31/08/2026
Kinderschutz braucht Aufmerksamkeit und Beteiligung
Der Kinderschutzbund Bundesverband hat darauf hingewiesen, dass die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland erneut deutlich gestiegen ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland rund 79.800 Fälle registriert. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor.
Diese Zahl ist alarmierend. Sie zeigt aber auch, dass heute genauer hingeschaut wird. Fachkräfte in Jugendämtern, Schulen und Kitas, Polizei und Justiz, aber auch Nachbarinnen, Freundinnen und Angehörige reagieren zunehmend sensibel auf Anzeichen von Gewalt, Vernachlässigung oder anderen Gefährdungen. Immer häufiger werden Verdachtsfälle gemeldet und betroffene Kinder erhalten die Unterstützung, die sie benötigen.
Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes, bringt es auf den Punkt: Kinderschutz ist keine Aufgabe einzelner Institutionen. Er geht uns alle an. Jede und jeder kann dazu beitragen, dass Kinder nicht übersehen werden und Hilfe rechtzeitig ankommt.
Besonders wichtig: In 91 Prozent der festgestellten Fälle wurde ein Hilfe- und Schutzplan vereinbart. Das zeigt, dass funktionierende Hilfesysteme wirken und Familien wirksam unterstützt werden können. Voraussetzung dafür sind ausreichend ausgestattete Jugendämter, niedrigschwellige Beratungsangebote und präventive Hilfen für Familien.
Deshalb beobachten wir die aktuellen Sparvorhaben in der Kinder- und Jugendhilfe mit großer Sorge. Kinder können sich nicht selbst schützen. Sie sind darauf angewiesen, dass Erwachsene Verantwortung übernehmen und dass verlässliche Hilfsangebote zur Verfügung stehen.
Kinderschutz ist keine freiwillige Leistung und kein Luxus. Der Schutz vor Gewalt und Vernachlässigung ist ein grundlegendes Recht von Kindern und Jugendlichen.
💛 Hinschauen. Zuhören. Handeln. Kinderschutz braucht Aufmerksamkeit und Beteiligung.