Colloro liegt zwischen den Viertausendern des Monte Rosa Massivs und der Walliser und Tessiner Alpen einerseits und dem Lago Maggiore (Stresa, Verbania, Locarno) andererseits 600 m hoch auf einer schmalen, für Wein und Gemüsegärten seit Jahrhunderten terrassierten Hochebene wie auf einem Südbalkon in einer steilen Alpenflanke oberhalb des Flusses Toce. Soweit die Landwirtschaft noch betrieben
wird, wird sie noch in der uralten Form der Transhumanze betrieben: Im Sommer halten die Colloresen ihr Vieh auf den Almen oberhalb von Colloro, im Winter im Tal in Premosello Chiovenda (Eisenbahnknoten, 250 m über dem Meer), in Colloro selber bauen sie nur Gemüse und (früher, noch vor 15 Jahren ) Wein in Gartenterrassen an (früher für den Export in die Schweiz). Die Straße Colloro – Premosello erlaubt den Bewohnern bis heute den Wechsel von Fabrikarbeit, Handel, Handwerk im Tal und Gartenbau in Colloro. Wanderer und Berg-Radfahrer ziehen durchs Dorf und wohnen im Circolo operaio, den Rustici und im alten Haus des Priesters. Durch diese Wirtschaftsweise auf mehreren gehört Colloro zu den ganz wenigen Dörfern, die noch heute ganzjährig bevölkert sind und in die sogar die Jüngeren zurückkehren und ihre Häuser ausbauen. Das Tal des Flusses Toce, das Ossola- Tal, verläuft parallel zum Cento Valli zum Lago Maggiore. Das Ossola-Tal und insbesondere Colloro ist in Italien auch durch die „Republik von Ossola“ berühmt: 1944 befreiten Partisanen diesen Teil Italiens aus eigener Kraft von den Faschisten, gründeten die Republik von Ossola ( ein Fraktion bat in Bern vergeblich um Anschluß an die Schweiz) und verteidigten die Republik 40 Tage lang gegen die übermächtige deutsche Wehrmacht.