01/29/2026
Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Hövelhof hat eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ernsthaft besorgt. Künftig soll es möglich sein, Mitglieder auszuschließen, wenn sie Parteien, Organisationen oder Vereinigungen angehören oder mit ihnen „sympathisieren“, die nach Einschätzung der Bruderschaft im Widerspruch zu den „christlichen Werten“ des Bundes der historischen Schützen stehen.
Diese Formulierung ist nicht nur unklar – sie ist gefährlich. Denn sie ersetzt nachvollziehbare Regeln durch Deutungshoheit: Wer entscheidet, was „Sympathie“ ist? Wer legt fest, welche politischen Haltungen oder Kontakte als problematisch gelten? Und nach welchen Kriterien wird gemessen?
Noch schwerer wiegt die Frage, wie „christliche Werte“ in diesem Zusammenhang interpretiert werden sollen. Gilt eine Regenbogenfahne als Ausdruck von Nächstenliebe, während ein Ruf nach innerer Sicherheit als unchristlich bewertet wird – oder umgekehrt? In einer pluralen Gesellschaft wird es unterschiedliche Auffassungen geben. Und ja: Menschen können politisch verschieden denken und dennoch im christlichen Glauben verwurzelt sein.
Mit dieser Satzungsänderung entsteht ein Klima der Unsicherheit und des Misstrauens. Reicht künftig ein „falsches“ Wort am Stammtisch? Eine Bekanntschaft zu einem Kommunalpolitiker oder einer Kommunalpolitikerin? Kritik an Regierungshandeln? Wer solche Unschärfen in eine Satzung schreibt, öffnet Willkür und Ausgrenzung Tür und Tor – und das ist das Gegenteil eines gesunden demokratischen Verständnisses.
Hövelhof lebt von Meinungsvielfalt. Im Rat der Gemeinde sind sechs Fraktionen vertreten – alle demokratisch legitimiert und getragen von Bürgerinnen und Bürgern aus unserer Gemeinde. Diese Vielfalt ist kein Problem, sie ist Stärke.
Wir sagen den Initiatoren dieser Satzungsänderung klar: Damit wird der Bruderschaft kein Gefallen getan. Niemand darf wegen seiner freien Meinung, seiner Parteizugehörigkeit oder seines Wahlverhaltens ausgegrenzt werden. Das gilt nicht nur für unsere Mitglieder und Wählerinnen und Wähler, sondern für alle – unabhängig vom Parteibuch.
Wer Menschen nach Gesinnung sortiert, spaltet statt zu verbinden. Wer politische oder weltanschauliche Gesinnungsprüfungen in Vereine trägt, gefährdet das, was Generationen zuvor aufgebaut haben: Gemeinschaft, Tradition, Zusammenhalt.
Wir als AfD Hövelhof warnen deshalb ausdrücklich vor einer Politisierung der Vereine. Vereine sind Orte der Begegnung – nicht der Aussonderung. Hier sollte Neutralität, Respekt und Einigkeit im Sinne der Gemeinschaft gelebt werden, nicht das Sortieren nach Partei-Farben und vermuteten Haltungen.
Der Leitspruch der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft lautet: „Glaube, Sitte, Heimat“. Für uns bedeutet das ein starkes Miteinander – nicht ein zersetzendes Gegeneinander.
Mit der beschlossenen Satzungsänderung ist leider genau dafür der Raum geschaffen worden.