14/04/2025
Jugendpartizipation: Das klingt erstmal nach einem sehr langen, komplizierten Begriff, aber eigentlich ist es ziemlich einfach! Partizipation leitet sich aus dem lateinischen Wort „particeps“ ab und bedeutet so viel wie „teilnehmend“, „Anteil habend“ oder „beteiligt an“. In Verbindung mit „Jugend“ geht es also kurzgefasst um die Beteiligung von jungen Menschen am gesellschaftlichen Miteinander.
Aber wie?
Ab einem Alter von 18 Jahren darf man in Deutschland seine Stimme bei der Bundestagswahl abgeben, bei Kommunal- und Landtagswahlen teilweise sogar schon ab 16 Jahren. In unserem demokratischen System ist diese Teilnahme an Wahlen vermutlich die offensichtlichste Art der Beteiligung. Aber fernab davon gibt es auch für Jugendliche unzählige Möglichkeiten, an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitzuwirken, denn Partizipation umfasst große Teile unseres Zusammenlebens!
Ob zuhause, in der Schule oder in der Stadt – überall gibt es Möglichkeiten zur Partizipation – egal wie jung oder alt man ist:
Zuhause beginnt es im Kleinen – zum Beispiel, wenn Kinder mitentscheiden dürfen, was am Wochenende unternommen wird oder wie Regeln im Haushalt aussehen sollten.
In der Schule findet Beteiligung beispielsweise durch die Wahl von Klassensprecher*innen oder die Schülervertretungen statt, die dann die Interessen ihrer Mitschüler*innen vertreten. Aber auch im privaten Gespräch mit Lehrkräften können Schüler*innen ihre Meinungen einbringen, auch wenn das nicht immer erfolgreich ist.
In der Stadt können junge Menschen ihre Vorstellungen und Wünsche äußern – zum Beispiel bei Stadtteilgesprächen, Bürgerversammlungen oder über Social Media.
Dabei haben Jugendliche sogar ein Recht auf Partizipation, was beispielsweise in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist. Doch Expert*innen sind sich einig, dass es diesbezüglich noch viele Baustellen gibt:
„Barriere Nummer eins, an der Mitsprache und Mitgestaltung der jungen Generation oft scheitern, sind aber „die Erwachsenen“, von denen sich viele Jugendliche nicht ernst genommen und respektiert fühlen, die nicht auf sie eingehen bzw. die sie als inkompetent, naiv und unerfahren diskreditieren“ (Calmbach et al. 2024: 306).
Partizipation bedeutet also nicht nur, gefragt zu werden, sondern auch, dass jungen Stimmen wirklich zugehört wird und sie ernstgenommen werden. Und das sollte überall gelten: Am Küchentisch, in der Schule, aber auch in der Gesamtheit unserer Gesellschaft.