28/08/2026
Eppan braucht jetzt eine klare Stimme
In der Gemeinderatssitzung vom 20. August wurde über einen Beschlussantrag abgestimmt, der sich gegen die geplante Abtrennung Eppans vom bisherigen Senatswahlkreis Bozen–Unterland ausspricht. Wir von Pro Eppan Appiano haben diesen Antrag natürlich unterstützt. Wahlkreise aus taktischen/parteipolitischen Überlegungen neu zu ziehen, nur um Alessandro Urzi von den postfaschistischen Fratelli d’Italia einen sicheren Listenplatz zu verschaffen, ist inakzeptabel.
Der bisherige Wahlkreis Bozen–Unterland ist doch gerade deshalb besonders wertvoll, weil ihn weder eine Partei noch eine Sprachgruppe für sich allein beanspruchen kann. Wer hier gewählt werden will, muss über Sprach- und Parteigrenzen hinweg überzeugen. Für eine Gemeinde wie Eppan ist das ein demokratischer Mehrwert, den man nicht leichtfertig aufgeben sollte.
Umso unverständlicher war für uns die Haltung von Vizebürgermeister Massimo Cleva: Er sprach sich gegen den Antrag aus und akzeptiert damit politisch, dass Eppan aus dem bisherigen Wahlkreis herausgelöst und dem Wahlkreis Meran–Burggrafenamt–Vinschgau zugeschlagen werden soll. Gerade von einem Vertreter der italienischen Sprachgruppe, der rund 15 Prozent der Eppaner Bevölkerung angehören, hätten wir uns eine andere Sensibilität erwartet.
Und unser Bürgermeister? Von Lorenz Ebner ist zu diesem Thema bislang auffallend wenig zu hören. Mit Eppan soll ja nicht irgendeine Randgemeinde verschoben werden, sondern immerhin die drittgrößte Gemeinde des bisherigen Senatswahlkreises. Solidaritätsbekundungen mit dem Unterland, wie in der letzten Gemeinderatsitzung, sind zu wenig! Wer im selben Boot sitzt, muss sich nicht solidarisch erklären – er sollte gemeinsam rudern.
Möglicherweise ist die Zurückhaltung des Bürgermeisters dem Wunsch geschuldet, in der eigenen Parteizentrale nicht anzuecken, doch für Eppan und den gesamten Bezirk braucht es jetzt ein starkes, koordiniertes politisches Handeln und nicht Schweigen, Abwarten oder höfliche Solidarität.
Für die Gemeinderät:innen von Pro Eppan Appiano
Felix von Wohlgemuth