06/06/2026
TOURISMUS IN SÜDTIROL: FLUCH UND SEGEN ZUGLEICH. MEINE VORSCHLÄGE IN DER TAGESZEITUNG
540.000 Einwohner, 9 Millionen Touristen. 18 Ankünfte pro Jahr für jeden Einwohner. Im Grunde eine touristische „Geisterstadt" von 105.000 Personen — in keiner Statistik sichtbar, aber täglich präsent auf Straßen, in Bussen, auf Wanderwegen und in den Ortszentren.
Der Tourismus ist eine grundlegende Ressource für Südtirol. Aber er muss gesteuert werden — nicht einfach hingenommen. Hier sind meine konkreten Vorschläge:
👉Höchstgrenze für den Zugang zu Hotspots wie Seceda, Drei Zinnen, Seiser Alm und Karersee: obligatorische Online-Buchung und Tageskontingente für Besucher, wie bereits am Pragser Wildsee. Mir Vorrang für Einheimische: Wer hier lebt und den SüdtirolPass besitzt, darf immer hinein.
👉Guest Pass einschränken: Der viel zu günstige Fahrschein für Touristen soll nur noch in der Gegend gelten, in der der Gast sein Hotel hat. Wer in einem Hotel im Pustertal urlaubt, soll nicht automatisch gratis bis nach Meran oder nach Gröden fahren können.
👉Stopp dem unkontrollierten Wachstum: Neue Großhotels mit 150 Betten und mehr, Wellnessanlagen und künstliche Wasserwelten verändern den Charakter unserer Ortschaften. Allein drei neue Projekte in Reischach könnten täglich rund 180.000 Liter Wasser zusätzlich verbrauchen. Angesichts schwindender Gletscher und immer trockenerer Winter können wir uns das nicht mehr leisten — ach ja, und Land Südtirol wach einmal auf, es ist eine Schande dass ein Drittel des Trinkwassers bereits im Leitungsnetz verloren geht!
👉Wachstumsmöglichkeiten für familiengeführte 3-Sterne-Hotels, mit klaren Regeln: Regenwassernutzung, Wasserrückgewinnung, Anreise mit der Bahn — wer diese gesellschaftlich vorteilhaften Voraussetzungen erfüllt, darf sich entwickeln, warum auch nicht?
Mallorca zeigt, wie rasch touristischer Erfolg in offenen Unmut umschlagen kann. In Südtirol sind wir noch nicht so weit. Aber wir müssen jetzt handeln — solange wir noch die Wahl haben. Stattdessen lässt sich diese Landesregierung die Richtung von den großen Wirtschaftsverbänden diktieren.