22/05/2026
Wir haben viel über die konstituierende Sitzung vergangene Woche nachgedacht und den Leserbrief diese Woche in der PNP zum Anlass genommen, auch unsere Sicht der Dinge darzustellen:
Wer das Wahlergebnis nämlich nüchtern betrachtet, erkennt klar: Viele Bürgerinnen und Bürger wollten Veränderung, mehr Offenheit und eine stärkere Vertretung außerhalb der etablierten Machtblöcke.
Die Besetzung der Bürgermeisterposten wird hierbei von vielen als Signal wahrgenommen, dass parteipolitische Absprachen am Ende stärker gewichtet wurden als das persönliche Vertrauen, das einzelne Kandidaten bei der Wahl erhalten haben.
Gerade das starke Ergebnis von unserem Kandidaten Lephteris Kaprou hatte gezeigt, dass sich viele Menschen in Windorf mehr unabhängige und bürgernahe Politik wünschen. Umso nachvollziehbarer ist die Enttäuschung darüber, dass sich dieses klare Wählervotum in den personellen Entscheidungen nicht widerspiegelt.
Natürlich bewegen sich alle Entscheidungen im demokratischen Rahmen des Gemeinderates.
Demokratie lebt jedoch nicht nur von formalen Mehrheiten, sondern auch vom sensiblen Umgang mit dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb wäre es aus unserer Sicht wichtig gewesen, stärker das verbindende Signal in den Vordergrund zu stellen.
Auch bei den Themen Transparenz und Bürgernähe wäre mehr Offenheit ein wichtiges Zeichen gewesen. Viele Menschen wünschen sich nachvollziehbare Entscheidungen und einen direkteren Austausch mit der Kommunalpolitik – gerade nach einem Wahlabend, der deutlich gemacht hat, dass sich ein Teil der Bevölkerung Veränderung wünscht.
Für die ÜW ist dieses Ergebnis deshalb weniger Anlass für Empörung als vielmehr Motivation. Wir sehen darin den Auftrag, weiterhin sachlich, konstruktiv und unabhängig Politik zu machen und den Bürgerwillen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.