unterzeichnete, folgendes erklärt hat: „Wir haben die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus betont. Bei diesem Thema sind wir Alliierte. Unsere beiden Länder haben bezüglich des Kampfes gegen den Extremismus eine wichtige Erfahrung. Wir werden also unsere Kontakte mit unseren israelischen Verbündeten auf diesem Gebiet verstärken.“ Und frage dich dann, ob das ein gutes Argument ist.
Bevor du mir sagst, dass die syrische Rebellion die westlichen Länder dazu aufgerufen hat, Waffen zu schicken und eine konsequente militärische Unterstützung, speziell aus der Luft zu geben und dass das „versteckt“ auf alle Fälle etwas bedeutet; erinnere dich daran, dass die kurdischen Truppen, die du –zu Recht- so bewunderst, seit sie den IS in Kobane zurückwarfen, genau das gleiche taten und dass sie sehr wohl diese Unterstützung erhielten, was so weit ging, dass sie sich öffentlich bei den USA für ihre Unterstützung bedankten. Und frage dich, ob das ein gutes Argument ist.
Bevor du mir sagst, dass der syrische Aufstand, obwohl man am Anfang Sympathien für ihn haben konnte, heute unter der Fuchtel der reaktionären Kräfte des politischen Islams steht und dass einige dieser Kräfte nicht zögerten, die Zivilbevölkerung gewalttätig anzugreifen, oder, eine Variation desselben Themas, dass es wirklich tragisch ist, die Zivilbevölkerung zu bombardieren, aber dass dies geschieht, weil die Terroristen sich unter der Zivilbevölkerung verstecken, wenn sie sie nicht gar als menschliche Schutzschilde missbrauchen, dann erinnere dich daran, dass dies die Argumentation derer ist, die die kriminellen Bombardierungen Gazas verteidigen. Und frage dich, ob das ein gutes Argument ist.
Bevor du mir sagst, dass die syrischen Aufständischen „objektive Verbündete“ des IS sind, erinnere dich daran, dass der IS Anfang 2014 von denen aus Aleppo vertrieben wurde, die heute von Assad geschlachtet werden. Denke dann über das Konzept des „objektiven Alliierten“ nach und frage dich, ob es ein gutes Argument ist.
Bevor du mir schließlich sagst, dass die, die Assad und Putin anklagen, vergessen, die großen Massaker anzuklagen, die von den großen Westmächten und ihren Verbündeten verübt wurden, dass unter denen, die wir uns heute für Aleppo mobilisieren, viele sind, die sich vorher für Gaza, gegen die Militärinterventionen in Afghanistan, im Irak, in Libyen und anderswo mobilisiert haben und dass wir im Gegensatz zu dir, der du gestern, am 14. Dezember im Paris nicht dabei warst, um das derzeitige Gemetzel zu denunzieren, nicht auf unsere politische Kohärenz und unseren Antiimperialismus verzichten. Und frage dich, ob das ein gutes Argument ist.

Das ist es, „Genosse“ was ich dir sagen wollte. Der Ton ist nicht sehr angenehm, da stimme ich dir zu. Aber das heißt nicht viel im Vergleich mit der Gleichgültigkeit, manchmal der Verachtung, die du für das Martyrium von Aleppo an den Tag legst.
Mach was du willst mit diesem Brief. Und selbstverständlich hast du das Recht, weiterhin deine kurzsichtige „geopolitische Vision“ zu gurgeln und deinen „pavlovschen Antiimperialismus“ zu vertreten, während die Syrer unter den Bomben von Assad und Putin und unter deinen Augen sterben.
Wir reden hier nicht über rhetorisch geschachtelte Kommentare in Facebook, sondern über tausende, zehntausende von Leben. Wir reden nicht über eine Meinungsverschiedenheit, über die Einschätzung dieses oder jenes Ereignisses, sondern über dein komplizenhaftes Schweigen oder deine jämmerlichen Verrenkungen angesichts einer der größten Tragödien unserer Zeit. Wir sprechen nicht über eine einfache politische Meinungsverschiedenheit, sondern über einen echten politischen Bruch.
Ich weiß nicht, wann wir das nächste Mal miteinander sprechen werden, „Genosse“.
Aber was ich weiß, ist, dass wenn du auf deiner Meinung beharrst, und ich glaube leider, dass du das tun wirst, ich das Wort Genosse nicht mehr nur in Anführungsstriche setzen werde, sondern dass ich es nicht mehr benutzen werde.
Ich ende mit einem Zitat von Che Guevara, der dir etwas zu sagen hat: „Vor allem, seid immer fähig, zutiefst jede Ungerechtigkeit gegen wen und wo auch immer auf der Welt zu empfinden. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs.“

PS: Nein, ich habe meine Zitate nicht belegt. Es ist nicht meine Art, keine Belege zu liefern, aber du wirst vielleicht bemerkt haben, dass das Absicht war. Denn da du so gut im Suchen im Internet bist (und woanders?), wissen wir sehr gut, du und ich, dass du alle hier benutzen Quellen finden kannst.

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